Von Kindern und Kötern

Es gibt Stammkneipen. Und es gibt Stammgäste. Und zu jeder Stammkneipe gehört auch irgendwie ein Wirt. Manchmal hat dieser Wirt auch so etwas wie eine Familie. Zu so einer Familie gehört dann neben einer Art Frau häufig auch so etwas wie ein Kind. Wenn dieses Kind dann halb in der Kneipe gross wird, kann es eigentlich nur verkorkst werden. Häufig wird ihm aber auch eben jene Verkorkstheit schon in die Wiege gelegt. Und so passiert es dann mitunter in einer Kneipiersfamilie, dass man sich an einem Adventssonntag zum Brunch im eigenen Etablissement einfindet. Doch auch so ein Brunch findet mal ein Ende. Wenn man als Kneipierskind bis dahin nicht genügend Ananas in sich reingestopft hat, hilft auch kein Betteln, Flehen oder Zetern mehr. Schreit man seine Kneipeneltern trotz allem noch mit steigendem Lärmpegel an, so dass im Laden der Eindruck entsteht, man könne das Kind deutlicher hören, nachdem es bereits vor der Tür steht, dann sorgt man dafür, dass man zumindest kurzzeitig Gesprächthema ist. So sagt dann auch mal einer der Stammgäste zur Bedienung, bezugnehmend auf leichte Unwegsamkeiten in der Erziehung des Kindes: „Im Fernsehen gibt es doch da diese Sendung dafür.“ – „Die Super-Nanny?“ – „Nein, so eine Hundetrainerin.“

Was unserem Chrystalbiertrinker im Moment seinert Äußerung sicher nicht bewußt war, ist die aktuelle politische Brisans seiner Worte. In Zeiten, in denen so genannte Hartz IV-Familien ihre Kinder verhungern lassen, die Hunde aber mehr als wohlgenährt in der Wohnung herumliegen, muss man einfach aufpassen.

Veröffentlicht von

konrad.

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2 Gedanken zu „Von Kindern und Kötern“

  1. ohh ohh, willst du etwa behaupten hartzIVempfänger stopfen sich nur mit kohlenhydraten voll und lesen nicht?
    ich fand die sachen mit nix im kopf, ausser…doch auch noch erwähnenswert !

  2. Keineswegs. Es ging auch weniger um den Biertrinker als um die Familie, die vor Kurzem in den Schlagzeilen war, weil sie ihr Kind (ich glaube sie hieß Lea-Sophie) hat verhungern lassen, während ihre Hunde immer fetter wurden. Diese Beiden waren meines Wissen Hartz IV-Empfänger. In dem Zusammenhang ging es auch darum, dass das zugeteilte Geld ja reichen würde, nur eben in diesem Fall nicht für das Kind verwendet wurde, was der eigentliche Skandal war.

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