Ein kurzer Bilderguide – Stockholm

So ein umfassender Diebstahl mit anschließend glücklicherweise zahlender Versicherung eröffnet einem ganz neue Möglichkeiten, über die etwas veraltete Technik hinwegzukommen und shiny new products einzukaufen. Dass das natürlich nicht immer nur Spaß ist und man dabei immer wieder an die Grenzen des eigenen Wissens stößt weiß nicht nur der, der schon einmal versucht hat, sich eine gute Kamera zu kaufen. Da nun dies aber wirklich eine schwierige Kiste ist und ich auch nicht für die Übergangszeit einfach mal schnell eine einfache Digitalkamera kaufen wollte, musste ich die netten Kleinigkeiten im Alltag vorübergehend mit dem Mobiltelefon festhalten, eigentlich etwas zutiefst Verabscheuendswürdiges. Da es nun aber so war und ich auch deshalb nicht so regelmäßig meinen Speicher geleert habe, kommt jetzt eine kleine Zusammenstellung, ein Bilderguide für Stockholm neben der Piste, wenn man so mag.

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Dairy Street Art würde ich das hier nennen. Ein Appell an die Wegwerfkultur und ein Memento mori, wenn das das Ding war, dass einen an die eigene Endlich- und Vergänglichkeit erinnern sollte.

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Delicato trifft es ziemlich genau. Dieser Laster bewirbt etwas, dass sich „Dammsugare“ nennt, übersetzt wäre das ein „Staubsauger“. Wer erklären kann, warum, oder eine kreative Idee anbietet und diese in den Kommentaren hinterlässt kriegt von mir eine/n mitgebracht.

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Einkaufswagen, die das Gamerherz höher schlagen lassen. Jetzt müsste man nur noch die ganzen sedierten Miteinkäufer vor sich mit den Steuerelementen wegballern können.

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Hans, der fröhliche Handtuchspender, der so oft meinen Tag im Filmhuset erhellt hat.

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Der Frisör für die Fussballsamstage.

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Lapin Kulta, das lappische (nicht läppische!) Gold. Eine Empfehlung, genau so, wie es eine Empfehlung ist, die Finnlandkreuzfahrt an den Anfang eines Schwedenaufenthaltes zu stellen, damit man sich mit steuerfreiem Alkohol zu vertretbaren Preisen eindecken kann. Leider hat mein Glas von der Fähre die erste Wäsche nicht überstanden.

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Ein internationaler Vergleich. Der englischsprachige „Schwammbob Quaderhose“ wird ja bekanntlich im Deutschen zum „Spongebob Schwammkopf“, also „Schwammbob Schwammkopf“ (sic!). Die Schweden sind da schon näher dran mit ihrem „Schwammbob Vierkant“.

Ein drittes Standbein

Wo wir heute schon dabei sind auf die Seltsamigkeiten (eine spezielle Wortkreation zu diesem speziellen Anlass!) des Alltags in Schweden hinzuweisen und das Ganze munter mit ein paar Bildern zu illustrieren, kann ich ja folgenden Zeitungsausriss noch gleich hinterschicken. Und da dieses dritte Bein ja einige Assoziationen zum Thema Männlichkeit und Umgang mit selbiger hervorruft gleich noch via Armin ein Video hinterher mit dessen Hilfe die Synonymarmut in zukünftigen Masturbationsdebatten hoffentlich bekämpft werden kann.

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Der gemeine Schwede

Schon allein die Überschrift wäre auf Grund ihrer Doppeldeutigkeit ja eigentlich einen kleinen Pulitzer-Preis wert, doch soll es darum nicht gehen. Sondern vielmehr um etwas, dass mir vor Kurzem untergekommen ist und um etwas, das wohl eine stereotype Vorstellung von den Schweden ist. Man meint ja, der gemeine Schwede (also diesmal wirklich nicht der fiese sondern der andere) wäre extrem fortschrittlich und das in jeder Lebenslage. Vor allem aber auch wenn es um Menschenrechte geht. Doch weit gefehlt. Schweden ist ein menschenverachtendes Land. Das geht los bei der Art wie die Schweden brutalst möglich durch die Straßen laufen so dass es einem Angst und Bange um das eigene Wohlergehen wird und das zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Lebenslagen. Das Tüpfelchen auf dem i, das Sahnehäubchen und weißichnichtwasnoch ist aber der folgende aktuelle Eklat: Das Angebot eines Supermarktes auf Södermalm.

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Da ist kein Tiger in mir

Design ist ja eigentlich immer eine wichtige und spannende Angelegenheit. Dabei auf gewisse Sachen zu achten kann Spaß machen, nur darüber zu schreiben ist vielleicht ein wenig schwer, wenn es einem an dem nötigen Vokabular durch fehlende Fachausbildung mangelt. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so und man kann das Ganze dadurch mehr von der Verbraucherseite sehen. Vielleicht rede ich mir das gerade aber auch einfach nur schön, weil ich gern über ein größeres Wissen verfügen würde und jetzt zusehen muss, wie ich mit dem wenigen, das ich habe, etwas Sinnvolles anstellen kann.

Ich dachte mir, zu sagen „Design ist ja eigentlich immer eine wichtige und spannende Angelegenheit“ wäre beinahe schon eine so gute Feststellung, dass man damit den ganzen Beitrag auch schon wieder enden lassen könnte (früher haben wir das immer Killerphrase genannt). Das ist es aber wahrscheinlich eher doch nicht. Und eigentlich geht es mir auch mehr darum, dass Design häufig Kaufentscheidungen und dergleichen beeinflussen kann. Was meine Cornflakes angeht, muss ich ganz entschieden darauf hinweisen, dass mir beim Kauf vermutlich eher der Jämförpris, also der Vergleichspreis, als die Gestaltung zum Kauf verholfen hat. Ehrlich gesagt hatte ich darauf überhaupt nicht weiter geachtet, ich hielt den Karton einfach nur für ganz nett in seiner zurückgenommenen Art.

Doch wie es manchmal so kommt, sitzt man beim Frühstück da, schweigt sich intensiv mit der Geliebten an (Stichwort: ohne Worte verstehen). Und dann lässt man den Blick ein wenig schweifen. Und so kam es, dass mir auffiel, dass vom Gestalterischen her der Griff zu dieser Chokoflakespackung mehr einem ins Klo gleichkam. Zurückgenommen ist das Design sicherlich, aber ein wenig zurückgeblieben muss man dann auch sein, um das, was einem die Packung da vorgaukeln will für voll zu nehmen. Aber der Reihe nach.

Zum einen funktioniert eine Produktbewerbung, zumindest will mir das so scheinen, heutzutage eigentlich nicht mehr ohne Schlagschatten und so schwebt diese Schüssel doch sehr über das Paket anstatt die nötige Bodenhaftung zu zeigen. Doch damit nicht genug geschwoben. Auch die Flakes selbst schweben über der Milch, liegen seltsam auf, oder nehmen ein eigenartiges Photoshop-Milchbad. Man achte hierbei besonders auf die Flakes am linken Schalenrand und die „Milch“, die plötzlich einfach aufhört richtig weiß zu sein und eine Stufe höher zu stehen scheint als ihre Schwestermilch ein Stück weiter oben auf der Packung.

Ähnlich katastrophal sehen dann auch die Bananenscheiben aus, die eher angemalte Holzscheibchen zu sein scheinen. Völlig fern ab von der sprichwörtlich krummen Banane oder einer Scheibe, die von Menschenhand geschnitten sein mag. Sicherlich ist es möglich, eine Banane morgens in die Salami- und Brotschneidemaschine einzuspannen, um eben- und gleichmässige Scheiben zu bekommen, aber das macht doch nun wirklich nur der, der auch seine m&m’s nach Farben sortiert.

Was soll das alles nun bedeuten? Was können wir aus diesem kleinen Ausflug in der Welt der Verpackungskünstler lernen? Keine Ahnung. Eventuell wäre es einfach mal spannend, Christo und Jeanne-Claude das Müsli in Stoffbahnen schlagen zu lassen. Vielleicht folgen wir aber auch einfach der postmodernen Denkweise und sagen, am Ende aller großen Erzählungen gibt es auch keine großen Blogeinträge mehr. Vielleicht sollte man aber auch einfach kein Müsli mehr von Firmen kaufen, die sich keinen vernünftigen Produktfotografen/-gestalter leisten können. Als Kontrollgruppe folgen hier noch zwei Packungen, bei denen sich ein wenig mehr Mühe gegeben wurde (obwohl in meiner Erinnerung nur ein Produkt es wirklich verdient hat, sich „Start“ zu nennen).

Überall nur Stürze und Einbrüche

Gerade kriselt es ja mächtig an den Börsen in der ganzen Welt und auch die Zuschauerzahlen des heißen Kinderprogramms Bolibompa brechen anscheinend gerade stark ein. Da fragt man sich als aufmerksamer Leser, was das jetzt mit einander zu tun haben mag und ob der Idiot nicht einfach nur das, was er grad beim yahoo-Kursrechner gesehen hat mit der letzten Schlagzeile aus dem Newsletter einer großen schwedischen Tageszeitung verbunden hat. Ja, das hat er (Mist, von mir selbst in der dritten Person gesprochen, böses Foul!), aber dann ist mir doch aufgefallen, dass es einen tiefen Sinnzusammenhang gibt, der mir erst beim Schreiben klar wurde (mehr dazu später).

Jetzt kann man das gutes Karma auf Grund eines schrecklichen Erlebnisses nennen oder aber man gibt dem Ganzen einfach keinen Namen und freut sich ein wenig über die eigene halbglückliche Lage. Denn seit unserer Ankunft in Schweden ist der EUR zu SEK-Kurs beträchtlich angestiegen. Was zur Folge hat, dass wir hier inzwischen nicht nur der Einfachheit halber sondern tatsächlich sagen können, dass der Kurs gerade 1:10 ist und das macht den Alltag doch schon wieder erheblich einfacher.
Allerdings ist man vermutlich erst so richtig irgendwo anders angekommen, wenn man denn endlich aufgehört hat wieder in Heimat- oder Ursprungswährung umzurechnen. Obwohl wir das in Berlin mit der D-Mark ja eigentlich auch immer noch machen. So ein Döner kostet heute 5,60 D-Mark, kann das sein? Haben wir dafür nicht ursprünglich mal 3,50 D-Mark bezahlt, genausoviel wie einst ein halber Hahn gekostet hat. Isst heutzutage noch jemand halbe Hähne vom Döner an der Ecke mit einer Portion Fritten dazu? Das war damals nach der Wende irgendwie unglaublich heiß und angesagt (zu Sachen, die man früher gemacht hat und bei denen man sich fragt, warum das heute nicht mehr der Fall ist kommen wir dann hoffentlich noch mal hier drüben).
Egal, so lange ich einen Liter bleifreies Super für 1,15 € bekomme, rechne ich gern hin und her und verzichte auf das vollständige Ankommen hier. Um jetzt aber mal den Einbruch der Quote im Kinderfernsehen und die international Finanzkrise zusammen zu bekommen: Das sind beides Sachen, die ich mir beim besten Willen nicht erklären kann. Denn so magische Fragen wie: Warum ist es schlecht für die deutsche Wirtschaft wenn der Euro im Vergleich zum Dollar besser dasteht wenn wir uns doch T-Shirts und Lebenskultur aus den USA für billiger kaufen können?, die kann ich nicht beantworten und leider auch nicht mit der Erdrotation oder der Krümmung der Erdoberfläche begründen. Meinen beiden Helfern wenn es zu den anderen großen Fragen des alltäglichen Lebens kommt.

Vicky Cristina Barcelona

Gestern Abend haben wir uns Vicky Cristina Barcelona, den neuen Woody Allen-Film, angesehen. Ein ganz schöner Film, vor allem wenn man den eher unterirdischen Cassandras Dream noch im Hinterkopf hat. Das einzige Manko, das ich allerdings sehe, ist der Off-Erzähler, der an vielen Stellen genau die Dinge erzählt, die man auf der Leinwand gerade sieht und nur selten dazu beiträgt, dass ein paar Leerstellen in der Handlung gefüllt werden. Oder wie Marie meinte: Er nimmt einem jegliches eigenständiges Denken ab.
Ich könnte jetzt anfangen, dieses Phänomen Off-Stimme auf furchtbar gezwungene Art und Weise mit meinem neu erworbenen Wissen über den Japanischen Film und die Rolle des Benshi-Erzählers zu verbinden, aber das würde wohl eher sehr ins Langweilige abrutschen. Eine Filmkritik braucht hier sicher auch keiner und schon gar nicht von jemandem, der in Sachen Woody Allen vielleicht nicht der Unvoreingenommenste ist. Deshalb kann ich ja einfach mal ein kurzes Erlebnis aus dem Umfeld Kinoabend vorbringen, das mir in der Form in Deutschland noch nicht begegnet ist und das ich deshalb in die Reihe meiner Klischées und Stereotypen von Stockholm/Schweden einreihen werde.

Nach der obligatorischen Filmwerbung und Werbung für Marabou Schokolade ging der Vorhang noch einmal herunter und das Saallicht wurde aufgedreht und in eine der vorderen Reihen trat der gute Mann, der zuvor, gekleidet in Anzughose, Hemd und Weste, unsere Karten abgerissen hatte und uns noch einmal unsere auf der Karte abgedruckte Sitzreihe wiederholte. Und dann führte er ein wenig Märchenstunde gepaart mit dem basalen Kino 1×1 im Stile von Stadtrundfahrten und FlugbegleiterInnenprästarteinweisungen vor. Und das ging dann ungefähr so:

Guten Abend liebe Filmfreunde und Woody Allen-Freunde,
in Kürze begeben wir uns auf eine Reise zu Liebe, Leidenschaft und Kunst nach Barcelona. Die Reise wird ca. 1 Stunde und 37 Minuten dauern. Sollten Sie zwischendurch das Verlangen verspüren, sich zu erleichtern, die Toiletten sind links und rechts, direkt dort vor den Türen, durch die sie in den Saal gekommen sind. Sie sind herzlich eingeladen, uns zu helfen, den Raum sauber zu halten und Ihren Müll selbst wegzuwerfen. Ebenfalls neben den Türen haben wir dafür extra große Müllsäcke deponiert und das wäre eine große Hilfe, da wir im Anschluß gleich einen weiteren Film zeigen werden. Vielen Dank und jetzt viel Spaß in Barcelona und mit dem Film.

Wer das auch mal erleben mag, der muss sein Glück einfach mal im Kino Saga in der Kungsgatan 24 versuchen. Oder, was soll’s, einfach in jedem Kino in Schweden, die machen das hier überall so!

Bitte, wer?

Wau, also ein Gutes hat die diesjährige Nobelpreisvergabe an diesen Franzosen, dessen Namen ich noch nie gehört habe, den ich mir deshalb auch nicht merken kann und dessen Werk auch Marcel Reich-Ranicki unbekannt ist: Ich kann auch im nächsten Jahr wieder schreien, dass der Preis dann aber wirklich mal an Philip Roth gehen sollte. Aber vielleicht warten die Damen und Herren im Kommitee ja auch einfach auf sein Ableben. Damit würde er sich aber in eine ganze Reihe großer Namen einreihen, die den Nobelpreis nie bekommen haben. Ein exklusives Dasein im Club der Übersehenen wäre das also auch nicht. Naja, mal sehen, was die lebendige Pocketausgabenkultur in diesem Land hier so macht und vielleicht kann ich ja bald was von dem Franzosen lesen und mein Bild etwas revidieren. Vielleicht sollte ich das aber nicht auf Schwedisch lesen, mh..Mal sehen wie schnell die deutschsprachigen Onlinebuchhändler hier reagieren.

Hurry, hurry, time is knapp

So oder so ähnlich zitiert meine Mutter gern Egon Olsen, Leiter der famosen Dänischen Gaunerbande mit gleichem Namen. Und was dieses Zitat illustriert ist, dass die Zeit hier unglaublich schnell voranschreitet. Das ist sicherlich zu einem Großteil der außergewöhnlichen Ereignisse am Anfang unseres Aufenthaltes hier geschuldet (mehr dazu dann sicher, wenn ich einmal Lust verspüren sollte, einen Abriss davon zu verfassen).

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Eigentlicher aktueller Auslöser ist aber, dass heute bereits die erste meiner drei Pflichtveranstaltungen hier zu Ende gegangen ist und ich jetzt eine nette kleine Hausarbeitsaufgabe zur Kulturgeschichte des Japanischen Films auf meinem Schreibtisch zu liegen habe. In diesem Zusammenhang ist mir dann auch wieder klar geworden, dass die Dokumentation unseres Aufenthaltes hier bisher etwas zu kurz gekommen ist. Da wir aber nebenbei durchaus einiges im Bilde festgehalten haben, sei hiermit auf die Bildergalerien die es schon gibt und die, die da noch kommen werden hingeweisen.

Generell lässt sich das Geschehen unter folgendem Link nachverfolgen:

http://picasaweb.google.com/konrad.wohlrab/

Speziellere Verweise gibt es schon einmal hier:

Nobelpreisfrage

Ich lege mich fest. Das tue ich zwar jedes Jahr und bin dadurch dann bisher auch jedes Jahr wieder enttäuscht worden. Doch dieses Jahr wird alles anders, ganz sicher. Nicht umsonst sind wir ja dieses Jahr in Stockholm, der Stadt, in der die Nobelpreise vergeben werden. Und so können wir uns dann die T-Shirts vom Leibe reißen und jubelnd auf die Straße stürmen, wenn denn morgen Mittag Philip Roth endlich und verdient der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wird.
Das sollte an kessen Thesen und Ausdemfensterlehnungen für den heutigen Abend genug sein. Morgen entscheidet sich dann, ob ich mit Stolz geschwellter Brust (oder wie Hanni einst meinte: mit stolz geschwelltem Schritt) auf die Straße gehen kann oder wieder der Falschvoraussagen bezichtigt werden kann. Bei den Buchmachern steht auf jeden Fall ein Amerikanischer Autor hoch im Kurs, oder gerade nicht, also, ähem, was ich sagen will, die Quote für einen Amerikaner ist eher schlecht. Srilankesen könnten Geld bringen. Gibt es da jemanden im näheren Umfeld, der sich mit dieser Nationalliteratur auskennt und der hier einen Gastbeitrag verfassen möchte? Ich würde mich freuen.

Im Schnelldurchlauf #01

So. Die Dokumentationspflichten haben wir aus gegebenem Anlass hier deutlich vernachlässigt und eben dieser Anlass ist es auch, der die Motivation ein wenig runterzieht. Damit das hier aber eventuell irgendwann mal weitergehen kann gibt es jetzt die erste schwedische Woche im Schnelldurchlauf.

12.08.2008

Abreise aus Berlin am frühen Morgen. Fähre Sassnitz-Trelleborg. Mittags dann Malmö im Regen und dem entsprechend nicht ganz so viel tolles von dort. Danach fortgesetzte Reise an der schwedischen Westküste nordwärts mit Fernziel Göteborg. Übernachtung unter anderem in einer Bumskugel (siehe gern hier: http://picasaweb.google.de/konrad.wohlrab/SDschweden?authkey=6248F3ubXJI#).

14.08.2008

In der Nähe von Göteborg haben wir an einem See gehalten, einen Parkschein für den offiziellen Parkplatz gekauft und sind dann baden gegangen. Eine halbe Stunde später war das Auto bis auf eine Reisetasche, die Campingausrüstung, unsere Betten, die Verpflegung und interessanterweise Monitor und Drucker geleert. Der Abend bei der Polizei war beschissen, da der gute Mann uns gegenüber nicht nur keine Ahnung sondern auch keine Kapazitäten, Empathie oder sonst etwas hilfreiches besaß. Die Nacht auf dem Ibis-Schiff im Göteborger Hafen (oder war es nur ein Kanal?) verbracht, was sicher ein Highlight gewesen wäre, wenn die Situation nicht so unfreiwillig gewesen wäre. Der nächste Tag war von Hilflosigkeit erfüllt und endete mit einer Marathonfahrt bis nach Stockholm, wo uns eine Freundin von Maries Cousin freundlicherweise bis zum nächsten Montag aufnahm.

18.08.2008

Tag eins im Wohnheim. Leichte Besserung, weil man nicht mehr ganz auf der Flucht resp. Durchreise lebt. Von hier aus dann der Versuch, weitere lebenswichtige Sachen zu regeln. Dazu immer wieder die schönen Spaziergänge zur Universität, wo man dann auch mal einen Computer nutzen konnte, um mit der Welt in Kontakt zu treten.