Differentialdiagnose

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und nichts als die Wahrheit

Gottes Werk und Googles Beitrag

Am Mittwoch Abend war ich in der Böll-Stiftung, um mir ein Podiumsgespräch zum Thema Leistungsschutzrechte für Verlage unter obigem sehr plakativem Titel anzuhören.

Als einziger Vertreter der Verlagsseite saß dabei Christoph Keese, Chef der Öffentlichkeitsarbeit beim Axel Springer-Verlag, zwei (mit Moderator Matthias Spielkamp drei) ehemaligen bzw. noch aktiven Journalisten gegenüber und fand sich schnell in der Situation wieder, sich arg für jedes Wort rechtfertigen zu müssen. Da es ihm aber partout nicht gelingen wollte, zu erklären, was man sich unter Leistungsschutzrechten für Verlage vorzustellen habe und wie sich diese vom bereits bestehenden Urheberrecht der Autoren unterscheiden sollen, geschah ihm das vielleicht auch zurecht.

Den anderen Diskussionsteilnehmern, der freien Journalistin Eva-Maria Schnurr und dem Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Malte Spitz wollte, wie auch dem Großteil des Publikums, nicht so recht klar werden, was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht meinen und verfolgen.

Während das Urheberrecht die kreative Leistung des Autoren schützt, soll es beim Leistungsschutzrecht um die organisatorischen und finanziellen Vorleistungen der Verlage gehen. Was aber sind diese Leistungen der Verlage? Woran kann man sie festmachen?

Im Gespräch zwischen Chrsitoph Keese und dem fünften Podiumsteilnehmer, Medienrechtsanwalt Till Jaeger, wurde relativ schnell klar, dass man diese zumindest nicht am Layout (der wohl offensichtlichsten Leistung des Verlages) festmachen kann. Nun stellt sich sehr schnell die Frage, inwieweit man denn überhaupt im Internet nachvollziehen könne, woher der Text eigentlich stammt, wenn er (bspw. durch Copy+Paste) nur noch im ASCII-Format vorliegt. Da die Zweit- und Drittverwertungsrechte nach wie vor bei den Autoren liegen und diese somit ihre Texte auch über ihre privaten Blogs anbieten können sei dies nicht mehr nachvollziehbar.

Es gehe den Verlagen, so Keese, um die gewerbliche Nutzung “ihrer” Texte, was sowohl Aggregatoren wie bspw. Google einschließt, aber auch jeden Arbeitnehmer, der sich die Texte auf der Arbeit ausdrucke, um sie für seinen Job zu nutzen. Dies solle in Zukunft nur noch auf Grundlage der Vergabe von Lizenzen möglich sein. Eine Idee, deren Umsetzbarkeit ohne Zuhilfenahme von Pauschalabgaben für jeden Betrieb ich hier stark in Frage stellen würde.

Was also dieses Leistungsschutzrecht sein soll, war auch nach dem Mittwochabend nicht klar, nur dass es sich um eine Art Lizensierungsmodell für Verlage handeln soll. Ob ein solches Modell tatsächlich gewünscht und praktikabel ist wird sich zeigen müssen. Für den Moment klingt es aber vielmehr nach einem verzweifelten Versuch der Alten Medien, sich ein Stück des Kuchens zurückzuholen, den die Neuen Medien ihnen durch die schnelleren Möglichkeiten des Web 2.0 abgenommen haben. In meinen Augen kann das nicht die Lösung für die Probleme der (Zeitungs-)Verlage sein, sie müssen andere und vor allem eigene Wege der Distribution und der Teilhabe an Anzeigenmärkten und Werbeerlösen finden.

Sneak: A Serious Man

serious.jpg

Jeder kennt das. Man wartet im Kino auf den Hauptfilm, muss sich dafür aber durch Unmengen an Trailern durchkämpfen. Und am Ende sagt man sich, dass man sich diese Filme wohl alle ansehen muss. Dafür werden Trailer gemacht. Nur gibt es auch immer wieder Phasen, in denen nichts so richtig Gutes in die Kinos kommen mag. Und genau dieses Gefühl hatte ich, als ich mich kürzlich durch die Werbung langweilte. Anders war da die Ankündigung von “A Serious Man”. Rhythmisch wurde ein Kopf gegen eine Tafel geschlagen und das allein schien schon so ein großartiger Einfall zu sein, dass man gar nicht mehr davon sehen wollte bevor man nicht den ganzen Film haben konnte. Aber Trailer sind unerbittlich und so kam es, dass die restlichen ca. 1:35 min. mich doch arg daran zweifeln ließen, den Film unbedingt sehen zu müssen.

Nun hat der Film bei Weitem meine Trailer-Erwartungen übertroffen, aber so richtig überzeugen konnte er mich trotzdem nicht. Vielleicht liegt das aber auch an mir, schließlich hat auch “Fargo” mich nicht so begeistert wie wohl viele andere.

Larry Gopnik ist Physik-Professor im Mittleren Westen Ende der 1960er Jahre, der scheinbar machtlos dabei zusieht, wie sein Leben in die Brüche geht. Seine Frau will ihn verlassen, sein vermutlich genialer aber doch gescheiterter Bruder lebt auf seiner Couch, seine Tochter denkt nur ans Haare waschen und sein Sohn an seine Lieblingsfernsehserie. Und als wenn das alles nicht genug wäre kommen auch noch Probleme mit den Nachbarn und an der Universität hinzu. Was nach viel Stoff und Potential klingt wird bei den Coen-Brüder zu einer kleinen, ereignisarmen Geschichte heruntergekocht. Aber sie ist gut erzählt, so dass man am Ende nur noch die Frage bleibt, was man nun daraus machen soll.

Lange Zeit wartet man als Zuschauer darauf, dass Larry ausbricht, sich zur Wehr setzt wie Lester Burnham in “American Beauty” oder einfach auch nur irgendetwas macht. Doch dann das…

http://www.imdb.com/title/tt1019452/

Wie war eigentlich die typische Ostschrippe?

In meiner Erinnerung klein, teigig und wetterabhängig – vor allem aber weich. Im Wesentlichen so, wie man sie bis vor ein paar Jahren noch in dem kleinen Bäcker in der Raumerstr. bekommen hat. Oder so, wie man sie noch bis dato in dem genauso kleinen Eckladen Varnhagenstr./Kuglerstr. bekommt.

Was mit der typischen Ostschrippe (zumindest der meiner Erinnerung) allerdings nie passiert wäre ist das Folgende:

schrippen.jpg

Vorher/Nachher-Drücktest

Das große Problem bei der oben abgebildeten Schrippe ist, dass sie aussen sehr hart und trocken war und im Inneren nur unwesentlich weicher. Mein Fehler war auch, sie nicht bei einem alteingesessenen Bäcker gekauft zu haben, sondern dafür im Schwäbischen Bäcker Prenzlauer Allee/Danziger Str. gewesen zu sein.

Man verstehe das bitte nicht als Geranze gegen Zugezogene. Zumal man mir ja auch gern meine Zugezogenheit vorhält, obwohl ich da ja der Meinung bin, dass über 20 Jahre an einem Ort diesen Status aufheben und wenn man dann auch noch mindestens einen System- und zwei Währungswechsel vor Ort erlebt hat sollte man fein raus sein. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ich sagen will: mea culpa! Man kauft ja auch kein Rindfleisch beim Inder oder Autos bei Opel… Insofern ist mir bewusst, dass ich die Ostschrippen in Zukunft wieder in einem ostigen Laden kaufen sollte, aber wie ist die denn tatsächlich? Hat jemand mal eine Studie zum Schrippen-Kult während des Studiums gelesen oder verfügt über anderweitig brauchbare Informationen? Heiße Tips für die beste Ostschrippe der Stadt nehme ich auch gern entgegen.

Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt (Verlosung)

Anfang des letzten Jahres habe ich eine Zeit lang an meinen Fähigkeiten im Umgang mit Adobe InDesign gearbeitet, versucht, einen Einblick in das Verlagswesen zu gewinnen und konnte letztlich einiges davon an einem von meinem Vater herausgegebenen Band erproben.

In den nächsten zwei Jahren sind neue Ausstellungen an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik geplant, die Robert Rehfeldts Kunst neu entdecken. Wer allerdings so lange nicht warten mag, der sei bereits jetzt auf die aktuellste Publikation zu Rehfeldt hingewiesen:

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Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt

Herausgegeben von Lutz Wohlrab

Mit Beiträgen von: Eugen Blume, Wolfgang Leber, Joachim John, Roger Servais, Matthias Wegehaupt, Dieter Goltzsche, Oskar Manigk, Joachim Pohl, Harald Metzkes, Edgar Binder, Lutz Wohlrab, Valeri Scherstjanoi, Lothar Böhme, Ursula Strozynski, Viola Sandberg, Karla Sachse, Bernd Kuhnert, Leonard Frank Duch, Ruth Wolf-Rehfeldt, Thea Herold, Gerd Börner, Dietrich Schneider, Birger Jesch, Claus Löser, Jürgen Schweinebraden, H.R. Fricker und Klaus Staeck.

96 Seiten mit 42 Farb- und 19 s/w-Abbildungen

Format: 24 x 17 cm

15,00 € (portofrei in Deutschland, in Europa 2,00 €)

VERLOSUNG:

Ich verlose eines meiner Belegexemplare, weise aber darüber hinaus auch auf die weiteren Publikationen des Verlags Lutz Wohlrab hin, die über die Verlags-Webseite zu beziehen sind.

Um an der Verlosung teilzunehmen reicht es, bis So., den 10.01.2010 um 10:01 Uhr einen Kommentar mit gültiger E-Mail-Adresse zu hinterlassen. Unter allen Kommentaren wird dann mit Hilfe eines noch zu bestimmenden Online-Zufallsgenerators das Buch verlost. Viel Glück!

Zusätzliche Informationen gibt es im gestern verlinkten Beitrag, auf einestages von SpOn und in der heute erschienen Berliner Zeitung.

20 years since…

…the Fall of the Wall – Mail Art was underground but what about today?

So heißt ein Mail Art-Projekt zu dem mein Vater vor einiger Zeit anlässlich des Mauerfall-Jubiläums aufgerufen hatte. Als Ergebnis gibt es seit einer Weile und noch bis zum 07. Februar 2010 eine kleine Ausstellung in der Aula meiner (und Armins) ehemaliger Grundschule zu sehen, die sich in die Ausstellung Poesie des Untergrunds im Prenzlauer Berg Museum eingliedert.

Wer sich fragt, was es da so in etwa zu sehen gibt und was es mit dieser Mail Art überhaupt auf sich hat, der sei auf diesen Artikel von mir bei einestages verwiesen oder schaue doch einfach mal im mittlerweile schon über zwei Jahre bestehenden Mail Artists’ Index vorbei.

Ein Video der Ausstellung gibt es bei YouTube zu sehen. Und den Dokumentationsfolder kann man sich hier herunterladen.

“The Office”

Oh du fröhliche Studienzeit! Du bist wie die meisten anderen Zeiten im Leben im Rückblick noch ein ganzes Stück schöner als im erlebten Augenblick. Und auch wenn sich mein Studium nicht gerade dadurch ausgezeichnet hat, dass ich the time of my life hatte, ist es doch schade, dass diese Zeit der ruhigen Kugeln auf ihr Ende zugeht.

Alles was mich im Moment noch von einem Master-Titel trennt ist eine einzige Arbeit. Im Vergleich zu den Arbeiten früherer Absolventen nur lächerliche 60 Seiten lang und zu einem Thema meiner Wahl, solange ein gewisser Skandinavienbezug zu erkennen ist. Das sollte eigentlich ein Leichtes sein, möchte man meinen. Aber irgendwie scheinen da mehr als zwei Kräfte in meiner Brust zu streiten. Auch wenn ich nicht alle benennen kann.

Ich habe eine gute Weile aufgeschoben und nichts getan, prokrastiniert wie man so schön, beinahe euphemistisch, sagt. Vielleicht war das ein Versuch, das leichte Leben eines Studenten noch einmal voll auszukosten und die Studienzeit auf diese Weise künstlich zu verlängern. Doch diese Phase ist mit der Anmeldung meiner Arbeit nun endgültig vorbei und die Tatsache, dass ich jetzt eine Deadline habe sollte eigentlich einen Motivationsschub für mich mit sich bringen. Eigentlich. Aber so richtig ist auch das ausgeblieben. Einzig das schlechte Gewissen ist an den Tagen, an denen ich mich dem völligen Nichts hingebe, größer geworden.

Es bleiben mir noch gute 136 (einhundersechsunddreißig) Tage lang Zeit bevor ich die Arbeit abgeben muss. 136 Tage, das ist ein unglaublich langer Zeitraum, vor allem dann, wenn man immer wieder merkt, dass man bei Pflichtaufgaben den Abgabedruck braucht. 136 Tage, 60 Seiten, das sind schlappe 0,44 Seiten/Tag – das kann nicht gut gehen. Eine andere Herangehensweise an die Sache muss her. Entweder ich schaffe es, mein Thema nicht mehr als Pflichtübung aufzufassen oder ich muss eine Art Arbeitsalltag herstellen.

Da die erste Möglichkeit die schwierigere zu sein scheint muss der Büroalltag her. Wie aber den erschaffen, wenn man kein Büro hat? Mit einer Arbeitskabine in der Bibliothek wäre eine Möglichkeit. Und genau so eine habe ich mir heute in der Zweigbibliothek Skandinavistik reserviert – und fertig ist mein Büro-Substitut. Zumindest für den Monat Dezember. Das ist doch besinnlich.

Jetzt sitze ich hier in meinem Brutkasten Nummer 5 (und lebe, ha!) und erfreue mich der schlechtesten Isolation von der Umwelt, die in einer dieser Kabinen möglich ist, denn in meinem rechten Augenwinkel spielt sich der ganze Bibliothekstrubel ab. Und dazu fühlt es sich ein wenig wie Zoo an. Ausblick zu haben, um die Gedanken schweifen lassen zu können oder einfach nur mal nicht auf den Monitor zu schauen ist sicher nicht schlecht, doch wäre mir ein Blick, der nicht so direkt erwidert werden kann irgendwie lieber gewesen. Aber vielleicht verbessert sich die Situation ja mit einer anderen Kabine im neuen Jahr, im Moment ist das hier ja eh erstmal ein Testlauf.

So, jetzt heißt es, an die Arbeit…

google wave-invites [UPDATE]

Dank freundlicher Unterstützung der Nerd-Stammtisch-Mannschaft sind wir hier schon relativ früh in den Kreis der google wave Betatester aufgenommen worden. Jetzt kam kürzlich der zweite Schwung an Einladungen, die auch wir jetzt weitergeben können. Da aber alle, die sich dafür begeistern können und mir bekannt sind schon damit versorgt sind hier also das offizielle Angebot, diese Invites an einen größeren Kreis weiterzugeben. Bei Interesse bitte einfach die gewünschte gmail-Adresse per Mail an dd (at) gerndesign (dot) de senden und wir schauen dann mal, wen wir alles versorgt bekommen.

[UPDATE] Invites alle. Danke.

Aufräumarbeiten

In den letzten Tagen habe ich bei mir zu Hause ein wenig die Pappkartons vom Kleiderschrank genommen und versucht, dem ganzen Gemöhle darin einen tieferen Sinn oder zumindest eine neue Ordnung zu geben. Und natürlich habe ich auch im großen Stile weggeworfen oder zumindest den ganzen Mist an andere Menschen verteilt, bei denen ich mir sicher sein kann, dass sie noch mehr Messi sind als ich und mein Hab und Gut somit in sicheren Händen ist (ich grüße meine Eltern und alle, die mich kennen…). Und so wie neue Besen gut kehren machen neue Aufbewahrungsboxen etwas her und ich hoffe, dass sich demnächst ein Ende der Umgestaltung und Aufräumarbeiten abzeichnet.

Jetzt kann man aber nicht nur real aufräumen, sondern auch virtuell ein wenig ausmisten und da lohnt ein Blick in den Entwürfe-Ordner. Da vieles von dem, was sich dort findet allerdings mehr in die Entstehungszeit passt als ins Hier und Heute bleibt einem bald nichts anderes übrig, als auch dort einmal feucht-digital durchzuwischen, wegzuwerfen oder zu sagen, wozu man nichts mehr sagen wird.

In diesem Sinne wird es hier nichts Weiterführendes zu lesen geben über:

1. Die Ausstellung (so man denn ein Exponat für sich genommen so nennen kann) von Anish Kapoor in der Deutschen Guggenheim Unter den Linden in Berlin

Die ist nämlich schon lange vorbei und war letztlich auch nicht so doll. Abgesehen davon wurde dort Bedeutungslosigkeit so dermaßen aufgebauscht und in kunstkritischem Flachgewichse besprochen, dass einem schon am Eingang schlecht werden wollte. Diese Rauminstallation aus Cortenstahl mit dem Namen “Memory” mag für sich genommen eindrucksvoll gewesen sein und eine wochenlange Umbauphase, in der man einiges an Wänden in Bewegung gesetzt hat, um diesen Koloß in die Hallen zu bekommen mag das unterstreichen. Man würde sich aber doch wünschen, dass man es dann einfach dabei belassen hätte. Statt dessen liefen dort etliche Studenten herum, immer bereit, einem Auskunft über Künstler und Werk zu geben und das Faltblatt zur Ausstellung bemühte sich, aus diesem riesigen Nichts ein Etwas zu machen.

2. Schrieb ich mir am 21. Januar diesen Jahres folgendes auf:

Während andernorts Hoffnung statt Angst gewählt wurde, habe ich hier Hass statt bedingungsloser Freude im Paket gehabt. Es ist zweifelsohne schön, wieder in Deutschland, in Berlin oder einfach nur zu Hause zu sein, aber es ist unglaublich, mit welchem Scheiß man sich hier so rumschlagen muss.

Und während das ja schon wieder nach einem klassisch-großspurigen Einstieg klingt wollte ich da wohl nur mal wieder dazu ansetzen, mich über die Menschen von DHL, Telefon- und Internetanbietern, sowie die Fritzen, die Warmwasserzähler tauschen oder Meinungsumfrageunternehmen aufregen. Die alltägliche Servicewüste Deutschland also, aber die ist ja immer wieder ein Quell der Inspiration, ein unerschöpflicher…

Und wie ich gerade heute erst wieder von Armin erfahren habe, wäre ich damit ja eher potentieller Gast in einem noch ungeborenen Podcast. Liz, Armin: Ich bitte darum, dass ihr beide dieses Projekt noch einmal aufleben lasst, ich würde euch sofort abonnieren und auch eine Plus-Mitgliedschaft zeichnen.

3. Meine Buchbesprechung zu Paul Carr’s “Bringing Nothing to the Party”

Da kann ich wirklich nicht mehr viel zu sagen. Seinerzeit hat mir das Buch Freude bereitet. Es ist aber sicher vor allem für diejenigen interessant, die sich für Internetstartups und Geschichten persönlichen Scheiterns interessieren. Mehr zu Letzterem vielleicht in Bälde an dieser Stelle.

Um diesen Beitrag hier dann aber doch positiv ausklingen zu lassen, empfehle ich für die dunkle Jahreszeit und alle, die eine etwas bessere Bastelausrüstung daheim haben die Vorlagenseite http://www.cubeecraft.com/. An einem langen Stockholmer Vorortsabend habe ich mich einst nur mit einer Nagelschere bewaffnet an einer Bender-Figur versucht, nur um zwei Schnitte vor Vollendung meines Projektes festzustellen, dass ich zumindest einen Cutter in der Schublade gefunden hätte. Nun ja, heute ist meine Ausrüstung besser (nur ein flaches Metalllineal fehlt mir noch zum Glück; Empfehlungen für Einkaufsmöglichkeiten gern an mich…) und der Winter hat sich ja eindrucksvoll zurückgemeldet. Also die Bastelmesser gezückt und wild geschnippelt, so vergeht die Zeit und man hat in Kürze eine ganze Armee an mehr oder minder schrecklichen Beschützern auf dem Schreibtisch versammelt.

PS.: Aus irgendeinem Grund hatte ich mir zusammen mit der Bastelseite etwas notiert was mich wohl an die wenigen peinlichen Momente in der Grundschule erinnern sollte, die im Umfeld des Sportunterrichts entstehen konnten.

Hat noch jemand außer mir mal seinen Turnbeutel vergessen, stand dann vor der Entscheidung, gar nicht am Unterricht teilzunehmen oder einfach in der Unterwäsche zu turnen und fragt sich noch heute warum einem ab und an Bilder von sich selbst in weißem Feinrippschlüppi und Unterhemd auf knarrendem Parkett durch den Kopf schwirren?

And now to something completely different…

Ich hatte irgendetwas unglaublich spannendes zu berichten, als ich mir neulich dachte, dieses Video würde sich thematisch ganz gut einpassen. Dann scheine ich aber vergessen zu haben, was der eigentlich originäre Part des Ganzen war und da auch kein loser Zettel bei mir mehr herumschwirrt müssen wir uns alle wohl damit abfinden, dass da wieder einmal eine ganz große Geschichte verloren gegangen ist. Mein großer amerikanischer Roman oder sowas in der Art.

Wie dem auch sei, um das hier mal wieder etwas anzustoßen, und weil Monty Python für sich genommen immer wieder genießbar ist:

Mit meinem persönlichen Hightlight: “The hundred yards for people with no sense of direction.”

“Nackt Luft Anhalten”

Wo ich schon mal dabei bin, auf Artikel zu verweisen, die ich irgendwie für lesenswert halte, kann ich ja noch “Nackt Luft Anhalten” aus dem Feuilleton der Berliner Zeitung vom 01./02. August 2009 nachschicken.

Auch kürzlich noch wurde ich komisch dafür angeschaut, dass ich weiß, dass sich Cheyenne des nächtens im DSF auszieht, wenn man ihr eine Automarke mit A oder eine Stadt nennen kann, die mit dem gleichen Buchstaben schließt, mit dem sie auch beginnt. (Eine tatsächlich schwierige Aufgabe, die gern in den Kommentaren weiterführend gelöst werden darf. DORTMUND ist schon weg!)

Doch dass sich auch die Berliner Zeitung diesem Fernsehangebot widmet lässt mich besser fühlen, zumal es mir neu war, dass es auf diesem Sender auch Frauen gibt, die wenig bekleidet den Kopf in ein Aquarium halten, um sich dem sportlichen Wettkampf des Luft-anhaltens hinzugeben. Das bleibt mir zwar ähnlich zugänglich wie einst die mit ihrem Auto im Matsch steckengebliebenen Damen in Highheels, aber solange sich jemand findet, dem das Freude bereitet bin ich dafür.

Es kann in diesem Zusammenhang ja auch kein Zustand sein, dass man auch am Ende des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert ein schlechtes Gewissen wegen seiner Vorlieben oder der wenig schockierenden Tatsache haben muss, dass man gelegentlich masturbiert. Man vergleiche hierzu Stephen Frys Rede anläßlich des iTunes Live Festivals in London, die sich zwar vornehmlich mit anderen Themen beschäftigt, aber auch für dieses Thema einen kurzen Part bereit hält und vor allem denke man an Woody Allens weise Worte: “Sag nichts gegen Masturbation. Das ist Sex mit jemandem, den ich liebe!”

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