Kein Bißchen klüger

(Dies ist auch irgendwie eine Anleitung zum … Lottogewinn.)
Man sollte meinen, unsere Lottoeskapade (beschrieben vor einigen Tagen) aus dem letzten Jahr wäre uns Anlaß genug gewesen, uns aus dem aktiven Tippgeschäft zu verabschieden. Doch weit gefehlt, wir sind zurück, so wie vermutlich ganz Deutschland am heutigen Samstag. Wir haben uns schlau gemacht, glaube inzwischen zu wissen, wie der Hase läuft oder zumindest das Reglement aufgebaut ist. Und während Franziska Reichenbacher noch überlegt, was sie heute Abend anziehen soll (schließlich schauen bei weitem mehr als die üblichen 5 Millionen Menschen zu) haben wir neue Möglichkeiten gefunden, die richtigen Zahlen zu generieren. Diese Woche: Die Sushi-Bestellung. Da ich nun am Donnerstag mit Marie Japanisch essen war (ich hoffe, es waren Japaner) und wir dort zur besseren Orientierung unsere Bestellungen auf einem Blatt Papier notierten, waren diese Zahlen schon einmal da. Jetzt nur noch alle wegstreichen, die nicht im Bereich zwischen 1 und 49 liegen und gucken, ob noch sechs übrig geblieben sind und schon ist der Schlüssel zum Erfolg gefunden. Ich hoffe übrigens sehr, dass unter den gestrichenen Zahlen auch die Bestellung mit den Rogen im Reismantel dabei waren, denn die waren, wie die Klitschkos sagen würden, grauenhaft. Kleine Fischi-Augen, die auf der Zunge zerplatzen. Da hieß es Augen zu und draufgebissen und schön darauf konzentriert bleiben, alles bei sich zu behalten.

Wie sollte ich jetzt hier schließen? Ich nehme an, dass ich bei einem erfolgreichen Spielsystem nicht allzu bald hier etwas von mir hören lassen, obwohl das Hotel in der Südsee sicherlich für ein Trinkgeld auch ein wenig Internet für mich organisieren könnte. Nun, wir werden sehen. Bis dahin, toi toi toi.

Norwalk-Like-Virus

„Die humanen Norovirus-Spezies (abgekürzt NV), ehemals als Norwalk-Like-Virus (NLV) bezeichnet, sind unbehüllte einzelsträngige RNA-Viren (ss[+]RNA) mit positiver Polarität aus der Familie Caliciviridae und der gleichnamigen Gattung Norovirus. Noro- ist ein künstlich gebildetes Präfix aus Norwalk, das 2004 offizielle taxonomische Bezeichnung wurde. Die hochkontagiösen Noroviren sind zunehmend als Ursache für virale Gastroenteritiden (viraler Brechdurchfall, auch umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet) erkannt.“

So weit so gut, doch selbst dieses geballte Fachwissen, hilft mir kaum weiter wenn man seit nun mehr 30h+ über der Kloschüssel hängt. Doch wirklich aufbauend ist dann der letzte Satzt, der einem offenbart das es keine Behandlung gibt. Also mach ich es mir weiter im Bad gemütlich und halte mir tapfer selbst den Kopf.
norovirus
Quelle:wiki

Grüße aus längst vergangenen Tagen

Wenn man mal seine ganzen Kartons mit dem gesammelten Müll aufräumt, treten teilweise Dinge zu Tage, an die man lange nicht gedacht oder die man ebenso lange nicht benutzt hat. Eines dieser Dinge ist mein Offtopick der Woche, zumindest dachte ich das anfänglich. Dann musste ich feststellen, das alte Sachen und Erinnerung häufig auch mit einem gewissen Schmerz verbunden sind. So auch mein Füller. Aber diese Geschichte kann ich genauso gut auch mit Hilfe des Schmerzbereitenden erzählen, also man sehe und staune aber doch bitte selbst.
fueller

Pick der Woche – Konrad #6

Woche sechs, Verlegenheitspick eins. Ich habe mir notgedrungener Weise jetzt einen neuen Akku für mein Vaio geleistet, denn in letzter Zeit konnte ich den Prozenten im Sekundentakt beim schwinden zusehen. Und bei solch einem neuen Akku, da will man natürlich alles besser machen. Ich denke, das ist wie mit den zweitgeborenen Kindern, man hat eine gewisse Routine bekommen, lässt auch mal mehr durchgehen, man weiß ja wie es läuft. Moment, nein, es ist ganz anders, man macht erst was falsch und tut dann beim zweiten Akku so, als wäre es das erste Kind, genau so wird ein Schuh draus.
Also habe ich mir jetzt etwas runtergeladen, dass mir ein wenig was über mein Erstgeborenes verrät, mehr zumindest als das Windows. Notebook Hardware Control genannt. Das Ding hatte ich schon in einer unglaublich viel früheren Version auf meiner Fujitsu-Siemens-Möhre im Einsatz, seinerzeit, um den Lüfter ein wenig zu bremsen, denn der sprang permanent an, wenn man nur eine .txt geöffnet hatte. Ja, was macht also dieses Programm hier. Es kann den Prozessorstrom regeln, sagt dir ein wenig was über die Kapazität deines Akku, den Ladestand und vieles mehr und dazu auch noch, wie lange du ungefähr noch im batteriebetriebenen Modus wirst arbeiten können, bevor sich der Rechner verabschiedet. Und das ist ja ein Feature, das in Windows einfach mal unglaublich fehlt. Deshalb meine Empfehlung, zumindest für einen moderaten Einsatz, Prozessorstromtaktungen sind immer ein wenig heikel weil durchaus auch gefährlich, dieses Ding zu nutzen und in der nächsten Woche gibt es dann hoffentlich wieder eine halbwegs vernünftige Entdeckung.

is it woman's logic, that it's not a lie, if it's left unsaid?

Meine Fresse, wie mich das schon wieder ankotzt. Wenn noch mal jemand mein Fahrrad anrühren sollte, um es aus dem Durchgang auf den Hof zu stellen, wo es jeglichen Witterungen und vor allem dem Regen der letzten Tage ausgesetzt ist, dann werde ich mich gezwungen sehen, mir drakonische Strafen zu überlegen. Meine Vermutung ist ja, dass es die Menschen aus diesem unsagbar bekackten Restaurant für Yuppies und andere Zugezogene oder Bedeppert-Touristen sind. Denn da, wo vor Kurzem noch mein fahrbarer Untersatz stand, stehen jetzt 500-Kilo-Terracotta-Kübel mit traurigen Pflanzenresten drin. Also, letzte Warnung, ihr seid mehr als drei mal angezählt worden, noch so eine Nummer und die Blumen fliegen über die Mauer zu Nachbars.

Herr Hashimotos Gespür für Sitzplätze

Wie vor Kurzem ja berichtet, gab es vom Internetfernsehbetreiber zattoo eine Einladung, doch mal bei deren Deutschland-Launch-Party vorbeizuschauen und das ein oder andere Getränk mitzunehmen. Das liessen wir investigativ angehauchten Teilzeitjournalisten uns natürlich nicht zwei Mal sagen und so kam es dann zu Folgendem.
22.10.2007, 21:30 Uhr Ballhaus Ost, Pappelallee 15, Berlin – Prenzlauer Berg.
Im Vorderhaus scheint ein Skandinavier wieder zu wenig Tageslicht abbekommen zu haben und deshalb ein seltsames Theaterstück geschrieben zu haben, auf das wir später noch einmal eingehen werden. Durch den Hof, auf dem absolute Schweigepflicht herrscht, geht es ins Hinterhaus und an den Akkreditierungsstand von zattoo. Die Einladungen gingen an viele, doch nur, wer sich auch auf diese Mail zurück gemeldet hatte, sollte an diesem Abend Einlass gewährt bekommen. Ein Mann, der vermutlich sein gesamtes Studium damit retten konnte, dass er alle von seinem Prinzip Nadelöhr überzeugen konnte, erklärte einer danebenstehenden Dame eben jenes in Bezug auf die EInlasskontrollen. Er sagte: „Das ist unser Nadelöhr“. Also einmal kurz vorstellig geworden, sich abstempeln lassen und weiter zu den beiden Damen, die mit ihren randvollen Prosecco-Tabletts den Durchgang nicht ganz versperrten, aber doch erschwerten. So nötig haben wir es dann doch nicht, dass wir hier gleich mal zulangen, wir holen uns lieber ein Glas vom Tresen während grad niemand zuschaut. Und weil das Erste immer am schnellsten alle ist, noch eins hinterher. Noch wird wild aufgebaut und irgendwie will diese konstruierte Wohnzimmeratmosphäre mit Couchen auf dem Podest nicht ganz zur zweiten Version des Internets passen, aber der Gedanke dahinter hat sich ja nahezu aufgezwungen, deshalb ist das wohl auch verzeihlich. Da aber die Werkeleien so wirken, als wenn sie noch lange nicht abgeschlossen wären, wird das Glas gegen eine Flasche Augustiner getauscht und der Ballsaal gegen frische Luft. Auf der Pappelallee schon mal nach dem letzten fahrenden öffentlichen Verkehrsmittel gesehen und dabei festgestellt, dass einer der zattoo-Gründer (im Folgenden nur Herr Hashimoto) gerade erst mit einem Schwall euphorisierter Mitarbeiter aus einem Etablissement und also vom Abendessen kommt und somit wohl noch weitere Zeit bis zu einer offenen Ansprache bleibt.
Herrn Hashimoto und dem Haufen dann unauffällig folgend geht es zurück Richtung Ballhaus und kurz nach dem Eintreten der Truppe ein weiteres Spektakel. Echte Fernsehprominenz versucht sich in der Großstadt zu orientieren. Standesgemäß mit der Taxe bis vor die Haustür gefahren kommt der Kachelmann, steuert zielbewußt auf das Werk des Skandinaviers von oben zu und bittet um Einlass in die fiktive Klinik für Amnesiepatienten. Nach einem kurzen Geplänkel in Germanoenglisch geht es stramm weiter auf der Pappelallee, nur in falscher Richtung. Doch was ein echter Wetterkartenleser ist, der findet auch hier schnell raus, dass ausgeschaltete Lampen in geschlossenen Kneipen nicht ganz das sind, was man für den Abend gesucht hat. Also Kehrtwende und ab auf den Hof und durch und rein ins Vergnügen. Lassen wir Herrn Kachelmann mal für den Moment beiseite und erwähnen nur kurz, dass auch er uns später, nicht im Ringelpullover vor dem Klo in Konversationen vertieft (da gab es ihn auch und ich bereute, extra mein geringeltes Longsleeve ausgezogen zu haben), sondern noch viel später wieder begegnen wird.
Inzwischen ist es eine gute Stunde später als noch oben. Der Saal hat sich ansehnlich gefüllt, eine wenig talentiert erscheinende junge Dame hat mit einer Art Medleygesang begonnen und mit einem kleinen Trick (immer schön undeutlich sprechen) hat sich auch David hereinmogeln können.

Einlassdame: Wie heißt du?
David: David?
EInlassdame: David, wie weiter?
David: Meyer.
Einlassdame: Das ist ein sehr schwieriger Name. (Und sie notiert irgendetwas ausserhalb der normalen Felder, der Stempel wird aufgedrückt und Einlass gewährt.)

Wir besorgen uns Schlüsselbänder 2.0 und Biere, setzen uns auf das Podest und greifen auch mal eine Schmalz- und ein Salamistulle ab. Der Gesang der Dame von vorhin wird besser. Und das ganz objektiv, denn ihr Äußeres hat sich durch den Alkoholkonsum nicht verbessert, Beweis also angetreten, sie scheint sich warm gesungen zu haben. Nur mit der Stimmungsmache klappt es nicht so gut, ein Glück, dass ihr einziger Versuch in dieser Richtung auch ihre letzten Worte an das Publikum waren „Und jetzt noch viel Spasssss…“ kommt einfach mal genau so gut an wie „Seid ihr alle da“ und „Ich will eure Hände sehen“, schwierige Gewässer also.
Jetzt ist also Zeit für Herrn Hashimoto, noch einmal auf den Plan zu treten. Ein paar warme englische Worte, ein Lächeln und die Erkenntnis, dass ich nicht mehr weiß, was er gesagt hat, da kann nicht viel Substanz dahinter gewesen sein. Der Schweizer danach, der sich mit den Worten „Ich bin Schweizer“ vorstellte konnte da immerhin noch eine Pointe bringen. Wir wären von einem Peer-to-Peer- zu einem Bier-to-Bier-Netzwerk gekommen, drei Leute schaffen es nicht, sich nicht auf die Schenkel zu klopfen und ab dafür. Das war der zattoo-Launch von offizieller Seite. Nichts weiter, keine Präsentation, keine Slideshows, kein Internet im ganzen Haus, irgendwie so etwas wie nichts. Das hatten wir uns dann doch irgendwie anders vorgestellt, aber warum auch etwas bewerben, was alle Anwesenden ja schon eine Weile kennen?
Da der Abend aber noch nicht zu Ende war und inzwischen auch ein leidlich talentierter Mensch ein paar Schallplatten über sein iTunes laufen ließ, machten wir es uns auf einem weichen Hocker bequem, bevor es auf die Empore ging. Herr Hashimoto hatte sich inzwischen ein neues Getränk geben lassen und schwänzelte ein wenig durch die Gegend auf der Suche nach einem Sitzplatz, der ihm jedesmal mit den Worten „Nee, da sitzt schon wer“ verwehrt wurde. Er lächelte daraufhin und ging wieder seines Weges, doch uns brach es das Herz, wir wussten, wenn wir nichts für ihn tun würden an diesem Abend, dann würde es niemand tun. Oben angekommen waren dann ein paar Stühle und Tische aufgebaut, Tischdecken aufgezogen und anscheinend der Nachwuchs der zattoo-Macher mit Alkoholschem versorgt worden. Das war ein sehr trauriger Anblick. Ein halber Hahn in ein zu großes Sakko gesteckt checkte mit dem hobbymässige Max Buskohl-Double nach jedem unfallfrei herausgebrachten Wort. Und als sich auch noch unproportionierte Heranswachsende mit an den Tisch gesellten begann der Balztanz, wurden Getränke geholt und knieend serviert. Wenn man sich jetzt schon schwer vorstellen konnte, wie sagenhaft häßlich die dazugehörigen Eltern aussehen mussten, verbot sich jedweder Gedanke an eine Paarung dieser Opferanoden vom Nachbartisch. Deshalb traten wir lieber die Flucht auf die Couch an und David konnte Herrn Hashimotos Abend retten, als er ihn an der Bar anstehend nach weiteren Promo-T-Shirts befragte und dieser sich bedauernd entschludigen musste, sie hätten leider nicht genügend einstecken.
Für uns wurde es jetzt langsam Zeit, die Segel zu streichen, also sämtliche Habe geschnappt und wieder die Treppen hinunter, um an der unteren Bar noch eine flüssige Wegzehrung abzugreifen. Diese habe ich dann leider wenige Häuserecken später aus meiner Hand auf den Boden gleiten lassen, wo sie zerschellte, aber über einen Mangel an Bier kann ich mich an diesem Abend ja nun wirklich nicht beschweren.
Einer der letzten Eindrücke, wie mir Tags darauf klar wurde, war dann noch einer der traurigsten an diesem Abend, vielleicht noch trauriger als Herrn Hashimotos Stuhlunglück. Auf jeder Party gibt es zu äusserst fortgeschrittene Stunde immer ein Paar oder eine Gruppe, die mit einer unglaublichen Zielstrebigkeit an der absolut beschissensten Ecke der Lokalität die Ärsche parkt. Beschissen nicht nur, weil diese Stelle mit im Weg ist und man also immer beinahe über diesen Haufen aus Mensch klettern muss, beschissen auch und vor allem, weil es die Ecke ist, in der sich a
usgeschüttete Getränke und Zigarettenreste zu sammeln flegen. Und genau in dieser Ecke und dieser Menschenverkettung saß jetzt der arme Herr Kachelmann und versuchte an ein Getränk geklammert einer bizzaren weiblichen Gestalt etwas zu erklären. Worüber sie sprachen, keine Ahnung, es wird vermutlich nicht das Wetter gewesen sein.

Der (vermeintliche) Weg ins Glück

Da es dieser Tage wieder einmal einen richtigen Batzen Geld im staatlichen Lotto zu gewinnen gibt (und wir trotz aller guten Vorsätze und bemühter Zahlenmystiken und Geburtsdatenprüfungen vergessen haben, zu tippen), jetzt noch ein Klassiker aus dem Hause Differentialdiagnose. Die Geschichte von unserem vermeintlichen Weg ins Glück.

Wie so viele vor uns und vermutlich auch noch viel mehr nach uns, kamen wir eines Tages auf die Idee, dass ein probates Mittel aus der Armut ein überraschender Gewinn in der Staatslotterie sein könnte. Und weil wir nicht dumm sind, dachten wir uns, spielen wir erst mit, wenn es wirklich viel zu gewinnen gibt. Und das gab es dann auch. 37,6 Mio. €. Das ist gar nicht so leicht mal eben ausgegeben, auch nicht, wenn man das Ganze auf drei aufteilt. Naja, dachten wir uns, über den Kampf ist noch fast jeder ins Spiel gekommen. Und wir ahnten auch noch nicht, dass sich die Frage relativ schnell erledigt haben, als wir Samstag Abend beieinander saßen und uns fragten, warum Franziska Reichenbacher eigentlich so perfide grinsen muss, wenn sie die drei Maschinen anmoderiert, die die paar Bälle da durcheinanderwerfen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es bei uns von der ersten gezogenen Zahl an richtig scheiße lief. Aber irgendwie kamen dann doch zwei zusammen, die irgendwie richtig waren und die Aufregung stieg. Zumindest bei der Couchfraktion mit direktem Blick auf den Spielzettel. Und denn kam es so, wie es kommen musste, noch eine Zahl war richtig und Freude groß, weil das ja die Zusatzzahl war und die Zusatzzahl, das weiß jedes Kind, gibt noch mal richtig Knete dazu. Jetzt mag der aufmerksame Leser und erfahrene Lottospieler hier schon mal insistieren und aufschreien, mit den Armen rudern und irgendwie das Mikrofon an sich reißen wollen, weil … na weil Pustekuchen, sagen wir hier noch nicht, weil es ja Leute gibt, die wie wir sind und mit denen sind wir dann unten. Naja, das haben wir zumindest früher immer versucht, uns zu vergewissern, aber wer will eigentlich unten sein? Ist unten nicht immer da wo die Lottomillion nicht ist und sowieso, es wurde ja auch Herbst und dann ist es unten kalt und dunkel. Auf jeden Fall war das dann so, dass wir ja schon große Pläne hatten oder nach der Ziehung machten, aus heutiger Sicht kann das keiner mehr so genau sagen und wenn doch, dann zumindest nicht ich, und haha, das Problem ist ja, dass ich das hier schreibe. Ja. Also es sollte eine schöne Schiffsreise auf der Spree dabei für uns rumkommen, sollten ja auch mal schlappe 30 Eier werden, die einem da auf die Kralle gelegt werden. Wahlweise kann man dreißig Euro auch immer gut in zehn Portionen Curry/Pommes Schranke (ab hier dann nur noch CPS, später bestimmt mal in einem Glossar nachzuschlagen) investieren. Man merkt also, die Pläne waren so vielseitig wie unklar, aber wen schert das, wenn man reich ist? Also reicher als wie zuvor. (Gibt es eigentlich eine goldene Regel für Leute, die ‚als wie’ sagen? Sowas in der Art von ‚Trenne nie st, denn es tut ihm weh!’? Ich wäre dankbar für Hinweise. Aber eigentlich war ich woanders. Ja, richtig.) Samstag Abend ist es, und wir sind Lottogewinner, im kleinen zwar nur, aber man beschwert sich ja nicht mehr. Das Problem ist jetzt nur, es ist Samstag Abend. Die Leute die vorhin schon alles verraten wollten, dürften jetzt sogar mal frei schreien, denn Samstag Abend, das ist so ziemlich der absolut beschissenste Zeitpunkt für jeden, der Geld gewonnen hat, weil man a. nicht weiß wie viel und b. viel schlimmer, schon mal gar nicht an das Geld herankommt. Irgendjemand kam nämlich auf die glorreiche Idee, zu bestimmen, dass die Lottoangestellten sonntags nicht arbeiten dürften und da hören die natürlich drauf und dann eiert der Computer da im dunklen Kämmerchen die Zahlen durch und erst am Montag Nachmittag darf man dann erfahren, wie die Quoten aussehen und wie viel dabei rumkommen würde und so weiter. Lassen wir also mal den durchaus warmen Moment in einer kalten Nacht, als drei junge Männer unter sternenklarem Himmel beieinander saßen beiseite und auch den darauf folgenden Sonntag.
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Diese Linie wäre nicht nur genau richtig, um einen Fortsetzungsroman zu trennen und so die Umsätze zu erhöhen, indem man die Leser dazu zwingt sich noch eine Ausgabe zu kaufen, diese Linie bedeutet auch, dass hier meine eigentlichen Notizen aus dem Herbst letzten Jahres enden. Dadurch begebe ich mich auf Glatteis, denn ab jetzt wird wirklich rein aus dem Gedächtnis erzählt und wenn ich mich an etwas erinnere, dann wie es im Film heißt, häufig lieber auf meine Art als so, wie die Dinge wirklich passiert sind. Man verzeihe mir also Ungenauigkeiten und genieße das hier als eine Geschichte, eine Fabel oder auch moralinsaure Erzählung.
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Es ist also inzwischen Montag Nachmittag und der Computer hat treu das Wochenende durchgearbeitet, Zahlen und Gewinner ausgegeben und sich sicherlich auch unsere Quote zurechtgelegt. Also trafen wir uns, um gemeiniglich unseren Gewinn einzustreichen. Wir waren komplett ausgerüstet und hatten sogar eine Kamera dabei, um die strahlenden Gesichter auf unserer Seite und das weinende Auge des geschröpften Tabak- und Lottoverkäufers nahtlos dokumentieren zu können. Also auf zum Atem, rein in den Laden, reich wieder raus. Der angestellte Weizenbiertrinker nahm unseren Spielschein entgegen, wir zückten die Kamera und … Zackkkk!

„Na, da habt ihr ja ’nen richtigen Fahrschein geschossen!“

schallte es uns entgegen. Unverständnis auf unserer Seite und die Erklärung, die folgte. Wir hatten zwei Richtige und die Zusatzzahl, das sind drei Zahlen, soweit richtig. Gewinne gibt es aber erst ab, wie es heißt, drei Richtigen mit Zusatzzahl. Hierbei bedeutet mit nicht mit sondern plus und das muss einem doch erst mal gesagt werden. Spätestens jetzt war es doch ganz große Scheiße, den Schein nicht verschüchtert bei einem unbekannten Gesicht abzugeben, sondern großspurig bei einer Pappnase, die man so ziemlich jeden Tag sieht.
Und das war dann so ziemlich das Ende vom Lied. Von dem Tag an ging es mit unseren Lottoerfolgen kontinuierlich bergab, es gab keine zwei Richtigen in einer Reihe mehr, wir waren dazu übergegangen, mit sinnlosen Zahlenkombinationen so wie beinahe alle anderen auch den Jackpot in die Höhe zu treiben und nichts einzustreichen. Und jetzt sind 26 Mio. € im Jackpot und wir haben nicht einmal mehr einen Spielschein abgegeben. Da sind einem die Konsequenzen doch beinahe bewußt: Kurz nach 19:55 Uhr wird in einer unserer drei Nachbarwohnungen das Knallen von Sektkorken zu hören sein und das allzu nahe Glück wird in der Nähe bleiben und doch so fern. Man unterschätze nie die Macht der Redensarten!

Nach der Kniffel Night

So. Die erste richtige Kniffel Night ist damit bereit in die Annalen aufgenommen zu werden. Am Ende hieß die glückliche Siegerin Jette und verwies Matthi und Peggy auf die Plätze zwei und drei. Unglaublich gelungen waren unsere Hauptpreise, ein Fondue-Set, das Jette gar nicht mitnehmen wollte und eine Tüte Gummibären, die Matthi gar nicht essen konnte. Da müssen wir für das nächste Mal noch bessere Vorbereitungen treffen. Aber auch im Spielbetrieb gibt es einige kleine Optimierungsmöglichkeiten sowie auf der Webseite, die mir gerade nicht richtig ermöglichen will, Tabellen einzubauen. Das ist ärgerlich. Und irgendwie dann auch mein Ding, das mich zum Weinen bringt der Woche. Was ist da nur los? Ich erstelle eine Tabelle mit Excel, kopiere diese in Dreamweaver, um vernünftige <td> und <tr> zu kriegen, füge das Ganze in WordPress ein und sobald ich das gespeichert habe und doch noch mal ändern möchte fliegen mir fast alle Inhalte weg und nur die Überschriften bleiben noch. Eine traurige Sache.
Aber das Wichtigste kommt doch bei rum, die Information, dass wir kräftig Daten erheben (jetzt werden mich Statistiker & Psychologiestudenten wieder korrigieren wollen) und diese dann versuchen, ein wenig auszuwerten, um dem geneigten Leser und allen Teilnehmer noch ein paar schöne erinnerungsschwangere Momente zu bescheren. Sobald die Sache mit der fehlerhaften Darstellung ausgeräumt oder durch ein besseres Verfahren ersetzt werden kann, gibt es hier natürlich den Hinweis darauf. Schließen wir mit einer sagenhaft schlechten Schlußformel, die ihren Einzug in unser Sprachsystem nur durch unzureichende Übersetzungen amerikanischer Spielfilme hat feiern können: So lange.

Pick der Woche – Konrad #5

Endlich mal gute Nachrichten für Nicht-switcher resp. Picks exklusiv für all diejenigen, die noch wie ich an einer XP-Möhre sitzen.
Diese Sachen gibt es schon eine ganze Weile und sie wurden zum letzten Mal Anfang diesen Jahres erweitert und upgedatet, aber ich habe sie erst jetzt entdeckt und deshalb verallgemeinere ich ein wenig und sage, dass es sicher noch mehr Menschen gibt, die davon nichts wissen. Das Schöne an einem Betriebssystem wie Windows XP oder überhaupt einem Windows ist ja, dass Microsoft die Chance bekommt, etwas nachzurüsten, das ist ja systemimmanent, denn was nicht ausgereift ist, das kann man besser machen oder man sollte es.
Um jetzt winzige Sachen in XP zu verbessern gibt es die Microsoft PowerToys for Windows XP. Das sind kleine Erweiterungen, die das Leben am Rechner partiell angenehmer machen. Ich bin darauf gestoßen, als ich einen längeren Text für die Universität lesen musste und keine Lust hatte über hundert Seiten zu drucken. Irgendwann hatte ich das Gefühl, mir würden bald die Augen aus dem Kopf treten und da fiel mir ein, dass es so etwas ClearType ja gibt, eine Kantenglättung für Bildschirmschriften. Um ClearType zu aktivieren muss man sich nun aber ein wenig durchklicken und dann hat man auch nicht allzu viele Einstellungsmöglichkeiten (nämlich genau „an“ und „aus“).
cleartype
Der ClearType Tuner kann da schon ein wenig mehr und deshalb habe ich ihn mir runtergeladen. Man kann dort per Wizard oder manuell einstellen, wie weich und mit wie starkem Kontrast man die Schriften ab sofort haben möchte und für die Augen ist das bei längeren Texten dann durchaus ein ganzes Stück angenehmer. Einziges Manko bei dem Tuner, wenn man ihn einmal geschlossen hat, findet man ihn eigenlich nicht wieder. Die Installationsroutine verrät mir nicht, wie die Datei heißt, nach der ich im Windows-Ordner suchen könnte, also muss ich den Quark noch mal neu installieren bzw. reparieren, um wieder zu den Einstellungen zu kommen. Komische Sache, wenn jemand mehr rausfinden sollte, ich bin für Informationen dankbar. Update: Die Einstellungen kann man im Nachhinein über die Systemsteuerung vornehmen, dort findet man dann ClearType Tuning.

taskswitcher
Weiterhin gibt es einen Taskswitcher, der Alt+TAB ersetzt und hier ein wenig grafischer wird, indem er Voransichten der Programme zeigt, in die man wechseln kann. Nichts Neues für Mac-Menschen, aber ein nettes Feature am PC.
Der virtuelle Desktop-Manager funktioniert soweit auch ganz gut, kann mir aber auf den ersten Blick nicht mehr bieten, als ich mit obigem Alt+TAB auch hinkriegen würde. Ist vielleicht eine Frage der Gewöhnung und Arbeitsweise, für mich erst mal nichts. Und der Taskbar Magnifier, eine Mini-Bildschirmlupe für die Startleiste, ja, das ist ein Teil, das absolut unsinnig ist, da sind wir wieder sehr microsoftig. Egal.
Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Tools, die mir aber im Großen und Ganzen nicht ganz so für meinen Gebrauch wichtig erschienen, aber das entscheide jeder für sich selbst. Spannend klingt noch das SyncToy, das werde ich mir dann mal zu Gemüte führen und evt. noch nebenher empfehlen, so es denn etwas zu bieten hat.

Dinge, die mich zum Weinen bringen #2

Manmanman..so eine unglaubliche krümelkackerische Scheiße. Die Jungs und Mädels bei der Wikipedia machen sich ja seit den Beschwerden über die mangelnde Qualität der Artikel richtig böse ins Hemd, wenn man da mal selbst etwas verfasst. Unglaublich, wie weit die jetzt schon weggekommen sind von ihrem eigenen Gedanken der freien Enzyklopädie. Da will man für den mit dem Vater befreundeten Künstler mal eben bei dessen Eintrag eine weitere Einzelausstellung und einen Link zu einer Galerie hinzufügen, die ihn gerade zeigt und nichts geht. Wirklich nichts. Die Seite ist für die Bearbeitung gesperrt. Begründung: Jemand hätte da mal Schindluder getrieben. Also muss man sich anmelden, eine Diskussion über die Sperrung starten und darum bitten, da etwas eintragen zu können. So ein Quark. Und dann darf man das irgendwann und macht es auch, nur um dann einen Tag später festzustellen, dass der Link entfernt wurde, weil es sich dabei um Werbung handle. Hallo? Das ist ein klares Ja und Nein. Nein, es ist keine Werbung, es geht einfach nur darum auf die Ausstellung hinzuweisen und den Interessierten auch mal zwei drei Bilder zu sehen zu geben, denn hochladen bei der Wikipedia kann man ja eh ganz vergessen (aber das ist eine andere Geschichte). Und Ja, es ist Werbung. Verdammt, irgendwie muss man doch auch darauf hinweisen können, wenn jemand gerade ausstellt. Das ist doch ein Feature, nichts, was man löschen müsste. Ein dummer Sauhaufen, so macht das keinen Spaß, es wird deutlich Zeit mal klarere Statute festzulegen und diese vielleicht auch ein wenig zu propagieren, dann kommen wir vielleicht auch mal so weit, dass man weiß, was man darf und was nicht und dass nicht immer die gleichen Namen deine eigenen Beiträge beschneiden.