Oekomuetter vom Prenzlauer Berg? Will da einer was drüber wissen?

So, nun mal kein Audiobeitrag sondern eine ernsthafte Frage in die „Runde“…

In Folge meiner neu erlangten Mutterschaft, ist es mir vergönnt, Einblicke in das Mysterium „Prenzlauerbergmütter und ihrer Handlungsgrundlagen“ zu erlangen. Inzwischen habe ich mich gut assimiliert und überlege nun, sowohl meine Erfahrungen „da draussen“, als auch mein eigenes Tun zu dokumentieren.

Es böte sich also die einmalige Gelegenheit für alle Aussenstehenden (mich vor zehn Wochen eingeschlossen), die oft schwer nachzuvollziehenden Aktionen umhervagabundierender „Jung“mütter dieses schönen Bezirkes nachzuvollziehen.

Wer also Interesse hat, soll sich melden. Es erfordert schließlich eine Menge hart gebunkerter Biofettzellen, um mein kleines stilldementes Gehirn anzuwerfen und sowas zu tippen…

Huhn

Wie jeden Tag stehen mein Typ und ich vor der Wahl des Tages: Mittagessen.
Es gibt da verschiedenste Möglichkeiten, die eine Entscheidung wirklich nicht leicht machen und immer wieder zu kleineren Streitigkeiten, in unserer sonst eher formschönen Beziehung, führen.
In einer Stadt wie Berlin kann man unter mannigfaltigen Anzählen von Fressbuden wählen, der Vietnamese an der Ecke ( da sind wir wirklich oft ), der Inder eine Straße weiter ( nicht so oft, weil da muss man ja so weit laufen ) und natürlich hätte man rein theoretisch auch die Möglichkeit, sich etwas zu kochen. Dazu kommt es jedoch selten.
Heute ist so ein Tag an dem ich nun beschließe, eine Ausnahme zu machen und schmeisse mein kleines Hausfrauengehirn an.
„Letztes Jahr habe ich doch mal ein Hühnchen gemacht, wie war das?“  Staub bröckelt hörbar.
Ich beschließe, auf dem Weg zum Supermarkt weiter darüber nachzudenken.
Sehr eilig ziehe ich mich an. Die Klamotten hatte ich schon an, nur die Schuhe müssen noch gesucht werden. Habe die erwischt, die meine Mama beim letzten Besuch wegwerfen wollte. Ich fühle mich ein wenig rebellisch.
Auf geht´s zum Supermarkt.
Dort angekommen bin ich dem Rezept kein Stück näher gekommen. Ich beschließe es drauf ankommen zu lassen, und improvisiere.
Diese Fähigkeit habe ich bereits in meiner frühesten Jugend entwickelt und bin immer wieder überrascht wie gut sie, über all die Jahre des Wohlstandes, erhalten wurde.
Ich werfe also allerhand Dinge in den Korb, von denen ich denke, sie könnten sich als Beilage für Huhn eignen. Möhre, Apfel, Pflaumen, Kartoffeln. Bei den Kartoffel muss ich kämpfen, ein Opa griff genau über meinem Kopf ins Regal. Er hatte ein Polyesterhemd an.
Nachdem ich nun alles mit einem großen Schein bezahlt habe, ( Ich zahle nicht gern mit großen Scheinen, da wirkt man schnell neureich. Es kommt allerdings nicht oft vor. Zum Glück ) trete ich hinaus und begebe mich auf den Rückweg, vorbei an kleinen Straßencafe´s und rauchenden Neureichen. Ich hoffe keiner sieht mir auf die Schuhe.
Zuhause werfe ich alle Zutaten auf den Küchentisch. Ich wasche das Huhn und muss dabei an eine der Sendungen denken, die kurz vor der Prime Time laufen. Bakterien im Schwamm und auf meinem Holzbrett. Ich beschließe, beides nach dem Kochen mal mit heißem Wasser zu übergießen.
Beim Schneiden muss ich an diese Dauerwerbesendungen denken, in denen sie Blechdosen mit dem Messer durchschneiden. Ob ich das mal probieren soll? Bei sechzig Euro für ein Messer müssten die das eigentlich durchhalten. Entscheide mich aus pazifistischen Gründen dagegen.
So, alles fertig alles in den Ofen, Ofen an und rausgehen. Nach fünfundvierzig Minuten komme ich wieder. Das Huhn ist fertig. Ich serviere das ganze in einem tiefen Teller und beobachte den Hund beim sabbern.
Ich hatte gehofft an diesem Tag am Esstisch zu essen, die Hoffnung zerschellt jedoch beim Betreten des Wohnzimmers. Der Typ hat sich bereits am Fernsehtisch niedergelassen und die Kiste angeworfen. Mittag bei Uns. Ich verspeise hochachtungsvoll mein Hühnerbein und versichere mich in regelmäßigen Abstände, ob es ihm denn nun schmeckt. Er sagt ja, ich denke er lügt nicht. Nächstes mal gehen wir wohl wieder zum Vietnamesen.

617 Tage…

…ist es her, dass ich mich wohl gefragt habe, wie eigentlich diese »locate me«-Geschichte auf dem iPod touch funktioniert. Ich glaube, das ist ein unendlich spannendes Thema und die Antwort darauf habe ich bestimmt schon mal gehört und anschließend in der mentalen Schublade abgelegt, in der auch all die anderen spannenden Informationen ruhen, an die ich mich erst wieder erinnern kann, wenn sie mir von jemand anderem wieder »neu« erzählt werden.

Und wenn bei irgendjemand anderem noch Bedarf besteht, hätte ich hier noch eine spannende Info abzugeben: Olaf Palme wurde ja bekanntermaßen auf dem Weg vom Kino nach Hause ermordet, der Film den er sich zuvor angesehen hatte, war »Bröderna Mozart«, eine schwedische Komödie von 1986.

Den werde ich mal mit auf meine Filmliste setzen…

WWM + MSA = WWdMSAb

Ganz verrückte Sache, aber eigentlich liegt das total nahe und wenn ich mich jetzt intensiver damit beschäftigt hätte, hätte ich bestimmt auch schon so manche Sachen dazu in den Untiefen des Internets finden können. So tue ich jetzt aber einfach mal so, als wäre ich der große Erfindergeist, der ich gern wäre und erzähle kurz von einer neuen Idee. Es geht um Reformen.

Die Reformation war ja schon zu Martin Luther seine Zeit ’ne verdammt heiße Nummer, deshalb spiele ich da jetzt auch mal mit.

Basisannahmen:

1. Jedes Kind von heute, zumindest in Deutschland (oder auch nur Berlin, so genau weiß ich das jetzt auch nicht), muss ab sofort nach der zehnten Klasse den Mittleren SchulAbschluss (MSA) erwerben, oder das zumindest mal versuchen.

2. Jedes Kind von heute muss dazu wohl auch eine mündliche Prüfung machen (ich hoffe das stimmt, denn sonst muss mein Konzept auf die mündliche Abiturprüfung zugeschnitten werden und die machen bekanntlich ein paar Kinder weniger).

3. Jedes Kind von heute kennt Quizsendungen und ist mit deren Prozedere und Gewinnstufen einigermaßen vertraut.

Kombinatorisch hochwertige Schlussfolgerung:

Jedes Kind sollte seine mündliche MSA-Prüfung in Form einer Quizsendung bestreiten. Die fünfzehnstufige Gewinnleiter wird zu einer Notenpunktleiter und was sonst ein Millionär werden würde ist dann ein Einserschüler. Auf diese Weise wäre die Prüfungssituation aufgelockert, nach ein paar entspannten Einstiegafragen (die ja immer noch genug Menschen versemmeln) ist man als Schüler ein wenig ruhiger und auch für die Lehrer könnte das Ganze spürbar mehr Spaß bereit halten.

Jürgen Zöllner und Homies, höret meine Idee, setzet sie um und dann erwähnet mich dankend in der Einleitung, mehr verlange ich nicht.

Von Kindern und Kötern

Es gibt Stammkneipen. Und es gibt Stammgäste. Und zu jeder Stammkneipe gehört auch irgendwie ein Wirt. Manchmal hat dieser Wirt auch so etwas wie eine Familie. Zu so einer Familie gehört dann neben einer Art Frau häufig auch so etwas wie ein Kind. Wenn dieses Kind dann halb in der Kneipe gross wird, kann es eigentlich nur verkorkst werden. Häufig wird ihm aber auch eben jene Verkorkstheit schon in die Wiege gelegt. Und so passiert es dann mitunter in einer Kneipiersfamilie, dass man sich an einem Adventssonntag zum Brunch im eigenen Etablissement einfindet. Doch auch so ein Brunch findet mal ein Ende. Wenn man als Kneipierskind bis dahin nicht genügend Ananas in sich reingestopft hat, hilft auch kein Betteln, Flehen oder Zetern mehr. Schreit man seine Kneipeneltern trotz allem noch mit steigendem Lärmpegel an, so dass im Laden der Eindruck entsteht, man könne das Kind deutlicher hören, nachdem es bereits vor der Tür steht, dann sorgt man dafür, dass man zumindest kurzzeitig Gesprächthema ist. So sagt dann auch mal einer der Stammgäste zur Bedienung, bezugnehmend auf leichte Unwegsamkeiten in der Erziehung des Kindes: „Im Fernsehen gibt es doch da diese Sendung dafür.“ – „Die Super-Nanny?“ – „Nein, so eine Hundetrainerin.“

Was unserem Chrystalbiertrinker im Moment seinert Äußerung sicher nicht bewußt war, ist die aktuelle politische Brisans seiner Worte. In Zeiten, in denen so genannte Hartz IV-Familien ihre Kinder verhungern lassen, die Hunde aber mehr als wohlgenährt in der Wohnung herumliegen, muss man einfach aufpassen.

Ja wo leben wir denn hier…?

Als ich gestern Abend auf dem Heimweg, bei Umsteigen auf dem Berliner Alxanderplatz, von einem zwielichtigen Zeitgenossen angespuckt wurde , nur weil ich ein klitze kleines bißchen Zivilcourage bewiesen hab, war ich doch für einen Moment sprachlos. Was macht man da, mitten im Gewühl? Einerseits entsetzt von der primitiven Reaktion, anderseits angeekelt von dessem Sputum, doch erst recht besonders entäuscht von der eigenen, viel zu schlagfertiglosen Reaktion. Nach dem sich der kurze Tumult nach wenigen sekunden wieder auflöste, stand ich also vor der Wahl dem Typen einen Fratzenhammer zu verpassen oder es gut sein lassen. Habe mich für letzteres entschieden, jedoch nicht ohne dem Kerl, den ich einfach mal Kalle getauft hab, noch ein : ‚ Na das war ja eine ganz schwache Nummer, Kalle!‘ Ich fühle mich damit aber nicht allein, erst recht nicht in einer Millionenstadt wie Berlin. Ich wünschte manchmal auch so kühn zu sein wie Manfred Dumke! Manfred Dumke, Berliner, 60 Jahre alt, Frührentner, ledig. Er ist der schonungslose Schlusskommentator bei Polylux und analysiert verlässlich das Weltgeschehen…
 

Kants Kategorischer Imperativ

Falls es mal eine Flaute in der Berichterstattung geben sollte, hatte ich diesen Text geschrieben. Ausserdem habe ich das folgende verfasst, kurz nachdem ich verstanden habe oder auch kurz nachdem mir mal erklärt wurde, was denn eigentlich der kategorische Imperativ nach Kant ist. Und weil mir grad nichts einfällt und ich es für unsinnig halte, jetzt das Ganze künstlich zurückzuhalten, gibt es das jetzt hier einfach so.
Man mag es für Klugscheißerei halten, aber auf einer Party kommt man sicher immer ganz gut an, wenn man mit den Philosophiestudenten ein wenig mithalten kann. Außerdem ist das ganze Prinzip irgendwie doch recht einfach.

Kant sagte also sinngemäß, wenn man moralisch sein möchte, dann solle man sich vor jeglicher Handlung überlegen, ob alle anderen auch danach handeln könnten. Dazu stellt man sich vor, dass alle anderen nicht nur danach handeln könnten, sondern müssten. Man macht also einen Imperativ daraus. Wenn das Ganze jetzt noch funktioniert ohne dass man sich in einen Selbstwiderspruch verstrickt, dann hat man gewonnen.

Nehmen wir die Lüge als Beispiel. Kann ich lügen und moralisch sein? Nach Kant wäre jetzt die Regel: Alle müssen lügen. Wenn das aber alle tun, dann wird bald niemand mehr an das glauben, was andere sagen. Das Vertrauen geht verloren und mit ihm auch die Grundlage für eine Lüge, denn ich kann nur dann erfolgreich lügen, wenn andere mir diese Lüge abnehmen. Daraus folgt also, dass ich nicht lügen und gleichzeitig moralisch sein kann. Das bedeutet nun nicht, dass man nicht lügen darf, man kann dann eben nur nicht für sich beansprochen ein Mensch mit reinem Gewissen zu sein.

Constant meinte, eine Schwäche gefunden zu haben. Wenn ich einem Unschuldigen auf der Flucht Unterschlupf vor seinen Verfolgern gewähre, diese dann aber an meine Tür klopfen und fragen, ob derjenige bei mir ist, soll ich dann nicht lügen? Denn nach Kant sollte man ja auch nicht unnötig Menschenleben verschwenden, was ja wohl klar der Fall wäre, wenn man den Unschuldigen ans Messer liefert. Kant meinte dazu, dass man nicht lügen sollte. Und fügte hinzu, dass ja eventuell die Chance besteht, dass die bösen Verfolger es einem nicht abnehmen, wenn man sagt, dass der Versteckte bei einem im Keller hockt und so vielleicht weiterziehen. Alles ein wenig schwierig und nicht recht glaubhaft, aber willst du moralisch sein, dann geht das bei Kant eben nur so.

Das ist dann eigentlich schon alles. Kurz: Frage dich, ob die Welt funktionieren würde, wenn alle so handeln müssten wie du es vorhast, steckt da drin kein Widerspruch bist du moralisch und hast einen Freifahrtsschein, wenn nicht, dann noch mal von vorn.

Kommunikation und so.

Ich bin mir ziemlich sicher das Männer und Frauen sehr wohl die selbe Sprache sprechen oder doch zumindest eine sehr ähnliche, nur der Glaube an das Wissen zu meinen es wäre eine differente Art der Kommunikation zwischen den Geschlechtern existent, führt im Zweifelsfalle zu einer zu einer Übersetzung an stellen an der keine welche angebracht ist. Daraus folgt eine Kommunikation zwischen den Geschlechtern, die aufgrund unzulässiger Übersetzung, geprägt von Interpretationen, die unweigerlich in komplizierteren Sachverhalten, nicht nur zu Miss- sondern gar zu Unverständnissen führt. Dieses gilt allgemeinen im übrigen auch für die gleichgeschlechtliche Kommunikation.
Ein gutes Beispiel hier, die Sexualität. Denn diese basiert in ihrer reinen Form nicht auf Worten des allgemeinen Sprachgebrauchs, sie basiert auf einer nonverbalen Ebene und ist über Geschlechter und Nationalitäten allgemein unmissverständlich. Hier stellt jedoch eine auszuklammernde Ausnahme, der sog. Dirtytalk dar. Missverständlich wird sie erst durch eine verbalisierte Interpretationsebene.
Doch genug davon!

Krokodilstränen

“Wer jetzt noch nicht tot ist, ist selber schuld. Bomben sind genung gefallen!“

Leider ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen den Uhrheber, dieses doch so überzeugenden Zitates zu ermitteln, auch wenn mein Großvater der Überzeugung ist, es sein vom guten Churchill in die Welt hinausposaunt worden. Zuordnen konnte ich es ihm bis jetzt aber noch nicht. Tag 1 der zumeist friedlichen Proteste gegen den G8 Gipfel ist vorbei, doch der Rauch hat sich noch lange nicht verzogen. Letzte Woche wurde man in der Hauptstadt geradezu bombardiert mit Flyern und Broschüren der verschiedenen Protestorganisatoren. Ich nenne da mal die Antifa, attac und auch die linke. hat sich mächtig ins Zeug gelegt und alle Designregister gezogen, um zumindest optisch zu „überzeugen“. Inhaltlich hingegen, bleiben alle Drei doch ein gewisses Maß an Sachlichkeit schuldig. Ganz vorn soll hier die Antifa genannt werden. Ein ganzer Schwall Seiten im A5 Format, auf fein glänzenden Papier im Ökoholzlook. So weit so chic, doch die gedruckten Texte überzeugen selbst mich als Befürworter der Demonstrationen nicht. Eher beschleicht einen das Gefühl, eine Schülerzeitung in der Hand zu halten. Es wird Ungerechtigkeit, Ausbeute und Profitgier proklamiert. Dennoch, haben die verschiedenen Gruppierungen einem Punkt ganz sicher Recht. Die Gleichsetzung des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung und Demonstration, mit Terrorismus durch einige wenige Volksvertreter und Medien ist inakzeptabel. Das sie Konsequenz daraus aber die plakative Verurteilung der Staatsmacht und hier besonders der Polizei zu Verbrechern ist keineswegs besser. Mit dem Tenor mit dem selbst seriöse Gruppen zum Kampf gegen G8, Globalisierung und Polizeistaat aufrufen, mobilisiert aber grade auch die gewaltbereiten Kräfte, von denen man sich immer so heftig distanziert. Leider bedienen sich alle Seiten der selben, zumeist oberflächlichen Berichterstattung. Das eigentliche Thema der Poteste, gerät schon nach den ersten Tagen gänzlich in den Hintergrund und der Fokus liegt schon jetzt fast ausschließlich auf den gewaltäigen Auseinadersetzung zwischen schwarzen Block und Polizei. Die Tatsache das die Polizei nicht nur für die körperliche Unversehrtheit der Mächtigen 8, sondern genauso für die Sicherheit der Demonstranten verantwortlich ist, fällt im Zuge der teils kontroversen Diskussion, gänzlich unter den Tisch. Ich würde mir wünschen das viel mehr Menschen ihren Unmut über die unbestreitbare weltweite Ungerechtigkeit in der Verteilung der Macht und Ressourcen, die kapitale Verharmlosung der Folgen des Klimawandels, die Missachtung der Grund- und Menschenrechte, die Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Beschneidung der freien Berichterstattung und die Aushebelung der Persönlichkeitsrechte durch die zunehmende Überwachung in allen Lebensbereichen, besonders der Privatsphäre zum Ausdruck bringen würden. Jedoch verkommt diese seltene Chance zum breiten Protest, zunehmend zur breiten Antibewegung, deren einzige Botschaft ist : „DAGEGEN!“
Wo wollen wir hin? Wer redet über die Konsequenzen, der vielen Forderungen? Wo bleibt eine objektive Auseinandersetzung mit der Gesamtthematik. Hier ist die Politik gefragt, auch über Ziele und Möglichkeiten auf zu klären und das nicht nur trockene und anonyme Pressekonferenzen abzuhalten. Das auch der reiche Westen abhängig ist von Entwicklungs- und Schwellenländern und gerade dort die größten Märkte in Zukunft zu finden sein werden, stellt eine nicht völlig neue Entwicklung dar. Das aber die Politik diese Märkte mit vielen Mitteln zugänglich macht, die Industrie hier Raubbau betreibt, um dort nahezu unkippbare Monopole auf zu bauen, ist Fatal. Die Überschwemmung der Entwicklungsmärkte mit hochsubventionierten Produkten aus Europa und USA, entzieht den Entwicklungsländern jegliche Grundlage, für eine eigenständige Wirtschaft. Der Einfluss der westlichen Wirtschaft in den jungen Volksdemokratien ist unhaltbar und entzieht sich jeglicher wirksamen Kontrolle, deren Folgen unabsehbar sind. Die weltweite Verflechtung von Industrie, Wirtschaft und Politik und deren Interessen sind schon lange nicht mehr Durchschaubar. Die Sorge ist, das Gipfel und Demoziele sich gegeneinander aufreiben und im Zuge der viel zu hitzigen Debatte einfach verdampfen. Nicht jeder der kritisch Missstände im Prozess der Globalisierung benennt, muss damit automatisch G8 Gegner sein. Selbst die Gipfelteilnehmer, sprechen mittlerweile offen über, zumindest Versäumnisse.

„Lieber Staat – ich fühle mich so rundum wohl in Dir,
Lieber Staat – es weht ein Wind von Freiheit hier,
Du erklärst mir immer wieder was erlaubt ist und was nicht,
Lenkst mein Leben jeden Tag,
Und bist furchtbar fürsorglich,
Ach was wär ich ohne Dich?

Danke das Du mich regierst,
Danke das Du mich regierst,
Und das Du mich nicht ignorierst!“

aus Lieber Staat by Farin Urlaub

Darf man sowas?

Ich bin ja ein Freund von guten Wortspielen und ich weiß auch, dass man für Kampagnen wie Brot für die Welt mal zu ungewöhnlichen Mitteln greifen muss, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Aber wenn man schon solche Sachen wie „Fair-geben, Fair-teilen, Fair-sorgen“ zulässt, wie kann man dann ein Plakat wie dieses hier durchwinken?

Ihre Hilfe

Als Werbeagentur würde ich mich schämen, wenn mir die Ambiguität dieser Überschrift nicht auffallen würde. Wenn es aber gerade das provozieren soll und Teil eines ausgeklügelten Planes ist, dann bitte ich meine Worte zu ignorieren oder noch besser mich einfach mal zu informieren. Ich konnte jedenfalls bisher nichts finden, was darauf hindeutet, dass dort Absicht vorliegt.