Hallo Susi, hier spricht dein Fön

Ich dachte ja immer, einen Gothik/Gruftimenschen als Mitbewohner zu haben wäre irgendwie ganz praktisch. Die stehen irgendwie auf Tote und Totes und alles was damit sonst so zu tun hat. Dementsprechend brauchen die dann ja auch nicht allzu viel Zeit morgens im Bad. Oder hat man schon mal einen Toten erlebt, der noch etwas Rouge auflegen muss? Aber Pustekuchen. Wie so oft scheint die Wahrheit sich zum Gegenteil hingezogen zu fühlen und meine romantische Verbindung von Tod und der Nacht stimmt auch nicht, denn es wird sich am Wochenende auch schon mal recht früh das Haar an der Wand neben dem Bett geföhnt. Es gibt wohl doch keine durch und durch guten Mitbewohner.

Norwalk-Like-Virus

„Die humanen Norovirus-Spezies (abgekürzt NV), ehemals als Norwalk-Like-Virus (NLV) bezeichnet, sind unbehüllte einzelsträngige RNA-Viren (ss[+]RNA) mit positiver Polarität aus der Familie Caliciviridae und der gleichnamigen Gattung Norovirus. Noro- ist ein künstlich gebildetes Präfix aus Norwalk, das 2004 offizielle taxonomische Bezeichnung wurde. Die hochkontagiösen Noroviren sind zunehmend als Ursache für virale Gastroenteritiden (viraler Brechdurchfall, auch umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet) erkannt.“

So weit so gut, doch selbst dieses geballte Fachwissen, hilft mir kaum weiter wenn man seit nun mehr 30h+ über der Kloschüssel hängt. Doch wirklich aufbauend ist dann der letzte Satzt, der einem offenbart das es keine Behandlung gibt. Also mach ich es mir weiter im Bad gemütlich und halte mir tapfer selbst den Kopf.
norovirus
Quelle:wiki

is it woman's logic, that it's not a lie, if it's left unsaid?

Meine Fresse, wie mich das schon wieder ankotzt. Wenn noch mal jemand mein Fahrrad anrühren sollte, um es aus dem Durchgang auf den Hof zu stellen, wo es jeglichen Witterungen und vor allem dem Regen der letzten Tage ausgesetzt ist, dann werde ich mich gezwungen sehen, mir drakonische Strafen zu überlegen. Meine Vermutung ist ja, dass es die Menschen aus diesem unsagbar bekackten Restaurant für Yuppies und andere Zugezogene oder Bedeppert-Touristen sind. Denn da, wo vor Kurzem noch mein fahrbarer Untersatz stand, stehen jetzt 500-Kilo-Terracotta-Kübel mit traurigen Pflanzenresten drin. Also, letzte Warnung, ihr seid mehr als drei mal angezählt worden, noch so eine Nummer und die Blumen fliegen über die Mauer zu Nachbars.

Der (vermeintliche) Weg ins Glück

Da es dieser Tage wieder einmal einen richtigen Batzen Geld im staatlichen Lotto zu gewinnen gibt (und wir trotz aller guten Vorsätze und bemühter Zahlenmystiken und Geburtsdatenprüfungen vergessen haben, zu tippen), jetzt noch ein Klassiker aus dem Hause Differentialdiagnose. Die Geschichte von unserem vermeintlichen Weg ins Glück.

Wie so viele vor uns und vermutlich auch noch viel mehr nach uns, kamen wir eines Tages auf die Idee, dass ein probates Mittel aus der Armut ein überraschender Gewinn in der Staatslotterie sein könnte. Und weil wir nicht dumm sind, dachten wir uns, spielen wir erst mit, wenn es wirklich viel zu gewinnen gibt. Und das gab es dann auch. 37,6 Mio. €. Das ist gar nicht so leicht mal eben ausgegeben, auch nicht, wenn man das Ganze auf drei aufteilt. Naja, dachten wir uns, über den Kampf ist noch fast jeder ins Spiel gekommen. Und wir ahnten auch noch nicht, dass sich die Frage relativ schnell erledigt haben, als wir Samstag Abend beieinander saßen und uns fragten, warum Franziska Reichenbacher eigentlich so perfide grinsen muss, wenn sie die drei Maschinen anmoderiert, die die paar Bälle da durcheinanderwerfen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es bei uns von der ersten gezogenen Zahl an richtig scheiße lief. Aber irgendwie kamen dann doch zwei zusammen, die irgendwie richtig waren und die Aufregung stieg. Zumindest bei der Couchfraktion mit direktem Blick auf den Spielzettel. Und denn kam es so, wie es kommen musste, noch eine Zahl war richtig und Freude groß, weil das ja die Zusatzzahl war und die Zusatzzahl, das weiß jedes Kind, gibt noch mal richtig Knete dazu. Jetzt mag der aufmerksame Leser und erfahrene Lottospieler hier schon mal insistieren und aufschreien, mit den Armen rudern und irgendwie das Mikrofon an sich reißen wollen, weil … na weil Pustekuchen, sagen wir hier noch nicht, weil es ja Leute gibt, die wie wir sind und mit denen sind wir dann unten. Naja, das haben wir zumindest früher immer versucht, uns zu vergewissern, aber wer will eigentlich unten sein? Ist unten nicht immer da wo die Lottomillion nicht ist und sowieso, es wurde ja auch Herbst und dann ist es unten kalt und dunkel. Auf jeden Fall war das dann so, dass wir ja schon große Pläne hatten oder nach der Ziehung machten, aus heutiger Sicht kann das keiner mehr so genau sagen und wenn doch, dann zumindest nicht ich, und haha, das Problem ist ja, dass ich das hier schreibe. Ja. Also es sollte eine schöne Schiffsreise auf der Spree dabei für uns rumkommen, sollten ja auch mal schlappe 30 Eier werden, die einem da auf die Kralle gelegt werden. Wahlweise kann man dreißig Euro auch immer gut in zehn Portionen Curry/Pommes Schranke (ab hier dann nur noch CPS, später bestimmt mal in einem Glossar nachzuschlagen) investieren. Man merkt also, die Pläne waren so vielseitig wie unklar, aber wen schert das, wenn man reich ist? Also reicher als wie zuvor. (Gibt es eigentlich eine goldene Regel für Leute, die ‚als wie’ sagen? Sowas in der Art von ‚Trenne nie st, denn es tut ihm weh!’? Ich wäre dankbar für Hinweise. Aber eigentlich war ich woanders. Ja, richtig.) Samstag Abend ist es, und wir sind Lottogewinner, im kleinen zwar nur, aber man beschwert sich ja nicht mehr. Das Problem ist jetzt nur, es ist Samstag Abend. Die Leute die vorhin schon alles verraten wollten, dürften jetzt sogar mal frei schreien, denn Samstag Abend, das ist so ziemlich der absolut beschissenste Zeitpunkt für jeden, der Geld gewonnen hat, weil man a. nicht weiß wie viel und b. viel schlimmer, schon mal gar nicht an das Geld herankommt. Irgendjemand kam nämlich auf die glorreiche Idee, zu bestimmen, dass die Lottoangestellten sonntags nicht arbeiten dürften und da hören die natürlich drauf und dann eiert der Computer da im dunklen Kämmerchen die Zahlen durch und erst am Montag Nachmittag darf man dann erfahren, wie die Quoten aussehen und wie viel dabei rumkommen würde und so weiter. Lassen wir also mal den durchaus warmen Moment in einer kalten Nacht, als drei junge Männer unter sternenklarem Himmel beieinander saßen beiseite und auch den darauf folgenden Sonntag.
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Diese Linie wäre nicht nur genau richtig, um einen Fortsetzungsroman zu trennen und so die Umsätze zu erhöhen, indem man die Leser dazu zwingt sich noch eine Ausgabe zu kaufen, diese Linie bedeutet auch, dass hier meine eigentlichen Notizen aus dem Herbst letzten Jahres enden. Dadurch begebe ich mich auf Glatteis, denn ab jetzt wird wirklich rein aus dem Gedächtnis erzählt und wenn ich mich an etwas erinnere, dann wie es im Film heißt, häufig lieber auf meine Art als so, wie die Dinge wirklich passiert sind. Man verzeihe mir also Ungenauigkeiten und genieße das hier als eine Geschichte, eine Fabel oder auch moralinsaure Erzählung.
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Es ist also inzwischen Montag Nachmittag und der Computer hat treu das Wochenende durchgearbeitet, Zahlen und Gewinner ausgegeben und sich sicherlich auch unsere Quote zurechtgelegt. Also trafen wir uns, um gemeiniglich unseren Gewinn einzustreichen. Wir waren komplett ausgerüstet und hatten sogar eine Kamera dabei, um die strahlenden Gesichter auf unserer Seite und das weinende Auge des geschröpften Tabak- und Lottoverkäufers nahtlos dokumentieren zu können. Also auf zum Atem, rein in den Laden, reich wieder raus. Der angestellte Weizenbiertrinker nahm unseren Spielschein entgegen, wir zückten die Kamera und … Zackkkk!

„Na, da habt ihr ja ’nen richtigen Fahrschein geschossen!“

schallte es uns entgegen. Unverständnis auf unserer Seite und die Erklärung, die folgte. Wir hatten zwei Richtige und die Zusatzzahl, das sind drei Zahlen, soweit richtig. Gewinne gibt es aber erst ab, wie es heißt, drei Richtigen mit Zusatzzahl. Hierbei bedeutet mit nicht mit sondern plus und das muss einem doch erst mal gesagt werden. Spätestens jetzt war es doch ganz große Scheiße, den Schein nicht verschüchtert bei einem unbekannten Gesicht abzugeben, sondern großspurig bei einer Pappnase, die man so ziemlich jeden Tag sieht.
Und das war dann so ziemlich das Ende vom Lied. Von dem Tag an ging es mit unseren Lottoerfolgen kontinuierlich bergab, es gab keine zwei Richtigen in einer Reihe mehr, wir waren dazu übergegangen, mit sinnlosen Zahlenkombinationen so wie beinahe alle anderen auch den Jackpot in die Höhe zu treiben und nichts einzustreichen. Und jetzt sind 26 Mio. € im Jackpot und wir haben nicht einmal mehr einen Spielschein abgegeben. Da sind einem die Konsequenzen doch beinahe bewußt: Kurz nach 19:55 Uhr wird in einer unserer drei Nachbarwohnungen das Knallen von Sektkorken zu hören sein und das allzu nahe Glück wird in der Nähe bleiben und doch so fern. Man unterschätze nie die Macht der Redensarten!

Winter ist

Wenn ich mich nicht irre, dann war es die BILD-Zeitung, in der es immer diese beiden kleinen nackigen Kindermenschengestalten gab, die einem jeden Tag aufs Neue sagten, was dann wann Liebe sei. Also frei nach dem Schema „Liebe ist … wenn er ihr morgens eine Rose ins Müsli schneidet.“ usw. In dieser Manier würde ich gerne sammeln, wann denn eigentlich Winter ist. Für mich hat sich das heute gezeigt.

Winter ist … wenn ich in meiner beheizten Wohnung auch noch durch die dritte Bekleidungslage meine aufgerichteten Brustwarzen durchschimmern sehe.

Wie sieht’s bei Euch aus?

Was ist das für eine Welt?

Ich habe mir das gerade mal in Ruhe durchgelesen. Ich habe darüber nachgedacht. Ich habe mich mit jemanden darüber ausgetauscht. Wir sind zu interessanten Schlüssen gekommen und doch: DAS KANN EINFACH NICHT WAHR SEIN! SO EINE GOTTVERDAMMTE SCHEISSE.Dieser Artikel erzählt larmoyant und pseudowitzelnd von der Welt der Reichen, Schönen und partiell Bekannten. Und davon, dass sie alle IPhones zum Nullkostenpreis bekommen haben. Einige von ihnen mussten Verträge abschließen, aber die 400 € Grundpreis blieben ihnen erspart. David meinte, dass wäre ja dann schon wieder irgendwie gerecht, weil man sie so daran hindere, ihren Reichtum auszuleben. Doch letztlich ist es unerhört. Warum nur? fragt man sich, als jemand, der von diesem Anschaffungspreis seine monatlich laufenden Ausgaben decken muss und somit bei noch so großem Interesse an dem Apparat fernab davon ist, ein solches Teil zu besitzen. Mir fehlen eigentlich die Worte. Das ist dreist, das ist frech und es ist vor allem eine Schande!Ich fordere Henry Maske hiermit zu Reparationszahlungen auf, er kann mein gebrochenes Herz wieder aufrichten und mir eins seiner vier (sic!) Telefone aus dem Hause Apple abtreten. Also Henry, her mit dem Fernsprecher! Wenn Du nicht weißt, warum Du das tun solltest, denke immer daran: DU KANNST KEINE ZWEI PFERDE MIT NUR EINEM HINTERN REITEN!

Dinge, die mich zum weinen bringen #1

Eine der schlimmsten Sachen der Welt ist der Telefonsupport. Ein Wort, dass man spätestens seit dem Kontakt mit den ausgelagerten Callcentern der Fujitsu-Siemens AG nur noch in Anführungszeichen schreiben sollte. Da mein sehr anstrengender Versuch, ein neues Display für meinen alten Laptop zu ertelefonieren (kaputt war eigentlich das Mainboard [sic!]) jetzt schon einige Zeit zurück liegt, wähle ich statt dessen einen jüngeren Vorfall, der mich tieftraurig machte.
Die Firma 1und1 hat anscheinend einen riesigen Kundenstamm, vielleicht war das früher auch einmal zu Recht so. Ich kann mich zwar an Zeiten erinnern, in denen deren Server regelmäßig ausfielen oder gewartet werden mussten, was glaube ich eine Tautologie ist, aber insgesamt waren sie doch für ein paar Jahre ganz gut, vor allem, wenn man in die Internetwelt erst einsteigen wollte.
Heutzutage sind die Angebote im Bereich Webhosting, ach was sage ich, die Angebote von 1und1 überhaupt fernab von zeitgemäß. Php-fähige Server sind nicht bezahlbar, der Traffic ist limitiert, von Subdomains kann man in normalen Tarifen nur träumen und überhaupt fehlt es vorne und hinten. Also entschließt man sich zum nächstlogischen Schritt und kündigt mal eben schnell seinen Vertrag, bevor sich die Mindestvertragslaufzeit (wir merken es uns als eines der Unwörter des Jahres vor) sich wieder einmal um einen schweinischen Zeitraum verlängert. Aber Pustekuchen. Bis ein Normalsterblicher herausgefunden hat, dass man zur Kündigung nicht über den normalen Login-Bereich gehen muss, sondern sich auf der Subdomain (klingelt’s?) "Vertrag" einloggen muss, vergehen schon mal 2-3 Arbeitstage. Dann dort angekommen passiert das Nächste. Man sollte nicht glauben, sich hier mit dem Namen der von sich bestellten Domain einloggen zu können, nein, man braucht auch nicht die Vertragsnummer, um den Vertrag zu kündigen, man braucht die Kundennummer. Und wo steht die? Richtig. Im normalen Login. Also dorthin, Nummer kopiert, zurück zum vorigen Login, das ganze halb verzweifelt in die Tastatur, die ja nun gar nichts dafür kann, reingeprügelt und auf bessere Zeiten gehofft. Dann kann man kündigen, muss noch fünf unnötige Klicks machen, um dann auf eine Seite zu kommen auf der eine Telefonnummer erscheint. Warum nur? Ist eine Sicherheitsmaßnahme, logisch. Also dort angerufen, dem Menschen am anderen Ende des Rohres erklärt, dass man wirklich kündigen will und noch hinterhergeschickt, dass der einzige Grund der ist, dass man inzwischen glaubt das blaue Formular zum Antrag auf Passierschein 38A richtig ausgefüllt zu haben. Danach wird prompt ein .pdf freigegeben, dass man sich ausdrucken darf. Das Ganze unterschrieben und per Fax oder, wie in meinem Falle, Briefpost nach Karlsruhe tragen lassen und dann sollte es doch mal gehen, nicht wahr? Ja, manchmal tut es das. Manchmal aber, da verschwindet so ein Schreiben auch auf unerklärliche Weise in den Weiten der Deutschen Post AG, ein kümmerlicher Verein für sich, und denn wird es ganz düster in Deutschland. Dann nämlich wird die Kündigung als storniert angesehen und, hier eine Nivellierung, der Vertrag für nur noch 6 Monate verlängert.
Aber eigentlich wollte ich mich ja darüber aufregen, wie schlimm es am Telefon war. Ich hatte nämlich versucht heraus zu bekommen, warum die Bestätigung der Kündigung nicht ankommt. Es war natürlich, wie oben beschrieben, nie der entscheidende Brief angekommen. Aber um das zu erfahren, galt es erst einmal mehrere 14 Ct./min. dem Teufel in den Rachen zu werfen und mit einer debilen Computerdame darüber zu streiten, was man denn gerade in den Apparat gesungen oder per Tasten eingegeben hat. Dann kommt man doch wieder zu einer ahnungslosen Mitarbeiterin, die mit Flüsterstimme ihr Unwissen erklärt und einen mal eben in die Warteschleife stellt, um bei den Kollegen die nötigen Informationen einzuholen. Die Musik der hirntoten Kapelle auf Band ist dann natürlich wieder vollkommen übersteuert, so dass man denkt, man wäre Van Gogh und müsse sich jetzt rasch das Ohr abschneiden. Das Ende der ganzen Geschichte war dann die Aufforderung, einfach noch mal den nötigen Schriebs loszuschicken und zu hoffen, dass es diesmal klappen würde. Zusagen für eine fristgerechte Kündigung natürlich ausgeschlossen.
Also 1und1, ihr bringt mich zum weinen.

Neues von der Nacht

Der Abend ist weit fortgeschritten. Die Nacht hingegen ist wohl noch ziemlich jung. Für mich jedoch ist es spät, denn der Tag war lang. Was man nicht alles mit der deutschen Sprache so machen kann. Und da meckern so viele drüber. Da habe ich kein Verständnis für.
Das Akku ist fast runter, der Router mit neuer Firmware bestückt, der Lachs in Sahnesoße auf Bandnudeln ruht inzwischen auch schon wieder sanfter im Magen. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage: Was muss man tun, um mit einem so grossartigen Namen wie dem unsrigen von einem so undankbaren Platz wie dem 29. (eine skandalöse Zahl nicht nur, weil man sie schon nicht mehr ausschreiben muss) bei der google-Suche wegzukommen? Jemanden bestechen? Mit jemandem schlafen? Jemanden kennen? Jemandem regelmäßig Einladungen für die Weihnachtsfeiern schicken?
Der Hüter des Schlüssels zur Wahrheit möge sich bitte bei mir melden.

Die Zeit ändert sich

Wahrlich existentielle Krisen mögen anders aussehen, doch kann ich eine gewisse Bredouille in meiner jetzigen Situation nicht wegdiskutieren. Ich bin zu betrunken, um halbwegs geistreiche Aktionen in Angriff zu nehmen, wie z.B. Texte für die Universität zu lesen. Und doch bin ich zu nüchtern für so niedere Tätigkeiten wie den einfachen Schlaf der Gerechten oder eine endlose Zecherei im Schwarzen Abt um die Ecke.
Auch frage ich mich, ob es wirklich allzu sinnvoll für unser Langzeitprojekt der Sinnstiftung ist, wenn wir spät in der Nacht und nicht mehr ganz so nüchtern vor dem Rechner sitzen und irgendwelche Zeilen in den Computer tragen. Davids schwieriger, aber auf keinen Fall schlechter Text von gestern trägt sicherlich dazu bei, doch sind es wohl hauptsächlich eine leichte Herbstdepression gepaart mit dem Wunsch, die Zeitumstellung live zu erleben, die mich an den Rechner treiben. Jetzt werde ich mir sicherlich wieder anhören müssen, dass ich ein arrogantes Arschloch oder ähnliches bin, weil ich mich zu Kommentaren hinreißen lasse, die man mir im Nachhinein als herablassend werten kann. Aber das stimmt gar nicht. Ich hatte Schwierigkeiten mit dem Text, aber das habe ich auch bei anderen Menschen. Das heißt nicht gleich, dass mir ein Text nicht gefällt, oder dass ich ihn für schlecht empfinde. Das bedeutet lediglich, dass ich ihn nicht von Anfang an verstehe. Und wie ich heute bereits zu erklären versuchte: Das Problem liegt nicht beim Verfasser, es liegt ganz allein bei mir.
Nebenbei bemerkt, erwische ich mich gerade dabei, wie ich dazu tendiere, den heutigen Tag auch hier Revue passieren zu lassen. Nein, das darf nicht sein. Oder wenn doch, dann will ich das vorher groß als Projekt ankündigen, denn dann besteht die Hoffnung, eine weitere Idee tatsächlich in die Tat umzusetzen. Zu diesem Stichwort: Der kniffelige Entstehungsprozess der kniffeltastischen Kniffel Night-Begleitseite ging heute Abend kniffelmässig voran, so dass wir nur noch wenige Tage die Kniffel drücken brauchen, bis es endlich etwas zu sehen gibt und natürlich auch etwas zum Anmelden. Eine Zerreißprobe für das Nervenkostüm, ich weiß, aber das gehört dazu.

Zum Nachdenken bis zur Zeitumstellung: Könnte man aus dem Lied, in dem es heißt "rise and shine" eine deutsche Version machen, in der es hieße "scheiß in’n Rhein"?

Im Übrigen tut mir die Dauerbelastung durch diese ständigen Veröffentlichungen hier ein wenig leid. Neulich noch sagte ich, ab jetzt jeden Tag wäre nur ein schlechter Scherz und jetzt muss ich feststellen, dass wir es in 28 Tagen auf stattliche 16 Beiträge gebracht haben. Obwohl. Eigentlich tut es mir wirklich nur ein wenig leid, und bald schon, da wird es mir gar nicht mehr leid tun. Bald schon, da wissen wir, was wir wollen, was wir machen werden und wie wir davon leben können.