Fernsehen am 30.12.2011

Falls heute Abend die Frage aufkommen sollte, was man im Fernsehen schauen kann, muss ich direkt auf den Wochentag verweisen. Freitag ist ja seit Ende des Sat.1 FilmFilms (der gute, der von früher!) keine Freude mehr für Fernsehasten…

Trotz allem könnte man folgendes ausprobieren:

20:15 »Die Kinder der Seidenstraße« auf Einsfestival
(für non-DVB-T’ler auch über Zattoo zu erreichen)

Ich habe keine Ahnung, wie sehr dieser Film taugt, aber Jonathan Rhys Meyers war in »Match Point« eine Freude und ist, wie mir zugetragen wird, bei Mann und Frau auf Grund seines Äußeren begehrt (wie so häufig gibt es also auch hier die Option »Ton aus«, oder wie Armin sagen würde »Aber die Bilder, DIE BILDER!«).

20:15 »Rendezvous mit Joe Black« auf ZDF neo

Man exponentiere den Rhys Meyers-Faktor und hat einen Film mit dem noch jungen Brad Pitt. Den sollte ja jeder schon kennen, oder? Also den Film, meine ich…Ansonsten wird’s Zeit, damit man den noch gesehen hat, bevor er 14 Jahre alt wird!

21:30 »Pappa Ante Portas« auf 3sat

Jaja, über die Toten nur Gutes usw.
Abgesehen davon, dass ich glaube, dass jeder, der nach diesem Motto lebt seine Augen vor der Wirklichkeit verschließt, habe ich ja ein paar Probleme mit Loriots »Zeitlosigkeit«. Die gibt’s in meinen Augen nämlich nicht, aber da viele mit Begeisterung einschalten, sei der Film hier noch erwähnt. Man kann zumindest die Lohse-Klassiker noch einmal etwas aufwärmen…

Zur Not schaue man in die Mediathek:

»Im Winter ein Jahr« kommt mir dunkel vertraut vor und scheint jetzt nicht das Schlimmste zu sein, das beim Wegdösen über den Bildschirm flimmern kann. Und »Nils Holgerssons wunderbare Reise« soll eine gelungene Neuverfilmung erfahren haben. Den dazugehörigen Teil 2 gibt’s dann auch online…

Ganz verzweifelte nehmen 0,99€ in die Hand und ziehen sich bei iTunes »Wie im Himmel«, »Das fünfte Element«, »Samba in Mettmann« oder »Oliver Twist« (und berichten bitte v.a. über den letztgenannten, ob er eine Empfehlung ist).

Huhn

Wie jeden Tag stehen mein Typ und ich vor der Wahl des Tages: Mittagessen.
Es gibt da verschiedenste Möglichkeiten, die eine Entscheidung wirklich nicht leicht machen und immer wieder zu kleineren Streitigkeiten, in unserer sonst eher formschönen Beziehung, führen.
In einer Stadt wie Berlin kann man unter mannigfaltigen Anzählen von Fressbuden wählen, der Vietnamese an der Ecke ( da sind wir wirklich oft ), der Inder eine Straße weiter ( nicht so oft, weil da muss man ja so weit laufen ) und natürlich hätte man rein theoretisch auch die Möglichkeit, sich etwas zu kochen. Dazu kommt es jedoch selten.
Heute ist so ein Tag an dem ich nun beschließe, eine Ausnahme zu machen und schmeisse mein kleines Hausfrauengehirn an.
„Letztes Jahr habe ich doch mal ein Hühnchen gemacht, wie war das?“  Staub bröckelt hörbar.
Ich beschließe, auf dem Weg zum Supermarkt weiter darüber nachzudenken.
Sehr eilig ziehe ich mich an. Die Klamotten hatte ich schon an, nur die Schuhe müssen noch gesucht werden. Habe die erwischt, die meine Mama beim letzten Besuch wegwerfen wollte. Ich fühle mich ein wenig rebellisch.
Auf geht´s zum Supermarkt.
Dort angekommen bin ich dem Rezept kein Stück näher gekommen. Ich beschließe es drauf ankommen zu lassen, und improvisiere.
Diese Fähigkeit habe ich bereits in meiner frühesten Jugend entwickelt und bin immer wieder überrascht wie gut sie, über all die Jahre des Wohlstandes, erhalten wurde.
Ich werfe also allerhand Dinge in den Korb, von denen ich denke, sie könnten sich als Beilage für Huhn eignen. Möhre, Apfel, Pflaumen, Kartoffeln. Bei den Kartoffel muss ich kämpfen, ein Opa griff genau über meinem Kopf ins Regal. Er hatte ein Polyesterhemd an.
Nachdem ich nun alles mit einem großen Schein bezahlt habe, ( Ich zahle nicht gern mit großen Scheinen, da wirkt man schnell neureich. Es kommt allerdings nicht oft vor. Zum Glück ) trete ich hinaus und begebe mich auf den Rückweg, vorbei an kleinen Straßencafe´s und rauchenden Neureichen. Ich hoffe keiner sieht mir auf die Schuhe.
Zuhause werfe ich alle Zutaten auf den Küchentisch. Ich wasche das Huhn und muss dabei an eine der Sendungen denken, die kurz vor der Prime Time laufen. Bakterien im Schwamm und auf meinem Holzbrett. Ich beschließe, beides nach dem Kochen mal mit heißem Wasser zu übergießen.
Beim Schneiden muss ich an diese Dauerwerbesendungen denken, in denen sie Blechdosen mit dem Messer durchschneiden. Ob ich das mal probieren soll? Bei sechzig Euro für ein Messer müssten die das eigentlich durchhalten. Entscheide mich aus pazifistischen Gründen dagegen.
So, alles fertig alles in den Ofen, Ofen an und rausgehen. Nach fünfundvierzig Minuten komme ich wieder. Das Huhn ist fertig. Ich serviere das ganze in einem tiefen Teller und beobachte den Hund beim sabbern.
Ich hatte gehofft an diesem Tag am Esstisch zu essen, die Hoffnung zerschellt jedoch beim Betreten des Wohnzimmers. Der Typ hat sich bereits am Fernsehtisch niedergelassen und die Kiste angeworfen. Mittag bei Uns. Ich verspeise hochachtungsvoll mein Hühnerbein und versichere mich in regelmäßigen Abstände, ob es ihm denn nun schmeckt. Er sagt ja, ich denke er lügt nicht. Nächstes mal gehen wir wohl wieder zum Vietnamesen.

Landet Brunsås

Landet brunsas vinjett

So, Fernsehtip! Nur ohne Fernseher, weil im Internet, dafür für alle, also nur alle, die auch Schwedisch verstehen. Dazu aber mit Untertiteln und so, weil: Das macht’s leichter. Und für alle anderen: Die Sendung ist auch wahnsinnig toll fotografiert, finde ich, wenn man so sagt…

Also, bei SVT Play ist vor nicht allzu langer Zeit die zweite Staffel von »Landet Brunsås« angelaufen und beschäftigt sich mit den Essgewohnheiten der Schweden, mal wieder, nur anders, irgendwie, in jedem Fall neu, lustig und unterhaltsam.

landet brunsås
Schyffert, Lundgren, Haag

Wem mache ich eigentlich was vor? Jochi, du kannst hier mal reinschauen: http://svtplay.se/v/2530521/landet_brunsas/

Philipp, bookmarken für das nächste Semester!

Der Freitag Abend vor´m Fernseher

Heute entschied ich mich, nach einem ausgedehnten Mutter- Tochter Tag in 7 Zentimeter Absätzen, dann doch für den Abend vor dem Fernseher daheim.

Zu Beginn mäanderte ich noch voller Hoffnung durchs Programm und fand mich bald in einer „Sechzigerjahre“ Dokumentation über das alltägliche Leben der Bevölkerung und deren witzige Schattenseiten wieder.

So wurden in den „Sechzigerjahren“ Großraumbüros mit Ecken ausgestattet, welche einen kleinen runden Spiegel und eine Ablage unterhalb des kleinen runden Spiegels beinhalteten. Diese sollten den jungen Damen im Büro die Möglichkeit geben, sich bei renovierungsbedürftiger Gesichtsbemalung kurz zurückzuziehen. Dies geschah wohl mit der Absicht, das Antlitz danach in neuem Glanze zu präsentieren. Das sie eine Auffrischung nötig hatte, erkannte die Frau an den abschätzigen Blicken der Männer.Ein Mann in der Dokumentation betonte noch, dass die Frauen vorwiegend aus ästhetischen Gründen geduldet wurden.

Nach zwanzig Minuten war dann aber auch diese Sendung vorbei und ich drückte mehrfach auf das kleine Plus bei „Pr“ und dann noch ein paar mal das Minus.

Ein großer Sender der hauptsächlich seichte Unterhaltung bot, lieferte mir ausreichend Schmalziges.
Ein kleiner Punk trat hinter dem gelben Stern an der Rückwand der Bühne hervor. Er hatte wohl schon einiges erlebt und so wurden zur Untermalung seiner prekären Lage einige Szenen eingeblendet, welche ihn in dreckigen Ecken irgendwelcher Parks zeigten.
Er erzählte von seinem Leben auf der Straße und von einem missglückten Selbstmordversuch. Seine großen braunen Augen wirkten wenig drogengeschädigt und auch die Haare sahen merkwürdig gut gefärbt aus. Er erwähnte seine „Mama“ und dass er sie über alles lieben würde. So weit, so gut.

Das Publikum zeigte sich skeptisch und betrachtete den vermeintlich Arbeitslosen aus zusammengekniffenen Augenschlitzen. Da wurde das gesamte Spektrum des deutschen Proletenadels eingeblendet. Von Badelatschenmannie über Friseurgabi bis zur kleinen Pressilla-Schantall.

Nachdem  nun eines der Jurymitglieder eins, zwei überflüssig abschätzige Fragen gestellt hatte, die ohne Widerspruch beantwortet wurden, durfte der kleine Punk aus der Schweiz loslegen. Ein Stück am Klavier, selbst komponiert.
Das Stück war kaum beendet, da standen schon die ersten wild klatschenden deutschen Bürger in ihren Rängen.

Standing ovations sollten eigentlich nicht so inflationär eingesetzt werden, wie diese Sendung es vermittelt, dachte ich mir und drückte drei mal auf Plus.

Ein Sondereinsatzkommando stürmt ein Einfamilienhaus, Werbung, schlechte Komiker stehen auf Bühnen und berichten vom letzen Arztbesuch.

Das war auch der Zeitpunkt an dem ich mir dachte: „Du solltest mal wieder was kreatives machen!“.

ESC 2011: Der Tag danach…

Irgendwie war das in diesem Jahr alles nicht so toll. Die Beiträge nicht so verrückt, die Kleider ohne Flügel, kaum Pyrotechnikeinsatz, keine Megaphone und nur eine Triangel.

Dafür war die Leinwand fantastisch und das Programm zwischen den Gesangseinlagen. Und wir hatten einen Käseigel, Pizza, Chips, Flips, Knusperflocken, Gummibären und auch ansonsten keine Not. Selbst für Zigartten- und Toilettenpausen war reichlich Platz.

Nur mit dem Spaß war es nicht so weit her, wie in den Vorjahren. Kaum etwas flog über twitter, das mir Tränen in die Augen trieb und auch Peter Urban konnte nur zwei-drei »oh-hoh-ho, der Urban wieder« ernten…

Naja, bleibt zu hoffen, dass Aserbaidschan im nächsten wieder für den Gipfel des schlechten Geschmacks sorgt. Ich versuche jetzt, herauszufinden, was mit im Rest Europas so über Raab, Engelke und Rakers zu berichten weiß.

Grand Prix 2011

Auch in diesem Jahr soll es an dieser Stelle wieder etwas Berichterstattung zum Grand Prix geben. Nun aber mit einem Novum: Wir werden live berichten!

Dank softwareseitiger Lösungen wie CoverItLive wird es hier am 14.05.2011 ab ca. 18 Uhr mit einer kleinen Einstimmung losgehen und danach wird live über die aktuellen Ereignisse auf der Mattscheibe berichtet. Dazu lassen wir ein paar Weisheiten und Erkenntnisse von twitter mit einfließen und schauen mal, was uns sonst noch so einfällt.

Und wer auf das Warten fast noch mehr abfährt, als auf den tatsächlichen Bericht, der kann sich von dieser Seite in Atem halten lassen: http://differentialdiagnose.coverpage.coveritlive.com

2010 Wipe

Die Küche ist immer noch das Zentrum jeder Party. Das ist gut, denn das gibt einem das Gefühl noch immer jung zu sein. Aber wie dem auch sei: Gestern Abend standen wir in kleinerer Runde bei Freunden in der Küche und versuchten, die schmerzhaft lang werdende Zeit vor Mitternacht damit rumzukriegen, Positives, Negatives oder überhaupt nur Besonderes aus dem zurückliegenden Jahr zusammenzufassen und die anderen mit Anekdoten zu unterhalten. Keine Angst, das werde ich an dieser Stelle nicht machen. Ehrlich gesagt fiel es mir auch gestern schwer, da mehr als eine Handvoll Dinge zusammenzubekommen, aber vielleicht sollte ich das Jahr mal für mich im Stillen Revue passieren lassen. Wer weiß wozu das gut ist.

Um aber mal zum Eigentlichen zu kommen: Charlie Brooker, von dem ich schon früher mal hier geschwärmt habe, hat eine wunderbare Sendung namens »2010 Wipe« zusammengestellt, die noch einmal zeigt, was für alberne Sachen man sich das Jahr über im Fernsehen angetan hat. Von hysterischer Medienberichterstattung über verrückte Tanzshowformate bis hin zu Tiger Woods öffentlicher Entschuldigung in der Causa Polyamurosität sind da einige Schmankerl dabei.

Und weil es manchmal schwer fällt, mehrteilige Sendungen bei Youtube zusammenzusuchen, habe ich die einzelnen Videos hier mal aufgelistet. »Für Sie als Service«, würde es jetzt bei Übertragungen von Fußballspielen heißen.

ESC Protokoll

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Damit ich auch ein »Lena«-Kunstwort einführen kann, kommt dieses Protokoll des 55. Eurovision Song Contest in Oslo, Norwegen vom 29.05.2010 erst jetzt – lenachronostisch – sprich: viel zu spät, aber mit Lena-Content.

Vorbericht

Der Vorbericht bestätigte einmal mehr, was deutsche Fernsehschaffende nicht können: Countdown-Shows. Dem entsprechend schrecklich war es, so dass wir anfänglich nur 3 min. durchgehalten hatten. Der Vorbericht wurde also schneller peinlich als das parallel laufende Fussballspiel langweilig (das haben wir zuvor stolze 5 min. sehen können, bevor wir hofften, der Vorbericht vom Song Contest würde bald beginnen).

Armin meinte bei einem späteren Versuch zwischen ereignisarmem Fussballspiel und fremdschambehafteten Vorbericht die richtige Balance zu finden, dass man es notieren müsse, wenn man beim Auftritt von Nena und Xavier Naidoo wegschaltet, ich halte das ja für eine Selbstverständlichkeit, eine Bürgerpflicht.

Neben der Erkenntnis, dass Alexander Rybak zauberhaft im Sinne von Harry Potter aussieht, konnten wir uns noch darauf verständigen, dass wir Sabine Heinrich ganz furchtbar finden. Aber man muss ihr zugute halten, dass sie durch ihre furchtbaren Moderationen etwas, zumindest für uns, sehr Einendes hatte.

Irgendwie war dann aber auch diese furchtbar lang werdenden Wartezeit vorbei, inzwischen Gert dazu gestossen und die Landesbeiträge konnten beginnen.

Landesbeiträge

01 NewImage.jpg Aserbaidschan

Safura – Drip Drop (Tropf, Tropf)

Es begann mit einem Feuerwerk, einer Show-Treppe und einem ultrakurzen LED-Kleid. Gepaart mit Ausdruckstänzern und einer großzügig eingesetzten Windmaschine bestätigte dieser erste Beitrag gleich mal alle Befürchtungen, die sich durch die vorangegangen Jahren manifestiert hatten.

G: »Sarah Connor, die Bordsteinschwalbe aus Delmenhorst.«

Aus der Abteilung unqualifizierte Einschätzung des Subtextes (AuES): Sie singt über ihre Periode.

02 NewImage.jpg Spanien

Daniel Diges – Algo pequeñito (Something Tiny/Etwas Winziges)

Atze Schröders Beitrag zum Grand Prix, die Haare schamhafter als je zuvor und »creepy Hintergrundtänzer«. Jemand aus dem Publikum stürmt während des Auftritts die Bühne und wird kurz darauf abgeführt. Eigentlich war dieser Fan eine Bereicherung des Bühnenauftritts. Kurz darauf machte ich mir ernsthafte Sorgen um die Osloer Security, denn da stand auf einmal eine Mischung aus Dieter Bohlen und Andre Borg im Hintergrund, der schien verwirrenderweise aber diesmal dazuzugehören.

Ein trauriger Beitrag, dem wir einhellig keine Chance einräumen konnten.

AuES: Hier kann man kaum von Subtext reden, wenig verschleiert singt er ganz offensichtlich von seinem Genital.

03 NewImage.jpg Norwegen

Didrik Solli-Tangen – My Heart Is Yours (Mein Herz gehört dir)

Enia trifft Vangelis, beide haben eine heiße Nacht und vergessen die Verhütung, was dabei rauskommt wirkt sehr geklaut und klingt verboten. Man erwartet jeden Moment eine Musical-Gruppe in Löwenkostümen auf der Bühne, das wäre immerhin etwas. Doch es bleibt beim Boygroup-Wischi-Waschi.

04 NewImage.jpg Moldawien

Sunstroke Project & Olia Tira – Run Away (Verschwinde)

Ein LED-Geiger auf einem Drehteller, endlich wieder Eurodance aus den tiefsten 90er Jahren, dafür musste man Moldawien einfach lieben.

Gert sah »König Boris am Mikro«, Starlight Express-Anleihen waren zu sehen und zwischendrin glaubte man auch, dass Ross Anthony in die Kamera lächelt.

Musikalisch gesehen liegen die Moldawier noch zwei Währungsunionen zurück, umso erschreckender also, dass sie bisher mein Favorit sind.

05 NewImage.jpg Zypern

Jon Lilygreen & The Islanders – Life looks better in spring (Das Leben sieht im Frühling besser aus)

Hier fehlt es mir komplett an Notizen und ich war bei Beitrag Nummer fünf unter Garantie noch hochmotiviert, muss also für den Song sprechen, dass nichts weiter zu sagen ist.

06 NewImage.jpg Bosnien & Herzegowina

Vukašin Brajić – Thunder and Lightning (Blitz und Donner)

G: »Mehr Blech ging nicht an die Ohren.« – Thunder and Lightning-Ableiter?

A: »Sieht aus wie der eine Typ von Alarm für Cobra 11.«

Johannes, der es erst kurz nach Lenas Beitrag in unsere Runde schaffte, würde es »Rock ohne Eier« nennen.

07 NewImage.jpg Belgien

Tom Dice – Me and My Guitar (Ich und meine Gitarre)

Aus der Kategorie »name the obvious«: Ein spartanischer Bühnenauftritt, aber eine nette Gestalt mit einem vernünftigen Beitrag, trotzdem warteten wir gespannt auf den Moment, wo es peinlich wird und wir wurden nicht enttäuscht.

08 NewImage.jpg Serbien

Milan Stanković – Ovo je Balkan (Das ist der Balkan)

Androgynität hin oder her, das war ganz großes Fremdschämen. Während die Meinungen zwischen Gert und Armin stark auseinander gingen (zwischen okay und geht gar nicht) hatte ich das dringende Bedürfnis die Gäste mit den Worten »Das ist der Balkon« auf die Terasse zu führen, nur leider gibt es einen solchen in meiner Wohnung nicht.

G: » Das Outfit macht das Lied kaputt.«

09 NewImage.jpg Weißrussland

3+2 – Butterflies (Schmetterlinge)

3 + 2 = 5, ist das ein optimistisch gestecktes Ziel oder eine klare Ansage? Die anscheinend mafiösen Verstrickungen im weißrussischen Vorentscheid lassen beides im Bereich des Möglichen erscheinen.

Für diesen Moment hatten wir uns Mischbrotstullen bereit gelegt, denn jetzt gab es frischen, selbst ausgelassenen Schmalz.

Der größte Spaß an dieser insgesamt ganz üblen Nummer war das Warten auf die Trickkleider mit ihren ausfahrbaren Flügeln.

10 NewImage.jpg Irland

Niamh Kavanagh – It’s for you (Für dich)

Dicke Frauen und der Grand Prix haben ja eine lange Tradition.

»So lange die dicke Frau noch singt ist der Eurovision Song Contest noch nicht zu Ende.«

11 NewImage.jpg Griechenland

Giorgos Alkaios & Friends – OPA (Hossa)

A: »Die müssten eigentlich »Streets of London« singen!«

Der griechische Ableger des KuKluxKlans durfte im Hintergrund zappeln, dazu konnte sich Martin Demicheles für die WM warm tanzen und ein aufgedunsener Tarkan musste singen.

Hätten sie mal lieber wirklich eine traurige Geschichte von ihrem Großvater gesungen und damit voll auf die Mitleidskarte gesetzt, so aber sehe ich keine Chance für sie.

12 NewImage.jpg UK

Josh Dubovie – That Sounds Good to Me (Das hört sich gut an)

Ein charismabefreiter, englischer Alexander Klaws, das hat noch gefehlt. Packen wir also etwas Eurodance dazu und lassen die Rasselbande über eine aussortierte Daft Punk-Kulisse hüpfen, das müsste reichen, oder?

Selten wurde die Diskrepanz zwischen Liedtitel und dem ganzen Rest so deutlich wie in dieser Nummer, ganz grauengraft, unterirdisch und hoffentlich am Ende der Telefonstimmenauswertung sehr weit hinten anzutreffen.

13 NewImage.jpg Georgien

Sopho Nischaradse – Shine (Leuchte)

G: »Aus der Reha auf die Bühne.«

Der Song ist doch auch schon mal dagewesen möchte man meinen und siehe da, eigentlich war er für Celine Dion geschrieben, die fand den wohl aber zu schrecklich…mhh…

Doppelt fallische Hosenaufnäher bei den Tanzherren, ein Stromgitarrenbreak und eine Hebefigur am Ende, wir sind komplett.

14 NewImage.jpg Türkei

maNga – We could be the same (Wir könnten gleich sein)

»the SAME!« – »Bring me a shrubbery!«

Die türkischen Linkin Park mit einem soliden Auftritt, also wenn man Linkin Park mag. Aber auch sonst kann man den Türken zumindest zugute halten, dass sie etwas anderes als eine klassische Grand Prix-Nummer ins Rennen geschickt haben.

15 NewImage.jpg Albanien

Juliana Pasha – It`s All About You (Es dreht sich alles um dich)

Ganz twitter ist sich einig, hier singt Madonna! Und schon wieder sind Geigen mit im Spiel, sie sollte gute Chancen haben.

16 NewImage.jpg Island

Hera Björk – Je ne sais quoi (Das gewisse Etwas) [eine bedenkliche Übersetzung]

Jawoll! Das ist catchy, das klingt nach Großraumdisko, da sind wir dabei… und jetzt alle »cryin‘ at the discotheque…«, oder so ähnlich.

Ich sehe ein großes Scooter-Comeback feat. Hera Björk auf uns zukommen und ich habe den Witz mit der dicken Frau zu früh verbraten…

17 NewImage.jpg Ukraine

Aljoscha – Sweet People (Liebe Leute)

Endlich einmal sehr viel Haut und dazu eine Windmaschine, ich bin glücklich.

Und das Konzept »sex sells« funktioniert immernoch, gut zu wissen. Allerdings waren wir alle so damit beschäftigt, zu prüfen, ob sie womöglich wirklich nackt ist, dass wir kaum auf die Musik achten konnten.

18 NewImage.jpg Frankreich

Jessy Matador – Allez Ola Olé (Vorwärts! Ola Olé)

Schleimisex Fussballstadienmist ist das. Man merkt, dass der Sänger eigentlich Tänzer ist und das nicht, weil der so toll tanzt! Man bedenke, was man nicht alles in der französischen Sprache auszudrücken vermag und welche Arbeit die französischen Sprachpuristen dafür auf sich nehmen und dann kommt hier ein Lied mit gerade mal drei verschiedenen Wörtern daher…

19 NewImage.jpg Rumänien

Paula Seling & Ovi – Playing with Fire (Spiel mit dem Feuer)

Der Klassiker der Duette, ein Mann, eine Frau und irgendwie scheint da was zwischen ihnen zu stehen. In diesem Fall das Lernklavier mit seinen leuchtenden Tasten. Sie sieht aus wie Shania Twain und der Texter des ganzen hat beim Verfassen munter in das bunte Reimlexikon geleuchtet, ein Armutszeugnis, das auch die Damenbekleidung aus dem Orion Shop nicht mehr retten konnte.

20 NewImage.jpg Russland

Peter Nalitsch & Friends (MKPN) – Lost and Forgotten (Verloren und vergessen)

G: »Christian Ulmen!«

Nomen est omen, verloren und vergessen, der gute Mann, der aus diesem Internet berühmt ist, in dem er seine Musik für umsonst weggibt. Was nix kostet kann auch nix sein…

21 NewImage.jpg Armenien

Eva Rivas – Apricot Stone (Aprikosenkern)

Ich glaube, mich an Brüste zu erinnern.

Aus der Abteilung Pornotitel on the go: G: »Duduk, die armensiche Flöte«

22 NewImage.jpg Deutschland

Lena – Satellite (Satellit)

Ein sehr aufgeregtes, junges Mädchen, aber dadurch umso symptathischer. Mir persönlich haben die kleinen Umstellungen am Song ja nicht so zugesagt, aber der Rest der Runde scheint angetan zu sein. Es ist in jedem Fall kein klassischer Grand Prix-Beitrag und das kann man eigentlich nur begrüßen.

23 NewImage.jpg Portugal

Filipa Azevedo – Há dias assim (Es gibt solche Tage)

In der Tat gibt es solche Tage, an denen man total unbeeindruckend auftritt. Die ganze Nummer ging einem irgendwie am verlängerten Rücken vorbei.

24 NewImage.jpg Israel

Harel Skaat – Milim (Worte)

Eine schöne Sprache, wie sich alle einig waren, die halb französisch klingt und ganz gut zum französischen Chansonstil des Sängers passt.

25 NewImage.jpg Dänemark

Chanée & n’evergreen – In A Moment Like This (In einem Moment wie diesem)

Ein ganz ganz schlimmer Alltime-Evergreen-Klassiker und eine furchtbare Nummer, dazu dieser Name, unglaublich. Aber hey, am Ende küssen sie sich und bestimmt wird auch geheiratet…

Aussergewöhnlich: Wegen des Faneingriffs, der das einzig Interessante an der Nummer war darf der Spanier nochmal…

Brauchbare Beiträge kommen aus Moldawien, Belgien, Georgien, Türkei, Albanien, Island, Ukraine und Deutschland.

Mitleidsfavoriten sind auf Grund der wirtschaftlichen Lage Griechenland und Island.

Abstimmung

Für viele ging dann der eigentliche Highlight-Teil des Abends los: Die Abstimmung, endlich Statistiken, Punkte und Tabellen!

Deutschland setzt sich recht früh ab, da hätte man sich gewünscht, jemand würde die ganze Sache so koordinieren, wie man das am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga tut, damit die Abstimmung möglich lange spannend bleibt.

Am Ende ist Lena mit ihrem »Satellite« unangefochten vorn. Jubel und Trubel in Hannover.

Auswertung

Ein erschreckend guter Song Contest war das in diesem Jahr. Überraschend viele gute Beiträge, die das eigentliche Erlebnis beinahe zu stören drohten, denn ist man ehrlich, muss man einräumen, dass man gerade das Fremdschämen und die cheesigsten Nummern sehen will, die bringen den Spaß.

Man kann sich also mal wieder freuen über einen Sieg beim Eurovision Song Contest. Ein nettes Lied, eine sympathische Preisträgerin und insgesamt ein guter Abend, da kann fast ein wenig Stolz aufkommen. Aber fürs nächste Jahr wünsche ich mir eine komplett versemmelte, bis in die Haarspitzen peinliche Aufführung, so einen richtigen Grand Prix eben. Wir sind Gastgeber, die Chancen stehen also gut.

Für dich immer noch »Grand Prix«

Ich bedaure noch immer sehr, dass sie den wunderbaren »Grand Prix d’Eurovision de la Chanson« (am besten leicht angetüdert vorzutragen) so doof anglizismisiert haben und da jetzt der traurige »Eurovision Song Contest« draus geworden ist. Nichts desto trotz werden sich Armin und ich und evt. auch noch andere Menschen heute Abend wieder zusammenfinden, um dieses Spektakel am Fernseher zu verfolgen und in der ein oder anderen Form unseren Senf dazu abzugeben. Denn machen wir uns nichts vor, neumodischer Name hin oder her, das Ganze ist immer noch eine übertrieben bunte Bühnenshow, deren einziges Ziel es sein kann und sein muss, von der zumeist minderen Qualität der Sänger und ihrer Liedwerke abzulenken. Die Voraussetzungen sind also gegeben und in meiner kurzen Vorbereitungsphase bin ich auf vielversprechende Titel und Interpreten gestossen. Und auch wenn ich es eher mag, das Schlechteste anzunehmen, um dann von der winzigsten Kleinigkeit positiv überrascht sein zu können, für heute verspreche ich mir sehr viel…

Charlie Brooker’s Newswipe

Nie ist die Wohnung so sauber und aufgeräumt, wie wenn man eine wichtige Arbeit zu schreiben oder zu erledigen hat. Nie scheint es so viel Interessantes im Internet zu entdecken zu geben. Nie fällt einem das Schreiben von allem Anderen als dem eigentlich Wichtigen leichter als in dieser Zeit.

Und wenn man dann seine Zeit mit anderen Dingen vertut, warum dann nicht mit etwas, das spannend und wertvoll zugleich ist, etwas wie Charlie Brooker’s Newswipe, einem Programm, dass sich mit der Entwicklung der Berichterstattung in (im weitesten Sinne) Nachrichtensendungen befasst. Diese wird auf unterhaltsame Weise auseinander genommen und es wird einem vor Augen geführt, wie wenig Bild und Ton in der heutigen Fernsehlandschaft überhaupt noch mit einander zu haben und dass sie sich nur noch in den seltensten Fällen gegenseitig unterstützen. Häufig fragt man sich auch, worin denn nun genau der eigentliche Nachrichtenwert des Vermittelten besteht und ob man nicht doch einfach nur Meldungen sieht, was sicher in vielen Fällen ein sehr viel angebrachterer weil weiterer Begriff ist.
Im Idealfall schärft Newswipe also den Blick für weichgespülte Fernsehnachrichten, im schlechtesten Fall ist der bedingungslose Genuss selbst so etablierter Formate wie der Tagesschau im Anschluss hin…

Hier die Links zu den beiden ersten Episoden der ersten Staffel Newswipe:

Season 01 Episode 01 Parts 01–03

http://www.youtube.com/watch?v=dm4GiyyVKQQ
http://www.youtube.com/watch?v=cwmnwEwHH-M
http://www.youtube.com/watch?v=xd8IdK-T1Ew

Season 01 Episode 02 Parts 01–03

http://www.youtube.com/watch?v=_QN_hd9LeSs
http://www.youtube.com/watch?v=0gIH6Em-go0
http://www.youtube.com/watch?v=u4C1jxqDVYg