flattr et al.

flattr-logo.jpg

Seit einiger Zeit wird ja schon überlegt, wie man die Sache mit den Bezahlinhalten im Internet regeln könnte. Spenden sind interessant, aber mit vielen Gedanken und Aufwand verbunden. Gute und passende Werbung findet sich schwer und deren Ertrag steht zumindest bei kleineren Blog-Unternehmungen in keinem Verhältnis zum Aufwand, den man dafür betreiben muss. Mit googles AdSense gibt es da die Softcore-Variante mit eher weniger passender Werbung, aber der Hoffnung, dass doch mal jemand einfach aus Sympathiegründen klickt und somit dem Anbieter ein paar Cent zukommen, damit der seine Serverkosten decken kann. Und genau diese Mitleidsschiene hatte ich hier ja schon mal versucht anzusprechen und da das damals schon wenig gut geklappt hat probiere ich das einfach gleich nochmal (siehe rechte Spalte).

Unabhängig davon gibt es aber auch andere Möglichkeiten, seine Dankbarkeit für freie Inhalte zum Ausdruck zu bringen und dabei kommt man um das buzzword »flattr« gerade nicht mehr herum. Damit ich auch dabei mitreden kann und damit zumindest nach außen hin der Eindruck gewahrt bleibt, dass die Dinge hier für mehr als drei Personen interessant sein könnten, habe ich mich bei den neuesten Spielereien in Sachen Micropayment mal angeschlossen. Und damit hier alles auf der Höhe der Zeit ist, gibt es auch flattr-Buttons auf der Seite. Einen für allgemeine Unterstützung ebenfalls in der Spalte rechts angebracht und für jeden einzelnen Beitrag direkt unter dem Text.

Wen diese flattr-Sache ähnlich interessiert, der aber noch keinen Zugang zur Beta hat, der möge Bescheid geben, drei Einladungscodes liegen bei mir noch rum…

Und damit das hier nicht so einschläft wie Füße bei gekreuzten Beinen, werde ich mich gleich mal an den nächsten Teil des unglaublichen USA-Reiseberichts setzen.

SPOILER: Dieses Jahr wird es im Übrigen wieder einen hoffentlich umfassenden Bericht zum Grand Prix (wie wir noch immer sagen), also dem Eurovision Song Contest (in der Folge nur noch ESC genannt), geben. Mit dabei sind dann wieder die unschätzbar kostbaren Einschätzungen von Armin und evt. anderen Überraschungsgästen. Man darf ähnlich gespannt sein wie wir.

Wer es wie Armin mit der Unvoreingenommenheit halten mag, der schaue sich nur den »Hardchorus Song Contest« auf Pumas Youtube-Channel an. Und wer ein paar mehr Information haben mag, so wie das mir geht, der werfe einen Blick auf oslog.tv von Stefan Niggemeier und Lukas Heinser.

MarsEdit 3

Es gab eine Zeit, da haben wir Software-Empfehlungen ausgesprochen und Programme empfohlen, die wir mehr oder minder im täglichen Einsatz haben oder die uns einfach nur Freude bereiten. Diese Zeit ist leider schon viel zu lange her und das muss wieder geändert werden.

RocketMars.png

Beinahe jedes Wort, das ich auf Differentialdiagnose veröffentliche, schreibe ich mit Red Sweaters Desktop Blogging-Software für den Mac MarsEdit. Jetzt ist Version 3.0 erschienen und bringt ein paar neue Features mit sich, die das Veröffentlichen zusätzlich erleichtern.

Browser-basierte Oberflächen sind häufig langsam, für einfaches Schreiben viel zu überfrachtet und erfordern eine ständige Internetverbindung. Für die Erstellung von Inhalten im Netz ist das nicht immer das Angenehmste. Doch jedem, der einen Mac hat (und das werden bekanntermaßen immer mehr) kann geholfen werden.

MarsEdit ist kompatibel mit WordPress, Blogger, Tumblr, TypePad, Movable Type und vielen anderen der gängigsten Blog-Plattformen und stellt somit die ideale Lösung dar, wenn man orts-, zeit- und internetunabhängig an den Inhalten für das eigene Blog arbeiten will.

Mit Hilfe eines Templates und ein paar Platzhaltern kann man MarsEdit sogar dazu bringen eine Vorschau anzuzeigen, die genau so aussieht, wie das eigene Blog. Damit hat man die volle Kontrolle darüber, wie die eigenen Inhalte später online aussehen werden.

Dazu steht den Autoren mit der neuesten Version der Software die Auswahl zwischen einem Rich Text- und einem HTML-Editor zur Verfügung. 
Der neue Rich Text Editor sorgt dafür, dass man seine Blogeinträge schreiben kann, ohne dafür HTML beherrschen zu müssen. Leider gibt es (noch) keine Formatierungstoolbar, wie man sie aus anderen Texteditoren kennt. Um den Text also fett oder kursiv erscheinen zu lassen, oder einen Link einzufügen, muss man entweder die dazugehörigen Tastaturkürzel kennen, oder ein Dropdown-Menü bemühen, das durch zusätzliche Klicks leider etwas umständlich zu bedienen ist. Vielleicht ist dieser Umstand aber nur der Tatsache geschuldet, dass die 3.0er Version ein großer Release ist, und wird in einem folgenden Update behoben.
Der HTML-Editor hat währenddessen ein Syntax-Highlighting bekommen, so dass Markup-Stücke im Text schneller vom Fließtext zu unterscheiden sind und etwaige Fehler einfacher gefunden werden können.

Äusserst praktisch ist, dass man ab sofort auch WordPress-Seiten herunterladen und bearbeiten kann. Musste man sich bisher für Änderungen an statischen Seiten immer über die Weboberfläche einloggen, ist die Verwaltung von Seiten nun um vieles einfacher und angenehmer direkt in der Software gelöst.

Ebenfalls neu ist die Integration von iPhoto, Aperture, Lightroom und Flickr. Dadurch lassen sich die Mediatheken der einzelnen Programme bequem aus MarsEdit heraus nach passendem Bildmaterial durchsuchen. Zusätzlich können Bildgröße, -name und alternativer Texte angepasst werden und MarsEdit übernimmt das Skalieren der Bilder, so dass man sich um Proportionen keine Gedanken machen muss.
Durch die neue upload-on-publish-Funktion können Posts jetzt komplett offline erstellt und Texte, Bilder und andere Medien erst bei der Veröffentlichung gemeinsam hochgeladen werden.
Leider fehlen dem Media Manager bisher die iPhoto-Ereignisse, was besonders dann schade ist, wenn man sich das Bildmaterial für die Beitrage schon in Ereignissen zurechtgelegt hat.

Für alle, die ihre Blogposts unabhängig von einer Internetverbindung und sicher vor etwaigen Abstürzen oder Serverfehlern schreiben wollen ist MarsEdit meine Empfehlung.
Für mich persönlich ist dieses Upgrade schon jetzt ein lohnendes, und wird es umso mehr, wenn die Möglichkeiten des Rich Text Editors erweitert werden, was sicherlich ganz oben auf der Agenda des Entwicklers Daniel Jalkut steht.

MarsEdit 3.0 kostet $39.95, das Upgrade von Version 2 $14.95.

Nebenbei sei Jalkuts Blog empfohlen, auf dem er kürzlich u.a. ein paar lesendswerte Benimmregeln für twitter zusammengestellt hat, auch wenn man sich sicher nicht an alle halten kann und will.

Gottes Werk und Googles Beitrag

Am Mittwoch Abend war ich in der Böll-Stiftung, um mir ein Podiumsgespräch zum Thema Leistungsschutzrechte für Verlage unter obigem sehr plakativem Titel anzuhören.

Als einziger Vertreter der Verlagsseite saß dabei Christoph Keese, Chef der Öffentlichkeitsarbeit beim Axel Springer-Verlag, zwei (mit Moderator Matthias Spielkamp drei) ehemaligen bzw. noch aktiven Journalisten gegenüber und fand sich schnell in der Situation wieder, sich arg für jedes Wort rechtfertigen zu müssen. Da es ihm aber partout nicht gelingen wollte, zu erklären, was man sich unter Leistungsschutzrechten für Verlage vorzustellen habe und wie sich diese vom bereits bestehenden Urheberrecht der Autoren unterscheiden sollen, geschah ihm das vielleicht auch zurecht.

Den anderen Diskussionsteilnehmern, der freien Journalistin Eva-Maria Schnurr und dem Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Malte Spitz wollte, wie auch dem Großteil des Publikums, nicht so recht klar werden, was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht meinen und verfolgen.

Während das Urheberrecht die kreative Leistung des Autoren schützt, soll es beim Leistungsschutzrecht um die organisatorischen und finanziellen Vorleistungen der Verlage gehen. Was aber sind diese Leistungen der Verlage? Woran kann man sie festmachen?

Im Gespräch zwischen Chrsitoph Keese und dem fünften Podiumsteilnehmer, Medienrechtsanwalt Till Jaeger, wurde relativ schnell klar, dass man diese zumindest nicht am Layout (der wohl offensichtlichsten Leistung des Verlages) festmachen kann. Nun stellt sich sehr schnell die Frage, inwieweit man denn überhaupt im Internet nachvollziehen könne, woher der Text eigentlich stammt, wenn er (bspw. durch Copy+Paste) nur noch im ASCII-Format vorliegt. Da die Zweit- und Drittverwertungsrechte nach wie vor bei den Autoren liegen und diese somit ihre Texte auch über ihre privaten Blogs anbieten können sei dies nicht mehr nachvollziehbar.

Es gehe den Verlagen, so Keese, um die gewerbliche Nutzung „ihrer“ Texte, was sowohl Aggregatoren wie bspw. Google einschließt, aber auch jeden Arbeitnehmer, der sich die Texte auf der Arbeit ausdrucke, um sie für seinen Job zu nutzen. Dies solle in Zukunft nur noch auf Grundlage der Vergabe von Lizenzen möglich sein. Eine Idee, deren Umsetzbarkeit ohne Zuhilfenahme von Pauschalabgaben für jeden Betrieb ich hier stark in Frage stellen würde.

Was also dieses Leistungsschutzrecht sein soll, war auch nach dem Mittwochabend nicht klar, nur dass es sich um eine Art Lizensierungsmodell für Verlage handeln soll. Ob ein solches Modell tatsächlich gewünscht und praktikabel ist wird sich zeigen müssen. Für den Moment klingt es aber vielmehr nach einem verzweifelten Versuch der Alten Medien, sich ein Stück des Kuchens zurückzuholen, den die Neuen Medien ihnen durch die schnelleren Möglichkeiten des Web 2.0 abgenommen haben. In meinen Augen kann das nicht die Lösung für die Probleme der (Zeitungs-)Verlage sein, sie müssen andere und vor allem eigene Wege der Distribution und der Teilhabe an Anzeigenmärkten und Werbeerlösen finden.

google wave-invites [UPDATE]

Dank freundlicher Unterstützung der Nerd-Stammtisch-Mannschaft sind wir hier schon relativ früh in den Kreis der google wave Betatester aufgenommen worden. Jetzt kam kürzlich der zweite Schwung an Einladungen, die auch wir jetzt weitergeben können. Da aber alle, die sich dafür begeistern können und mir bekannt sind schon damit versorgt sind hier also das offizielle Angebot, diese Invites an einen größeren Kreis weiterzugeben. Bei Interesse bitte einfach die gewünschte gmail-Adresse per Mail an dd (at) gerndesign (dot) de senden und wir schauen dann mal, wen wir alles versorgt bekommen.

[UPDATE] Invites alle. Danke.

Stephen says…

stephen-fry-2.jpg

Stephen Fry sagte in einem seiner Podgrams:

When you run out of ideas for an article it’s very easy to cast your mind around for some nostalgic regret, some piece of cultural observation that you have made, that shows your acuity and your connection to the culture. And the cheapest and most obvious to the point of cliché of these is to regret the passing of the milkman’s cheery whistle. […] Those sorts of article are harmless enough I suppose. That’s trap one: Going off into the sentimental, the regretful, the nostalgic. Trap two is for anger to take the upper hand. And that’s the easiest one of all. Articles with anger in them write themselves. It doesn’t matter whether you’ve been kept waiting in the queue in the supermarket […] it doesn’t matter how banal and obvious it is, just a bit of fury will take you a long long way. And the article get’s itself written. And of course for journalism you could also put in stand-up comedy, which more or less is the 21st century’s equivalent to journalism and is as guilty of being obvious and banal and cheap and finding the shortest distance between two laughs as journalism is.

Irgendwie habe ich mich bei diesen Worten ertappt gefühlt. Nicht, weil ich glaube, ein talentierter Journalist zu sein oder weil ich mich komödiantisch für versiert halten würde, sondern vielmehr, weil ich ein wenig nostalgisch wurde, als ich gerade in der Küche stand. Nostalgisch von irgendwoher. Es kann nicht viel damit zu tun gehabt haben, dass ich mir ein Brot geschmiert habe, denn im Wesentlichen hatte ich daran gedacht, wie schnell die Zeit vergeht und da machen die zwei Minuten mit dem Messer in der Hand den Kohl auch nicht fett.

Es ist inzwischen zehn Jahre her, dass Armin und ich die erste größere Reise ohne unsere Eltern oder ähnliche Vertreter einer älteren Generation unternommen haben. Ehrlicherweise muss ich wohl hinzufügen, dass es für mich die erste Reise dieser Art war. Armin, so glaube ich mich zu erinnern, hatte schon ein wenig Balaton-Klischee ohne Erziehungsberechtigte abgreifen können. Zehn Jahre also ist her, dass Annika und ein Mädchen, das unbedingt Granini – ich glaube wegen der Bonbons, nicht wegen des Saftes – gennant werden wollte, eine Reihe vor uns im Bus nach Rimini saßen und Armin ihnen so wunderbar barsch „Ich hasse Kekse!“ ins Gesicht sagte, obwohl sie doch nur über ein paar Leibniz‘ ins Gespräch kommen wollten. Zehn Jahre seit wir Granita-Becher mit Namen von Freunden versehen haben und diese im Sand verbuddelten und dass uns eine Stimme vom Band des nächtens in unserem 13-Mann-Zimmer weismachen wollte, wir wären nicht der Mittelpunkt des Universums; ein seltsames Gefühl.

Paart man dieses Gefühl mit der oben beschriebenen Falle Nummer zwei, der Wut, die so oft die Beiträge hier bestimmt hat, dann steht man reichlich dumm da. Nabelschau betreibend kommt man schnell zu dem Schluß, dass man es sich wohl häufig sehr einfach gemacht. Dann aber bleibt die Frage, warum auch nicht!? Wir sind eben keine professionellen Schreiber und es muss auch hier nicht der Ort dafür sein. Und nur ein paar Minuten nachdem der gute Stephen Fry diese zwei einfachen Fallen präsentiert hat erklärt er, dass er eben genau in diese beiden tappen will – wissentlich – da sich etwas in ihm aufgestaut hat, das er nur so loswerden kann. Was folgt ist ein äußerst unterhaltsamer Verriss doppelmoralischer Nuancen im englischen und amerikanischen Fernsehen. Wo Geheimagenten nicht unangeschnallt im Auto fahren oder während der Fahrt telefonieren dürfen, da sie ja eine Vorbildfunktion für junge Serienliebhaber haben. Wo sie sich aber ungehemmt ins Gesicht schießen können und wo dieser Fakt von niemandem als eine Übertretung eben jener Funktion gesehen wird. Köstlich, wie sich Fry in Rage redet und wie er immer wieder „shooting people in the face“ wiederholt. Ein Anhörbefehl…

Heute Abend – LOTTO-Millionär

Wie fange ich das jetzt am besten an? – WWM & LOTTO –

WWM – Habe ich gestern Abend gesehen und um das Akronym ein wenig zu entzaubern muss ich jetzt vielleicht sagen, dass Günther Jauch diese Sendung wieder einmal hervorragend geleitet hat. Dort saß in den paar Minuten, die ich mir das angesehen habe eine junge Frau auf dem ihm gegenüber stehenden Hocker, die trotz eines sehr seltsamen Anfangs, bei der man sie für recht beschränkt hätte halten können mit letztlich 64.000 € aus dem Studio gegangen ist. Mit einem Teil des Geldes will sie das Bad ihrer Mutter renovieren. Das mag ja löblich erscheinen, aber Mädel, sollte man in dem Alter nicht andere Träume haben, als neue Fliesen und ein Tiefspülerklo in Muttis Scheißschaus einzubauen? Was mich jetzt aber gewundert hat war, dass sie bei 300 € schon extrem an dem Haaren herbeigezogene Erklärungen für falsche Antworten austüfteln wollte. Es ging darum, welches Tier in den Anden zu finden ist und die Antwortmöglichkeiten waren: Lupenhund, Monokelmarder, Brillenbär und Kontaktlinsenkatze. Natürlich setze ich nicht voraus, dass jeder Mensch weiß, dass es davon nur den Brillenbär geben kann, haarsträubend wird es aber erst, wenn jemand sein Unwissen mit der Hilfe von Schullatein aufzeigen kann. Die junge Dame war zunächst also der Meinung, es müsse sich um den Lupenhund handeln, denn Lupe = Lupus = Wolf und dann hätten wir ein Tier, den Wolfshund! Günther Jauch brachte sie dann sanft zur Räson und erklärte ihr, dass für 300 € eine solch komplexe Erklärung wohl einfach zu viel verlangt wäre. Er hätte aber auch sagen können: Es ist nie Lupus!

Wo bringt mich das jetzt hin? Und warum stelle ich hier rhetorische Fragen? Kürzlich laß ich auf spiegel.de von einem jungen Mann, der sich sein Studium mit Quizshows finanziert hat und dabei wohl ein ganz leidliches Auskommen hatte. Dieser will da nun erklären, wie man mit unnützem Wissen so richtig schön abkassieren kann. Vielleicht sollte man mal wieder ernsthafter überlegen, den lokalen Experten auf diese Gebiet, Johannes, ohne sein Wissen bei so manchen dieser Shows anzumelden. Meine Welt wäre das wohl nicht, ob nun mit Wissen oder dem Mangel selbigens, das große Abendprogramm im Fernsehen nehme ich ein andermal in Angriff, für mich bleibt vorerst, was den kleinen Mann träumen läßt.

LOTTO – Das ist ja so eine Institution bei der man sich von Zeit zu Zeit denkt: Jetzt spielst du einfach noch mal mit, der Jackpot ist ja auch so schön groß und dann guckst du mal, ob du mit deinen persönlichen Glückziffern nicht wenigsten das Geld für den Spielschein und eine krosse Ente nebst großem Getränk wieder einholst. Selbst das klappt ja in den selstensten Fällen. Für heute aber habe ich ein umwerfend gutes Gefühl. Auch wenn ich mich bisher eigentlich zu den Leuten zählen würde, die gern von sich behaupten: Ich habe ja noch nie etwas gewonnen./Ich gewinne bei sowas ja nie. Zweiteres mag ein wenig Auslegungssache sein, Ersteres ist meist einfach nur gelogen, denn in irgendeiner Tombola in der Grundschule, beim Topfschlagen zum Kindergeburtstag oder an einem Glücksrad auf dem Wochenmarkt hat bestimmt jeder schon mal etwas gewonnen oder für umsonst mitnehmen können und das spart einem ja zumindest etwas Geld. Und gespart ist gewonnen, nicht erst seit den jetzigen so schwierigen Zeiten.

Was jetzt aber meine gesteigerten Chancen angeht, den LOTTO-Jackpot an diesem Samstag, den 28. März 2009 zu knacken, da leite ich meine Siegesgewissheit aus einem überraschenden Moment nach dem Aufstehen ab. Eigentlich waren es sogar zwei. Ich beginne mal mit dem Zweiten, denn der ist weniger spannend.

In meinem elektronischen Posteingang befand sich heute morgen eine Gewinnmitteilung von einer Verlosung, die an eine universitäre Umfrage der TU, Fachbereich Mensch-Maschine-Systeme, angehängt war. Das waren 15 € in Gutscheinform, die ich entweder bei amazon.de (Zeit über affiliate Einnahmenmöglichkeiten nachzudenken) oder im iTunes Store (selbes Spiel hier) verbraten kann. Geschenktes Geld – klasse. Dabei gewinne ich bei sowas ja nie.

Eine weitere Gewinnbenachrichtigung/Überraschung war dann sowohl in meinem Posteingang als auch in meinem twitter/rss/facebook/flickr/sonstewas-Sammelprogramm EventBox aufgetaucht (das man sich im Zuge der MacHeist-Verscherbelungsaktion hier gerade kostenlos herunterladen kann) und informierte mich per twitter darüber, dass ich bei der Verlosung meines Lieblings-, in Ermangelung eines deutschen Wortes, note taking Programms, Evernote, eine Clarifi-Hülle von Griffin für mein iPhone gewonnen habe und doch bitte per direct message meinen Klarnamen und meine Adresse übermitteln solle. Das löste große Freude auf meiner Seite aus, hatte doch dieses ewige Teilnehmen an irgendwelchen Umfragen zusammen mit dem gelegentlichen Versuch, bei einem Gewinnspiel etwas abzuräumen endlich mal funktioniert und dann auch noch zwei mal am gleichen Tag! Doch dann kam relativ schnell die Einsicht, dass dem Ganzen ja jetzt nur noch eine Sache fehlt, nämlich mein iPhone.

Und final ist es genau das, was mich so sicher macht, dass ich heute wohl einen gewissen Geldbetrag im deutschen LOTTO gewinnen muss, denn schließlich brauche ich zu der Hülle ja das passende Telefon und für eben jenes eine Stange Geld, um es bei der Telekom auszulösen. Mehr dazu dann sicher im Laufe des Abends, wenn das ernüchternde Ergebnis meines erneuten Nichtgewinns feststeht.

Wer diesen vorletzten Teil hier einfach nur für eine schöne Geschichte hält, dem danke ich. Wer überprüfen möchte, ob ich auch nicht gelogen habe, der möge bitte dieses Verlosungsvideo anschauen und auf den Moment warten zu dem mein twitter-name konrad_ gezogen wird. Oder man begnüge sich mit meinem Bildschirmfotos davon.

evernote-clarifi-win2.jpg
evernote-clarifi-win1.jpg

Für alternative Möglichkeiten, neue Glückzahlen zu generieren kann man auch gern hier noch einmal nachlesen.

Wer per twitter nicht nur privaten Blödsinn verfolgen will, sondern über Differentialdiagnose-Update und neue Beiträge informiert werden mag (obwohl das ja das gleiche bloß in größerem Umfang wäre), der kann sich hier in die sehr kurze Reihe der Follower einreihen.

Endlich mal was Gutes im Spam

Mein Spam-Ordner hat mich ja seit langem schon einfach nur noch genervt. Die Klassiker kennt man inzwischen schon und somit ist da wenig Erhellendes dabei. Doch heute war wieder etwas zu lesen, auf das man erst einmal kommen muss. Endlich also wieder eine Spam-Nachricht, die einen aufatmen und etwas lächeln lassen kann.

In so politisch wie wirtschaftlich brisanten Zeiten wie den unsrigen und jetzigen, wo alle Augen auf die Bundeskanzlerin gerichtet sind und man sich von ihr mirakulöse Einfälle erwartet trifft folgende Aussage doch voll in Schwarze:

> Angela Merkel kann es auch nicht besser machen – unsere Tabletten helfen Ihnen am schnellsten gegen Krisis und Dipression.

Ganz nett ist in dem Zusammenhang auch der Versuch der Berliner Morgenpost, Monty Python wieder mal aufs Tableau zu bringen, die Erfinder des Spam, wenn man dem Artikel Glauben schenken darf. Das lohnt sich allemal schon deshalb, weil man dadurch wieder veranlasst wird, bei Youtube den lethal joke zu suchen.

Nicht schon wieder … Aphorismen

Ich weiß, dass ich eventuell langsam wie besessen davon wirke und sicher dem ein oder anderen damit auch gewaltig auf den Keks gehe, mitunter auch schon mir selbst, aber ich muss doch noch mal bei diesen Aphorismen einhaken. Mein Eindruck soweit ist ja, dass Aphorismenbücher das Ergebnis eines kreativen Geistes sind, der zwar gute Ideen produzieren kann, sie aber nicht bis zu einem besseren Ende verfolgt. So sammeln sich mit der Zeit unzählige Buchtitel an, doch ein Buch entsteht dabei nie. Eigentlich also genau das Richtige für mich und uns hier, wenn ich meine geschätzten Mitautoren mal wieder mit einschließen darf. Nur wie komme ich davon los, dass ich dieses eine Buch so bescheiden fand? Oder anders: Was steckt hinter meinem Eindruck? Hass, Neid, Mißgunst?
Moment! Wem das hier auch bekannt vorkommt, der hat sich schon mal auf die About-Seite verirrt und wird ausrufen können: „Heureka! Es passet alles ganz wunderbar!“

Und um dem Star- und Fan-Leser #1 noch eine Freude zu machen, kann ich neben dem Verweis auf meine twitter-Erkenntnisse noch Folgende hinzufügen:

Nach dem Stuhlgang ist man der popo-leer-kultur so nah wie sonst nie.

Man kann sich im Übrigen auch per twitter über neue Beitrage bei Dd informieren lassen. Siehe hier…

Hunde und Goetter

Waaah..Der helle Wahnsinn. Mobile Applikationen und das Internet funktionieren immer erschreckender gut zusammen. Will sagen: Nie mehr Ruhe nirgends, aber ich schwinge mich jetzt mal zum Dd-Pressesprecher auf und sage, dass wir das hier alles klasse finden. Und damit das hier nicht total sinnfrei wird bloß weil ich mich über den iPod Touch freue gebe ich noch eine gratis Beobachtung mit drein: Ist es nicht verrueckt, dass im Englischen der umgekehrte Gott einfach nur noch ein Hund ist?

Was meint die verehrte Leserschaft, sollen wir vierlleicht wirklich ein Aphorismenbuch herausgeben?

Gone with the time

So. Damit habe ich dann endlich auch mal eine unglaublich schlechte „Vom Winde verweht“-Anspielung verbraten und kann die dann auf meinen to-do-Zettel schreiben, um wieder etwas zum abhaken zu haben.

Es geht also darum mit der Zeit zu gehen, das ist eine zusehends schwerer werdende Geschichte und man merkt doch, dass man da eher wie die Generationen der Eltern und Großeltern wird. Ach, das stimmt vielleicht auch nicht. Aber wenn ich jetzt davon tönte, wie heiß und angesagt twitter ist, dann käme ich mir doch schon ein wenig komisch vor. Also sage ich mir, dass man, wenn man schon nicht mit der Zeit gehen kann, doch wenigsten der Zeit nachgehen kann. Und so habe ich dann mal eben einen twitter-account für Differentialdiagnose angelegt, wo wir immer mal wieder über Neuigkeiten oder einfach nur neue Beiträge informieren. Im Wesentlichen einfach nur, weil wir das können. Und ja, das kann hier gern als oestberlin-Seitenhieb verstanden werden. In Zeiten, in denen man sich fragt, ob man das hier tatsächlich nur für sich selbst macht oder wenigstens wie in der Schule für eine gewisse Anzahl Lehrer schreibt tut ein wenig beef und Ansporn sicher gut. Will sagen: Johannes, ich hab gesehen, dass oestberlin noch lebt, wir tun das hier auch, hoffe ich…