Walk like Virus

So, nun scheinen die meisten Viren meinen abgemergelten Körper wieder verlassen zu haben, nicht jedoch ohne ein bleibendes Gefühl von Flau bis Übelkeit in mir zu hinterlassen. Doch was heißt das jetzt mal ganz konkret (wie Michael Friedmann wohl in seiner Talk Show kess fragen würde und das nicht ohne dabei seinem Gegenüber die glänzende Stirn ganz nahe vor dem Gesicht zu Parken, die Zähne zeigend eine Hand auf das Knie des Gesprächspartners zu legen und die nächste Gelegenheit ab zu warten, dem Gast beim Erklärungsversuch ins Wort fallend, sich zur Kemera zu drehen und freudig verkünden ‚Das war Micheal Friedmann…‘ APPLAUS) ?Das heißt lieber Michel und zwar ganz konkret, das man auch mal im Bus, eben noch guter Dinge und diesmal nicht die Gedanken kreisen, sondern die Gedärme von Null auf gleich Achterbahn fahren.    Das heißt, ganz konkret, panisch den STOPknopf drücken, die Lippen ganz ganz fest zusammen pressen und auf das befreiende Zischen, der sich öffnenden Bustür warten….und das heißt zu dieser Jahreszeit leider auch , ganz konkret, wenn man diesen Anfall am Opernplatz hier in Berlin erlebt, ich aus dem Bus stürze, nach frischer Luft schnappend, in eine Wolke-de-Odeure der Sonderklasse stolpere. Folgende Gerüche seien besonders erwähnt: gebrannte Mandeln, Glühwein und halber meter Bratwurstgeruch. Keiner dieser war sonderlich hilfreich!Frohes Fest*

Herr Hashimotos Gespür für Sitzplätze

Wie vor Kurzem ja berichtet, gab es vom Internetfernsehbetreiber zattoo eine Einladung, doch mal bei deren Deutschland-Launch-Party vorbeizuschauen und das ein oder andere Getränk mitzunehmen. Das liessen wir investigativ angehauchten Teilzeitjournalisten uns natürlich nicht zwei Mal sagen und so kam es dann zu Folgendem.
22.10.2007, 21:30 Uhr Ballhaus Ost, Pappelallee 15, Berlin – Prenzlauer Berg.
Im Vorderhaus scheint ein Skandinavier wieder zu wenig Tageslicht abbekommen zu haben und deshalb ein seltsames Theaterstück geschrieben zu haben, auf das wir später noch einmal eingehen werden. Durch den Hof, auf dem absolute Schweigepflicht herrscht, geht es ins Hinterhaus und an den Akkreditierungsstand von zattoo. Die Einladungen gingen an viele, doch nur, wer sich auch auf diese Mail zurück gemeldet hatte, sollte an diesem Abend Einlass gewährt bekommen. Ein Mann, der vermutlich sein gesamtes Studium damit retten konnte, dass er alle von seinem Prinzip Nadelöhr überzeugen konnte, erklärte einer danebenstehenden Dame eben jenes in Bezug auf die EInlasskontrollen. Er sagte: „Das ist unser Nadelöhr“. Also einmal kurz vorstellig geworden, sich abstempeln lassen und weiter zu den beiden Damen, die mit ihren randvollen Prosecco-Tabletts den Durchgang nicht ganz versperrten, aber doch erschwerten. So nötig haben wir es dann doch nicht, dass wir hier gleich mal zulangen, wir holen uns lieber ein Glas vom Tresen während grad niemand zuschaut. Und weil das Erste immer am schnellsten alle ist, noch eins hinterher. Noch wird wild aufgebaut und irgendwie will diese konstruierte Wohnzimmeratmosphäre mit Couchen auf dem Podest nicht ganz zur zweiten Version des Internets passen, aber der Gedanke dahinter hat sich ja nahezu aufgezwungen, deshalb ist das wohl auch verzeihlich. Da aber die Werkeleien so wirken, als wenn sie noch lange nicht abgeschlossen wären, wird das Glas gegen eine Flasche Augustiner getauscht und der Ballsaal gegen frische Luft. Auf der Pappelallee schon mal nach dem letzten fahrenden öffentlichen Verkehrsmittel gesehen und dabei festgestellt, dass einer der zattoo-Gründer (im Folgenden nur Herr Hashimoto) gerade erst mit einem Schwall euphorisierter Mitarbeiter aus einem Etablissement und also vom Abendessen kommt und somit wohl noch weitere Zeit bis zu einer offenen Ansprache bleibt.
Herrn Hashimoto und dem Haufen dann unauffällig folgend geht es zurück Richtung Ballhaus und kurz nach dem Eintreten der Truppe ein weiteres Spektakel. Echte Fernsehprominenz versucht sich in der Großstadt zu orientieren. Standesgemäß mit der Taxe bis vor die Haustür gefahren kommt der Kachelmann, steuert zielbewußt auf das Werk des Skandinaviers von oben zu und bittet um Einlass in die fiktive Klinik für Amnesiepatienten. Nach einem kurzen Geplänkel in Germanoenglisch geht es stramm weiter auf der Pappelallee, nur in falscher Richtung. Doch was ein echter Wetterkartenleser ist, der findet auch hier schnell raus, dass ausgeschaltete Lampen in geschlossenen Kneipen nicht ganz das sind, was man für den Abend gesucht hat. Also Kehrtwende und ab auf den Hof und durch und rein ins Vergnügen. Lassen wir Herrn Kachelmann mal für den Moment beiseite und erwähnen nur kurz, dass auch er uns später, nicht im Ringelpullover vor dem Klo in Konversationen vertieft (da gab es ihn auch und ich bereute, extra mein geringeltes Longsleeve ausgezogen zu haben), sondern noch viel später wieder begegnen wird.
Inzwischen ist es eine gute Stunde später als noch oben. Der Saal hat sich ansehnlich gefüllt, eine wenig talentiert erscheinende junge Dame hat mit einer Art Medleygesang begonnen und mit einem kleinen Trick (immer schön undeutlich sprechen) hat sich auch David hereinmogeln können.

Einlassdame: Wie heißt du?
David: David?
EInlassdame: David, wie weiter?
David: Meyer.
Einlassdame: Das ist ein sehr schwieriger Name. (Und sie notiert irgendetwas ausserhalb der normalen Felder, der Stempel wird aufgedrückt und Einlass gewährt.)

Wir besorgen uns Schlüsselbänder 2.0 und Biere, setzen uns auf das Podest und greifen auch mal eine Schmalz- und ein Salamistulle ab. Der Gesang der Dame von vorhin wird besser. Und das ganz objektiv, denn ihr Äußeres hat sich durch den Alkoholkonsum nicht verbessert, Beweis also angetreten, sie scheint sich warm gesungen zu haben. Nur mit der Stimmungsmache klappt es nicht so gut, ein Glück, dass ihr einziger Versuch in dieser Richtung auch ihre letzten Worte an das Publikum waren „Und jetzt noch viel Spasssss…“ kommt einfach mal genau so gut an wie „Seid ihr alle da“ und „Ich will eure Hände sehen“, schwierige Gewässer also.
Jetzt ist also Zeit für Herrn Hashimoto, noch einmal auf den Plan zu treten. Ein paar warme englische Worte, ein Lächeln und die Erkenntnis, dass ich nicht mehr weiß, was er gesagt hat, da kann nicht viel Substanz dahinter gewesen sein. Der Schweizer danach, der sich mit den Worten „Ich bin Schweizer“ vorstellte konnte da immerhin noch eine Pointe bringen. Wir wären von einem Peer-to-Peer- zu einem Bier-to-Bier-Netzwerk gekommen, drei Leute schaffen es nicht, sich nicht auf die Schenkel zu klopfen und ab dafür. Das war der zattoo-Launch von offizieller Seite. Nichts weiter, keine Präsentation, keine Slideshows, kein Internet im ganzen Haus, irgendwie so etwas wie nichts. Das hatten wir uns dann doch irgendwie anders vorgestellt, aber warum auch etwas bewerben, was alle Anwesenden ja schon eine Weile kennen?
Da der Abend aber noch nicht zu Ende war und inzwischen auch ein leidlich talentierter Mensch ein paar Schallplatten über sein iTunes laufen ließ, machten wir es uns auf einem weichen Hocker bequem, bevor es auf die Empore ging. Herr Hashimoto hatte sich inzwischen ein neues Getränk geben lassen und schwänzelte ein wenig durch die Gegend auf der Suche nach einem Sitzplatz, der ihm jedesmal mit den Worten „Nee, da sitzt schon wer“ verwehrt wurde. Er lächelte daraufhin und ging wieder seines Weges, doch uns brach es das Herz, wir wussten, wenn wir nichts für ihn tun würden an diesem Abend, dann würde es niemand tun. Oben angekommen waren dann ein paar Stühle und Tische aufgebaut, Tischdecken aufgezogen und anscheinend der Nachwuchs der zattoo-Macher mit Alkoholschem versorgt worden. Das war ein sehr trauriger Anblick. Ein halber Hahn in ein zu großes Sakko gesteckt checkte mit dem hobbymässige Max Buskohl-Double nach jedem unfallfrei herausgebrachten Wort. Und als sich auch noch unproportionierte Heranswachsende mit an den Tisch gesellten begann der Balztanz, wurden Getränke geholt und knieend serviert. Wenn man sich jetzt schon schwer vorstellen konnte, wie sagenhaft häßlich die dazugehörigen Eltern aussehen mussten, verbot sich jedweder Gedanke an eine Paarung dieser Opferanoden vom Nachbartisch. Deshalb traten wir lieber die Flucht auf die Couch an und David konnte Herrn Hashimotos Abend retten, als er ihn an der Bar anstehend nach weiteren Promo-T-Shirts befragte und dieser sich bedauernd entschludigen musste, sie hätten leider nicht genügend einstecken.
Für uns wurde es jetzt langsam Zeit, die Segel zu streichen, also sämtliche Habe geschnappt und wieder die Treppen hinunter, um an der unteren Bar noch eine flüssige Wegzehrung abzugreifen. Diese habe ich dann leider wenige Häuserecken später aus meiner Hand auf den Boden gleiten lassen, wo sie zerschellte, aber über einen Mangel an Bier kann ich mich an diesem Abend ja nun wirklich nicht beschweren.
Einer der letzten Eindrücke, wie mir Tags darauf klar wurde, war dann noch einer der traurigsten an diesem Abend, vielleicht noch trauriger als Herrn Hashimotos Stuhlunglück. Auf jeder Party gibt es zu äusserst fortgeschrittene Stunde immer ein Paar oder eine Gruppe, die mit einer unglaublichen Zielstrebigkeit an der absolut beschissensten Ecke der Lokalität die Ärsche parkt. Beschissen nicht nur, weil diese Stelle mit im Weg ist und man also immer beinahe über diesen Haufen aus Mensch klettern muss, beschissen auch und vor allem, weil es die Ecke ist, in der sich a
usgeschüttete Getränke und Zigarettenreste zu sammeln flegen. Und genau in dieser Ecke und dieser Menschenverkettung saß jetzt der arme Herr Kachelmann und versuchte an ein Getränk geklammert einer bizzaren weiblichen Gestalt etwas zu erklären. Worüber sie sprachen, keine Ahnung, es wird vermutlich nicht das Wetter gewesen sein.

Ja wo leben wir denn hier…?

Als ich gestern Abend auf dem Heimweg, bei Umsteigen auf dem Berliner Alxanderplatz, von einem zwielichtigen Zeitgenossen angespuckt wurde , nur weil ich ein klitze kleines bißchen Zivilcourage bewiesen hab, war ich doch für einen Moment sprachlos. Was macht man da, mitten im Gewühl? Einerseits entsetzt von der primitiven Reaktion, anderseits angeekelt von dessem Sputum, doch erst recht besonders entäuscht von der eigenen, viel zu schlagfertiglosen Reaktion. Nach dem sich der kurze Tumult nach wenigen sekunden wieder auflöste, stand ich also vor der Wahl dem Typen einen Fratzenhammer zu verpassen oder es gut sein lassen. Habe mich für letzteres entschieden, jedoch nicht ohne dem Kerl, den ich einfach mal Kalle getauft hab, noch ein : ‚ Na das war ja eine ganz schwache Nummer, Kalle!‘ Ich fühle mich damit aber nicht allein, erst recht nicht in einer Millionenstadt wie Berlin. Ich wünschte manchmal auch so kühn zu sein wie Manfred Dumke! Manfred Dumke, Berliner, 60 Jahre alt, Frührentner, ledig. Er ist der schonungslose Schlusskommentator bei Polylux und analysiert verlässlich das Weltgeschehen…
 

Illustrative #2

Ganz im Gegensatz zur Documenta ist die Illustrative 2007 eine absolute Empfehlung. Illustratoren, Künstler, Comiczeichner und ähnliche Kreative, die irgendwie alle eine Bindung an Berlin in ihrem CV zu haben scheinen, stellen dort ihre aktuellen Arbeiten vor. Das ganze geht noch bis zum 16.09.07, also nicht mehr ganz so lange, wenn man also in dem schmalen Zeitfenster noch etwas Platz finden sollte, dann ab dahin. Für 5 € ist man dabei, kann sich auf drei Etagen umtun und ist dabei auch nicht der Gefahr der Reizüberflutung ausgesetzt. Einzig im Aktionsraum sollte man ein wenig vorsichtig sein. Als ich dort war, haben gerade einige Künstler ihr Projekt Hamlet X vorgestellt und mich doch arg in Fremdschäm-Bedrängnis gebracht mit ihrer aufgesetzten Selbstironie und dem an falschen Stellen wiederum übertriebenen Ernst.

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Arbeiten von David Foldvari (links) und Mone Maurer (rechts)

Auch bei der Illustrative gibt es einen netten Ausstellungskatalog zu erwerben, dieser aber für nur 7,50 €, war also irgendwie ein Pflichtkauf nebenher.
In einem Sonderraum kann man dann auch noch mit Handschuhen an den Fingern in ein paar aktuellen Illustrationspublikationen blättern, sich einen schonen „Illustrative“-gebrandeten Faber-Castell-Bleistift mitnehmen und daran zweifeln, dass Textildrucke von noch so schönen Illustrationen wirklich für über 50 € weggehen müssen.

Wasserbomben

Während bei mir im Hof Kinder die genaue Schreibweise von Wörtern wie Schwanz oder Fotze erörtern und sich dabei die Zeit mit dem guten alten Spiel „Fang die Wasserbombe oder du wirst nass“ vertreiben, frage ich mich, was eigentlich aus den Kindern geworden ist. Zu meiner Zeit, ja, ich glaube es fängt langsam an, dass man von seiner Zeit als Referenz berichtet, da gab es so etwas wie das in meinem Hof nicht. Nicht nur, dass wir uns nicht über solche Themen verständigt haben. Ich denke, wir sind zumindest in der Hinsicht wesentlich behüteter aufgewachsen. Ohne Call-in-Sendungen, ohne Frauen, die im DSF auf mysteriöse Weise und ausgerechnet nur leicht bekleidet mit ihren Geländewagen im Matsch stecken bleiben. Also ohne Frauen, denen man am ausdrucksvollen Gesicht die brennende Frage „Hätte ich heute doch lieber Pumps statt Highheels zum Autofahren anziehen sollen?“ ablesen kann. Ich glaube, wir sind im wesentlichen bedeutend weniger sexualisiert aufgewachsen. Wir werden sehen, wohin das alles führt.

Eine andere Problematik stellt für mich dar, wie ich von meinen misslungenen Versuchen mich als erwachsener Mensch in der Stadt zu bewegen berichten kann ohne dabei diejenigen zu langweilen, denen ich meine Eskapaden schon im direkten Gespräch habe mitteilen können. Vielleicht gebe ich einfach nur den Hinweis, dass man beim Kauf von Socken, auch wenn wir alle nur Füße am Ende unserer Beine haben, darauf achten sollte, ob nicht doch irgendwo ein kleiner Aufdruck zu finden ist, der besagt „Women“. Verbinden möchte ich das Ganze auch mit der Bitte an das Verkaufspersonal, auch bei der Gefahr eines kurzen Moments der peinlichen Berührung, darauf hinzuweisen, dass das gerade im Kauf begriffene Produkt doch für das andere Geschlecht bestimmt ist. Ellenlange Gespräche, gespickt mit Rechtfertigungen und neuen Auffassungen eines Geschlechterbegriffs kann man ja dann immer noch folgen lassen oder mit Hinweis auf die Kaffeepause oder den nächsten in der Schlange rabiat abwürgen, zumindest diese Vorraussetzungen sehe ich im Servicesektor in Berlin schon mal als gegeben an.

Um das Ganze hier noch ein wenig versöhnlicher abzuschließen kann ich ja vielleicht noch einen kleien Teaser aussprechen: In Bearbeitung oder vielleicht auch erst noch Konzeption ist ein Guide für den modernen Großstädter. Wenn man so will die Anleitung zu Mittedasein. Folge Eins: Kaffeetragetechniken. Demnächst hier und dann endlich auch wieder mit ein paar Bildern.

Mittagskaffee #2

Eine wichtige Erkenntnis der letzten Tage ist ja, dass eine Straßenbahn M2, die ihre Endhaltstelle am Alexanderplatz hat, absolut unsinnig ist. Die Bahn ist jetzt zu jeder Tageszeit gerammelt voll, es ist schier unmöglich zum Rosa-Luxemburg-Platz zu kommen und auch zum Hackeschen Markt kann man nur, wenn man gewillt ist entweder noch für eine lächerliche Station in die S-Bahn zu steigen oder aber die komplette Diercksenstraße lang zu laufen. Deshalb gibt es jetzt, so wie es momentan aussieht, zwei Alternativen. Beide von Armin aufgeschnappt auf der heutigen Chaosfahrt zum Alex. Nummer eins stammt von einem Mitfahrer und Nummer zwei von einer älteren Dame, die das Glück hatte, den breitesten Platz in der Bahn zu erwischen.

Erstens: Alle, aber auch wirklich alle, beschweren sich bei der BVG und wir hoffen, dass unser innigster Wunsch, die M2 auf eine sinnvolle Weise einzusetzen, wird erhört.

Zweitens: Alle, aber auch wirklich alle, beschweren sich bei der BVG und wir hoffen, dass unser innigster Wunsch, die M2 fährt im5-Minuten-Takt und kriegt dazu noch einen „Anhänger“, wird erhört.

Nur eins muss jetzt wirklich jedem klar sein, wir müssen das zusammen anpacken!

Mittagskaffee #1

Mir ging neulich so durch den Kopf, dass man häufig beim Mittagskaffee der Weisheit letzter Schlüsse Herr wird, sie dann aber doch nicht mehr griffbereit hat. Deshalb jetzt hier das Protokoll von Dienstag, dem 15.05.2007, so gut, wie ich es noch hinbekomme.

Wir haben festgestellt, dass man bei Regenwetter im Coffeeshop seiner Wahl bleiben sollte, bei Sonnenschein muss eine Wiese her. Allerdings sind wir natürlich nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind, weshalb das da drin auch sehr voll war. Genauer: zu voll. Für eine solche Situation lohnt es sich immer einen mobiles Endgerät mit sich zu führen, dass die Sauerstoffsättigung in einem Raum misst, so dass man bei Bedarf mal eben drei bis fünf Menschen rausschicken und so auch deren Plätze im Laden einnehmen kann.

Auch noch: Ein leicht verwirrt erscheinender Mann nutze seine Chance, bei Regenwetter im Durchgang vor dem am to pm seine Tanzkünste einem endlich einmal etwas größerem Publikum zu präsentieren. Zu simplen 90er-Technobeats bewegte er sich im Seitwärtsschritt, machte dazu aber hochkomplexe Handbewegungen, die ihm sicher einen Platz als Backgroundtänzer in Michael Jackson Videos à la „Thriller“ verdient hätten.

if i were in your…jeans

Es gibt sie immer wieder. Sachen, die nur in den seltensten Fällen funktionieren. Vorhin sah ich sowas wieder an der Straßenbahnhaltestelle: skinny jeans. Die kann nun wirklich nicht jeder tragen und trotzdem machen das mehr als eigentlich gut sein kann. Bleibt mir vollkommen unverständlich, wie sowas passieren kann. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass man sein Leben in diesen Hosen genießen kann. Sind das nicht einfach nur Strumpfhosen aus Jeansstoff? Und wenn ja, ist dann in näherer Zukunft damit zu rechnen, dass man Banken mit diesen Dingern über dem Kopf überfällt? Einigen wäre es auf jeden Fall zu raten, die Hosen eher obenrum aufzuziehen, als sich die Beine in Form zu pressen. Ob diese armen Menschen zu Hause auch immer wieder das Schicksal einer Weißwurst durchleben?

Pornopeitsche

bagel to goo

so ein durcheinander ist das heute wieder, erst stunden im wartezimer sitzen und das nur für nur ein dussliges rezept. mti dem blauen zetel in de hand, rein zur apotheke doch die haben das natürlich nicht vorrätig , also das ganze betstellen, um abends nochmal dort hinzufahren und die rettene medizin in empfang zu nehmen. runter zur bahn , die ist selbstverständlich grad am wegfahren und die nächste steht auch schon als verspätet drann. hmm? ein verlegener griff in die hosentasche verrät mir, das sich doch noch ein eurostückchen in meinen besitz verirrt hat. hmm, ein euro also…was könnte man damit manchen? ahh, ein bäcker prima, also rein dort. aha…hmmm…streuselschnecke…puddingbrezel…3 spritzkuchen mit pudding drinne…nee alles mehr als einen euro. haa, da! 3 dounuts für ne mark, gekauft! mit den amerikanischen rundschmalzgebäck oder wie es meine oma auch gern nennt ‚feindgebäck‘ im mund, sprinte ich zurück zur bahn. links rechts vorbei an den punkern und ihren bellenden hunden und schlitternt in die bahn hinein. rumpelnt setzt die sich in bewegung und ich mich auf einen freien platzt. dingdong veteranenstraße* ….veteranenstarße? ein blick aus dem fenster machte mir das wahre ausmaß meines unüberlegten, kurzen sprints erst bewusst. die falsche bahn…ich bin in der falschen bahn! wild auf den stopknopf drückend kann ich das türenschließen nicht mehr verhindern. so schnell geht das heut zu tage, eben noch den kopf über die punker geschüttelt und nun selbst vom rechten weg abgekommen!
der verschollene apfeljunge* (aus irgendwo)