Nomen's land

Das Spiegel-Interview mit Philip Roth und die über Technorati herausgefundenen 0 Fans unseres kleinen Experimentes hier, haben mir eines wieder mal vor Augen geführt. Wir müssen persönlicher werden, mehr preisgeben oder zumindest so tun. Und wie kann man gut so tun und sich doch immer wieder herausziehen? Richtig! Mit einem Alter Ego. Aber so eines sollte gut durchdacht sein, also in erste Linie der Name, denn auf lange Sicht kann man mit einfachen Wortspielen nicht glücklich werden und 08/15 hilft einem auch nicht weiter. Deshalb gebe ich hier einfach mal eine Liste der letzten Spaßnamen, dann sind die raus aus dem Kopf und dieser frei für eine langlebige Kunstfigur. Nathan Zuckerman, du wirst nicht mehr allein sein!

  • Manni Küre
  • Anna Fylaxi
  • Arni Malysz (der Bruder des Skispringers Adam!)
  • Meks-de-Wörltgoraunt, Manni Meks-de-Wörltgoraunt

Nicht nur Formeln im Kopf

So. Wie angekündigt hier jetzt eine Art Bonmot oder auch ein schöner Morgengedanke, der ja nicht mehr das gleiche ist, seit das Teil Denkpause heißt.

Jedenfalls habe ich mich neulich gefragt, ob man als Skandinavistik-Student Interpol-Fan sein darf. Johannes meinte dazu: kategorisch nein. Das ist aber natürlich zu unreflektiert und deshalb schicke ich hinterher: Nein, denn Interpol ist ja quasi der natürliche Feind der Olsen-Bande!

Jetzt mit 30% mehr Bonmots und cleveren Gedanken

Damit hier wenigstens etwas passiert und damit die Situation auf all unseren Zetteln ein wenig entspannter wird ab jetzt auch Kürzeres. Zum Beginn etwas Altes.

Neulich meinte ein Kind zu seiner Mutter in der Ringbahn: „Fahren wir bis Endstation?“

Und ja, Johannes, ich bin mir bewußt, dass die Bahnen anderthalb Runden fahren und dann eine Art Endstation haben und ja, du hast mir das seinerzeit erzählt. Nichtsdetotrotz ist es lustig.

Probleme schaffen

In letzter Zeit ist es hier ja wieder ausnehmend still um uns geworden. Neulich hatte ich darauf hingewiesen, dass viel zu tun zu haben eher eine schwache Ausrede ist. Heute muss ich sagen, es ist die einzig wahre. Vielleicht hat all die Stille ja auch mit dem Ende der Blogkultur zu tun. So etwas ähnliches las ich neulich in der Berliner Zeitung, die ja für ihre tagesaktuelle Netzwelt-Seite bekannt ist. Und hey, die paar Feeds, die ich abonniert habe waren auch schon mal outputgesegneter.
Feeds sind auch ein gutes Stichwort. Armin wies mich auf „brief“ hin, ein netter kleiner Feedreader, der als Firefox-Plugin daherkommt und jetzt immer schön meine Feeds runterlädt und wenn ich das richtig sehe auch dafür sorgt, dass ich diese mal in einer Internetfreien Situation lesen kann. Das als eingeschobener Pick der Woche, ohne viele Worte, spricht ja auch für sich. Und ich entschuldige mich für so langes Ausbleiben selbiger, manchmal hat man einfach auch nichts Neues, oder eben viel zu tun (ha!).
Damit man aber trotzdem noch ein wenig Spaß haben kann hier jetzt ein Fundstück, auf das mich Marie aufmerksam gemacht hat. Eine sehr schöne Sache und man beachte die Überschrift, um es mir nicht gleich zu tun und erst einmal auf diese Sache hereinzufallen.
Viel Spaß beim Chronifizieren.

systemische-therapie
Aus:  Arist von Schlippe/Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung, Göttingen 2007, S. 112.
(hoffen und beten wir, dass das keine Urheberrechtsstreitigkeiten nach sich zieht)

Was würde Helmut tun?

Sind wir tot oder offline? Fällt uns nichts mehr ein? Gibt es tatsächlich nichts mehr auf der Welt, über das wir uns aufregen könnten? Nein zu allem dreien.
Die Sache scheint anders zu liegen. Viel zu tun hat wohl jeder heutzutage, deshalb ist es eine schlechte Ausrede. Was uns dann vor die Frage stellen sollte: Ausrede suchen oder einfach übergehen? Aussitzen wie Altkanzler Kohl? Man weiß es nicht, denn bekanntlich steckt man nicht drin. Alles, was wir tun können, ist Besserung zu versprechen. Oder auch auf Projekte hinzuweisen, die einen gewissen Teil der Arbeitszeit in Anspruch nehmen.

Mail Artists‘ Index – In einem Satz kaum gut beschreibbar, aber wer sich für Postkunst und das darum entstandene Netzwerk interessiert findet hier vielleicht ein paar ganz spannende Eindrücke dazu.

Aus der Traum? Künstlerische Aufbrüche und Reflexionen seit ’68 – Eine kleine Ausstellungsreihe in der Galerie Parterre und der Brotfabrik, auch hier ein Querverweis zur Mail Art mit Robert Rehfeldt, der als nächstes ausgestellt wird.

Ansonsten gibt es natürlich noch ein paar weitere Projekte, an denen wir arbeiten, zum Teil genießen diese aber einen Status, der es unsinnig machen würde, darüber zu berichten. Sollte sich dort alles zum Guten wenden, berichten wir aber sicherlich darüber. So lange nehme man dies hier bitte als ein Lebenszeichen und vergnüge sich mit den Nebenprojekten. Wenn uns dazu noch weiteres einfällt, reichen wir dies als Inspiration für die noch recht kurzen Tage nach.

Pick der Woche #8

The Rasterbator heißt das spannende Tool, dass es diese Woche zu testen gilt. Mit wenigen Handgriffen kann man damit aus einem normalen Foto ein ziemlich bis unendlich großes Poster nach dem Prinzip Starschnitt erstellen.
Dafür einfach das Bild einladen, dann festlegen auf welchem Format man ausgeben möchte (im Zweifelsfall natürlich A4), dann die Größe des Ganzen festlegen, also die Anzahl der Blätter die man herausbekommen möchte und noch die Rasterweite (wie groß also die Punkte werden, die uns aus dem populären Zeitungsdruckverfahren bekannt sind). Und schon erstellt einem der Rasterbator kreisrunde Raster in ein .pdf, das man sich nach dem Ausdrucken wieder zusammenbasteln und an bis zu 20m lange Wände kleben kann. Eine feine Sache, die man sicher auch gut für persönliche Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker einsetzen kann.

Und weil das alles so kurz ist bisher und weil Weihnachten ist und weil ich mich von den besten Downloads des Jahres auf der Chip-Seite habe inspirieren lassen, gibt es gleich noch ein weiteres Tool dazu. Name: Tipp10. Was hier nach einer Lotto-Toto-Tippspielgemeinschaft klingt, dient in Wirklichkeit dazu, das schreiben mit 10 Fingern zu lernen. Das ist etwas, dass ich schon immer mal vor hatte, dann aber so lange aufgeschoben hatte, dass ich irgendwann soweit war mit 5-7 Fingern recht schnell und ziemlich fehlerfrei zu schreiben. Deshalb ist dieses Teil wohl eher etwas für diejenigen, die noch mit 2 Finger oder so in der Art schreiben, denn wenn man erst mal auf einem gewissen Level ist, fällt es so unglaublich schwer, sich an die richtigen Regeln zu halten, dass man die ganze Übung nur noch zur Stärkung der Frustrationstoleranz heranziehen kann. Ansonsten gehört das Tool aber zu den wirklich gut gemachten Schreiblernprogrammen, nur durch den marquee-Text fängt irgendwann das Bild an zu schwimmen, so dass die Augen durchaus noch einen Moment brauchen, bis sie das Bild analog wieder stabilisiert haben. Wer aber auf solche Effekte steht oder die richtigen Kräuter im Schrank hat, der kann das gern mal ausprobieren.

Pick der Woche #7

Verdammt. Schon nach der sechsten Woche scheint die Luft raus zu sein. Eine Woche ohne Pick, das ist ein kleines Armutszeugnis, das ich mir hier selbst ausstellen kann. Und inzwischen ist es auch schon recht spät am Freitag Abend. Ich bin meine letzten paar Wochen Aktivitäten durchgegangen und sehr viel Neues war nicht dabei. Deshalb, und damit ich wieder mal etwas für diese Rubrik hier habe, nehme ich diese Woche ein paar Kommandozeilen daher, richtig schöne Uninstall Strings.
Beim Wechsel von Adobe CS2 auf CS3 hatte ich mich schon gewundert, warum denn Bridge, Extend Script Toolkit und diese eine Fotogeschichte, deren Name mir jetzt schon wieder entfallen ist (update: natürlich Stock Photo), immer noch auf dem Apparat sind. Die Lösung dann gestern beim Großreinemachen: Adobe ist schuld. Die haben keine vernünftigen Uninstaller dafür vorgesehen gehabt und meinten, man müsse diese Programme aber unbedingt mit dabei haben, wenn man sich Photoshop installiert. Das ist natürlich unsinnig und ich kann mich auch nicht daran erinnern, auch nur eines dieser drei je gebraucht zu haben. Ein wenig Rumgegucken später habe ich ein paar Kommandozeilen gefunden, die mir wunderbar das Übel vom Rechner nehmen. Zu finden sind diese hier. Für CS3 gibt es wohl Ähnliches, da das aber noch im Einsatz bei mir ist und ich die Verwendung nicht ausschließen mag, unternehme ich erst mal nichts in diese Richtung. Rechtlich bin ich mir da nicht allzu sicher, auch wenn es heißt, die Schnipsel kämen von Adobe selbst. Deshalb der Link zu anderen und die Überlegung für mich, ob wir überhaupt einen Disclaimer irgendwo haben, das kann ja bei Links immer nicht schaden. Dem müsste man mal auf den Grund gehen.

Irgendwas läuft falsch

Gerade noch hatte ich das Gefühl, die zweieinhalb Bier von vor um neun würden mich rasch in die Knie zwingen. Jetzt aber bin ich wach und die gute Singlehaushaltsvierkäsepizza wird wohl ihren Teil dazu beigetragen haben. Und irgendwie ist das mit der Produktivität ja auch nicht schlecht zu so später Stunde. Da kann man sich noch mal eben ins Fleece werfen und vom Auto die Adapterkassette holen oder Sachen zusammensuchen, sortieren und einpacken. Vielleicht werde ich auch noch den Abwasch machen. Das alles für eine geschrumpfte to-do-list nach dem Aufstehen. Nur schade, dass die Bibliothek nicht bis Mitternacht offen hat und das man die Großeltern trotz seniler Bettflucht nicht jetzt noch anklingeln kann, um sich für die Dose voller Plätzchen (nicht die Keksdose!) zu bedanken. Jaja..die Nachtarbeit und das ganze Drumherum, sie haben wohl auch was Gutes. Nicht zuletzt weil jemand, der ganz unglaublich gute Fotos von sich selbst besitzt das bei jemand anderem im Gespräch erwähnt.

Walk like Virus

So, nun scheinen die meisten Viren meinen abgemergelten Körper wieder verlassen zu haben, nicht jedoch ohne ein bleibendes Gefühl von Flau bis Übelkeit in mir zu hinterlassen. Doch was heißt das jetzt mal ganz konkret (wie Michael Friedmann wohl in seiner Talk Show kess fragen würde und das nicht ohne dabei seinem Gegenüber die glänzende Stirn ganz nahe vor dem Gesicht zu Parken, die Zähne zeigend eine Hand auf das Knie des Gesprächspartners zu legen und die nächste Gelegenheit ab zu warten, dem Gast beim Erklärungsversuch ins Wort fallend, sich zur Kemera zu drehen und freudig verkünden ‚Das war Micheal Friedmann…‘ APPLAUS) ?Das heißt lieber Michel und zwar ganz konkret, das man auch mal im Bus, eben noch guter Dinge und diesmal nicht die Gedanken kreisen, sondern die Gedärme von Null auf gleich Achterbahn fahren.    Das heißt, ganz konkret, panisch den STOPknopf drücken, die Lippen ganz ganz fest zusammen pressen und auf das befreiende Zischen, der sich öffnenden Bustür warten….und das heißt zu dieser Jahreszeit leider auch , ganz konkret, wenn man diesen Anfall am Opernplatz hier in Berlin erlebt, ich aus dem Bus stürze, nach frischer Luft schnappend, in eine Wolke-de-Odeure der Sonderklasse stolpere. Folgende Gerüche seien besonders erwähnt: gebrannte Mandeln, Glühwein und halber meter Bratwurstgeruch. Keiner dieser war sonderlich hilfreich!Frohes Fest*

Von Kindern und Kötern

Es gibt Stammkneipen. Und es gibt Stammgäste. Und zu jeder Stammkneipe gehört auch irgendwie ein Wirt. Manchmal hat dieser Wirt auch so etwas wie eine Familie. Zu so einer Familie gehört dann neben einer Art Frau häufig auch so etwas wie ein Kind. Wenn dieses Kind dann halb in der Kneipe gross wird, kann es eigentlich nur verkorkst werden. Häufig wird ihm aber auch eben jene Verkorkstheit schon in die Wiege gelegt. Und so passiert es dann mitunter in einer Kneipiersfamilie, dass man sich an einem Adventssonntag zum Brunch im eigenen Etablissement einfindet. Doch auch so ein Brunch findet mal ein Ende. Wenn man als Kneipierskind bis dahin nicht genügend Ananas in sich reingestopft hat, hilft auch kein Betteln, Flehen oder Zetern mehr. Schreit man seine Kneipeneltern trotz allem noch mit steigendem Lärmpegel an, so dass im Laden der Eindruck entsteht, man könne das Kind deutlicher hören, nachdem es bereits vor der Tür steht, dann sorgt man dafür, dass man zumindest kurzzeitig Gesprächthema ist. So sagt dann auch mal einer der Stammgäste zur Bedienung, bezugnehmend auf leichte Unwegsamkeiten in der Erziehung des Kindes: „Im Fernsehen gibt es doch da diese Sendung dafür.“ – „Die Super-Nanny?“ – „Nein, so eine Hundetrainerin.“

Was unserem Chrystalbiertrinker im Moment seinert Äußerung sicher nicht bewußt war, ist die aktuelle politische Brisans seiner Worte. In Zeiten, in denen so genannte Hartz IV-Familien ihre Kinder verhungern lassen, die Hunde aber mehr als wohlgenährt in der Wohnung herumliegen, muss man einfach aufpassen.