Ratespaß #01

Viel zu oft haben wir hier bei Differentialdiagnose oder Gerndesign oder auch Leitungswasser Gewinn- und Ratespiele abgehalten und dann keine vernünftigen Preise für die glücklichen Gewinner gehabt. Oder wir haben es schlichtweg vergessen, die Preise auszuteilen. Besonders schmerzlichen ist in diesem Zusammenhang immer wieder der Fall von Hannis T-Shirt, dass für den Gewinn der Leiwa-Kicktipp-Runde erhalten sollte. Darauf macht er uns mit schöner Unregelmäßigkeit aufmerksam und das zu Recht. Genauso häufig wie er aufbegehrt vertrösten wir ihn dann wieder, dass er das Hemd bald bekommen würde, doch bisher ist nichts geschehen. Keine Sorge Hanni, Du wirst Dein T-Shirt bald bekommen, wir, ähem, planen gerade die Gestaltung.

Damit das Ganze aber so nicht weiter haben wir uns jetzt ein vollkommen neues Konzept für solche Spiele einfallen lassen: Ab jetzt wird erraten und gewonnen OHNE Preise dafür zu bekommen. Jetzt gibt es nur noch lobende Erwähnungen, die man erhaschen kann.

Das fröhliche Rätsel in dieser Woche ist eine Art Remus. Für den Anfang sehr leicht gehalten. Und wenn das doch noch immer nicht reichen sollte gibt es noch weiter unten einen Hinweis darauf, aus welchem Lebensbereich das Lösungswort stammt.

Rätsel 1

Gesucht ist eine ehemals äußerst populäre amerikanische TV-Serie.

Hier, Dingenskirchen ist natürlich ausgeschlossen und auch alle Beteiligten dürfen sich zurück halten oder mir ihre Freude in einer Mail schildern.

Schneekettentempo

Eigentlich will ich irgendwie mal auf ein zwei Sachen hinaus, die mir während des diesjährigen Winterurlaubs eingefallen sind, aber dann merke ich immer wieder, dass da ja auch andere Sachen noch davor passiert sind und dann weiß ich immer nicht, ob ich mir selbst vorweggreifen sollte oder doch besser chronologisch durch die Ereignisse jage. So mache ich das auf jeden Fall jetzt erst mal noch für den Moment, wer weiß, wohin mich meine Ungeduld dann letztlich treibt.

Am dritten Tag in den Alpen hat Orkantief Emma, wenn man so sagt, uns im Griff und den Gletscher geschlossen gehalten. Und irgendwie wohl auch ein paar andere Skigebiete, weshalb alle Menschen auf EINE andere Anlage gehen mussten. Dementsprechend voll war es dann auch. Eine Tageskarte ab 12 Uhr für diesen Spaß auf dem Berg mit dem sprechenden Namen „Schlick 2000“ kann man, logischerweise, erst ab 12 Uhr kaufen, macht ja auch Sinn. Schließlich können diese Infrarot- oder RFID-Maschinen ja keine Daten von diesen Plastikkarten abfragen. Es wird wohl noch ein weiter Weg sein bis wir bei der Utopie angekommen sind, wo ein Gerät mit unsichtbaren Strahlen eine verschlüsselte Uhrzeit abfragen und mit der aktuell eingespeisten Weltzeituhr abgleichen kann, um daraufhin eine Tür entweder zu öffnen oder geschlossen zu halten. Ich wünsche meinen Enkeln, dass sie diesen Tag erleben werden.

Später hatte ich dann noch das Glück ein längeres Stück Lebensweg mit ein paar Engländern zu gehen, in einer Gondel. Einer Gondel, die auf einer Strecke mit durchschnittlicher Fahrzeit von 5 Minuten mehrmals für 2 – 5 Minuten stehen blieb. Dabei haben wir viel von einander gelernt. Also eigentlich nur ich von ihnen und das auch nicht unbedingt freiwillig. Auf jeden Fall waren Darling und Honey an Board. Und diese beiden mögen es, Bier zu trinken und zu kochen. Und zwar genau in der Verteilung, dass sie kocht und er trinkt, aber bitte nicht so viel, dass er nachher das Essen nicht mehr zu würdigen weiß. Ein anderer Begleiter berichtete davon, dass er immer Schweissfüsse kriege, wenn er Sylvester Stallone als Cliffhanger oder andere Stilikonen in ähnlichen Situationen fast vom Berge fallen sieht. Die Köchin findet das so schockierend, dass sie meint, auch noch einmal die restlichen Unzulänglichkeiten des armen Schwitzfusstropfes durch unsere wackelnde Gondel schreien zu müssen: „Du stinkst im Schlaf, schnarchst und deine Füsse fangen an zu schwitzen, wenn du einen Actionfilm siehst! Wie hält deine Frau das mit dir aus?“

Oh…Und ich traf Roland, der geistesgegenwärtig die ganze Situation in folgende treffende Worte zusammenfassen konnte: „In der Stadt sieht man sich nie und dann trifft man sich im Stubaital!“ Auch sein „Wir sehen uns ja dann“ bewahrheitete sich nachdem ich aus der englischen Gondel kam, verrückte kleine Skifahrwelt.

Am Ende das Tages tun einem dann Stellen weh, von denen man nicht wusste, wo sie eigentlich sind und man spürt Muskel von denen man nicht glaubte, sie zu haben.

Aber 'nen Kamm in der Tasche

Nachdem ich mir gerade die Haare mit dem Schauma 7 Kräuter Shampoo gewaschen habe, muss ich sagen, ich bin enttäuscht von mir, aber auch stolz auf mich. Enttäuscht, weil da tatsächlich mehr Kräuter gerade über meine Kopfhaut gewandert sind, als ich in meiner Küche zur Speisenverfeinerung bereit halte. Aber auch stolz, weil es in meiner Küche mehr Kräuter gibt, als in einer Packung Dentagard. Darüber hinaus finde ich mich auch ganz gut, weil ich dem Impuls widerstehen konnte, diese Erkenntnis in das Schema der „Kleine nackte Figuren in der Bild Zeitung erklären einem jeden Tag aufs Neue was denn eigentlich Liebe sei“-Sprüche zu drücken. Singlehaushalt ist, wenn man mehr Kräuter im Shampoo…

Hallo Susi, hier spricht dein Fön

Ich dachte ja immer, einen Gothik/Gruftimenschen als Mitbewohner zu haben wäre irgendwie ganz praktisch. Die stehen irgendwie auf Tote und Totes und alles was damit sonst so zu tun hat. Dementsprechend brauchen die dann ja auch nicht allzu viel Zeit morgens im Bad. Oder hat man schon mal einen Toten erlebt, der noch etwas Rouge auflegen muss? Aber Pustekuchen. Wie so oft scheint die Wahrheit sich zum Gegenteil hingezogen zu fühlen und meine romantische Verbindung von Tod und der Nacht stimmt auch nicht, denn es wird sich am Wochenende auch schon mal recht früh das Haar an der Wand neben dem Bett geföhnt. Es gibt wohl doch keine durch und durch guten Mitbewohner.

Publicity

Sollten wir eigentlich anfangen uns stärker zu vernetzten? Die Zahlen in Google Analytics sprechen doch stark dafür. Auf der anderen Seite kann man natürlich auch den Kurt Cobain in sich herauskehren und sagen: „Wir wollten nie, dass das Ding so gross wird!“ Schwierige Fragen. Aber eine Idee hätte ich schon, so in Anbetracht der etwas nackigen About-Seite. Man könnte sich gegenseitig Texte in der Art von Bandinfos schreiben. Das wäre sicher auch etwas für Johannes, den ich heute mal mit keinem Link versehe, wird er doch schon allzu oft von mir hier erwähnt. Aber Kristian und Co., da fällt mir ein, ich sollte den Blogroll wohl mal aktualisieren. Und was macht eigentlich Hanni im Internet? Scot Pollard produziert bei mir nur eine 404er Seite.

Wenn der Kopf zu ist

Heute mit Widmung: Dieser Text ist für zwei meiner besten Freunde: Johannes, den Täufer und Johannes, den Klopapierkäufer. Ein wenig aus der Reihe, aber dafür von Herzen kommend, von mir, ganz tief drinnen. Dazu passend: Ich bin krank, habe den Schnupfen meines Lebens (auch etwas, das von ganz tief drinnen zu kommen scheint). Und ich habe kaum Taschentücher im Haus, will mir aber auch keine kaufen gehen. Also muss die Lösung woanders gesucht werden. Was gibt es noch an Zellstoffartigem im Haus? Richtig. Klopapier (was für ein Anschluss an die Raststättengeschichte!) und Küchenpapier. Von beidem habe ich schon ungefähr je eine ganze Rolle verbraucht. Und am Ende, da bleibt ja doch noch etwas.

Diese Überbleibsel, und jetzt komme ich einmal mehr darauf zurück, warum ich bei Matthis Charakterkartenspiel „Monsieur Penis“ gezogen habe, kann man hervorragend z.B. in der närrischen Zeit verwenden, als Kostüme o.ä.
So kann man sich denn auch bei etwas erwachseneren Veranstaltungen spaßenshalber komplett entkleiden und den kleinen Mann, der da frei rumhängt mit solch einem Rohr bedecken (s. Abb. 1).

kurzes Rohr
Abb. 1 – Für den Mann, der etwas zu verbergen hat und es auch tun sollte.

Auch hier gibt es sicherlich Leute, die meinen, das würde nicht reichen. Dafür gibt es dann die erwähnte Rolle Küchenpapier (s. Abb. 2).

langes Rohr
Abb. 2 – Nein, dass das Teil irgendwie schief fotografiert ist hat diesmal keinen tieferen Sinn.

Was aber wirklich der Knüller an der ganzen Geschichte ist, ist die Modularität des Bausystems. Ähnlich den Red Hot Chili Peppers mit ihren abnorm langen Genitalsocken kann man sich auch hier unter Zuhilfenahme handelsüblichen Klebestreifens ein unglaubliches Rohr zaubern, das dazu auch noch wesentlich stabiler ist als jede alte Socke. Blender aufgemerkt! Ja, man kann hier durchaus den einen oder anderen Zentimeter dazuschummeln.

Rohrvergleich
Abb. 3 – Die Modularität besticht.

Jetzt wäre der Spaß natürlich nur halb so groß, wenn man sich nicht auch noch dazu hinreißen lassen könnte, die Rohre mit Pappmaché zu bekleben und mit lustigen Augen und Ohren zu versehen. Der Phantasie sind auch hier, wie bei Art Attack für die Kleinen, keine Grenzen gesetzt.
Ich würde jetzt gern sagen, dass dieses neue Partybastelbogenset (diverse Rohre, altes Zeitungspapier für Pappmaché, Leim, Klebestreifen, Wasserfarben und eine spezielle Pappschere) demnächst in Massenproduktion geht, aber vermutlich würde ich dann einen Riesenärger mit der Klopapierlobby bekommen, wenn nicht jemand anderes zuvor schon diesen Beitrag als anstößig irgendwo meldet und die geschätzten Herren vom BKA vor meiner Tür stehen. Wenn es einen Mutigen gibt, der diese Idee vertreiben möchte, gegen ein Belegexemplar und die Erwähnung als geistiger Vater trete ich meine Rechte ab und wünsche viel Erfolg. Sollte jemand sich solch ein Rohrschonerrohr mit den im Handel befindlichen Materialien selbst herstellen und das Ganze hübsch bunt angemalt haben, ich würde mich über ein Foto (des leeren Rohres!!!) freuen.

Unentschuldbar

So. Weiter geht es. Tag zwei des Urlaubsexperimentes, wenn man so will. Und was steht vor dem Urlaub immer, richtig, die Reise. Was man interessanterweise immer wieder zwischen den Reisen vergisst, sind die Unannehmlichkeiten, die da teilweise mit verbunden sind. So sitzt man ja gut und gern auch mal einen ganzen Tag im Auto und erfreut sich an sämtlichen möglichen Geschwindigkeitszuständen, bis hin zum totalen Stillstand. Dann gibt es dazu noch die Raststätten mit ihren Raststättentoiletten und natürlich dem berühmten Raststättentoilettenpublikum. Wenn man sich seinen Blasenfüllstand dann auch noch ähnlich gut wie ich einteilen kann und am ersten Platz nach der österreichischen Grenze die Erleichterung sucht (das ist der Platz wo alle Welt noch rasch die Vignette kauft!), dann hat man gewonnen. Aber es ist auch ein Erlebnis, zu sehen, wie die vormals so streng beachteten Grenzen zwischen den Geschlechtern hier zwischen Bocki mit Sempf und über dem Boden verteilten Pipi aufgehoben werden.
Zurück im Automobil geht das große reisebegleitende Spiel „Wer versucht sich als erstes den Kopf mit dem elektrischen Fensterheber abzusäbeln weil schon wieder das gleiche Lied im Radio läuft“ weiter. In diesem Falle war es „Apologise“ von Timbaland und One Republic, wenn mich da nicht alles täuschen sollte (gefühlte sieben bis zweihundert Mal lief dies Epos). Ein würdiger Kandidat für diesen Hasspreis also. Ach, und ich frage mich, wann ich das letzte mal so unglaublich gut über die tagesaktuelle Politik und die Staus auf dem Münchener Autobahnring informiert gewesen bin.
klobon.jpg

Was man vielleicht auch noch machen könnte, wäre, die Autobahnklogutscheine zu sammeln und die dann vielleicht bei Ferero gegen Fernfahrerfanausrüstung eintauschen. Gibt es tatsächlich Menschen, die einen halben Euro (immerhin eine ganze Mark!) für die Toilette ausgeben und sich dann wieder anstellen, um einen Kaffee zu kaufen, der sie nach maximal weiteren 50 Autobahnkilometern zum erneuten Kloeinkauf zwingt?

Aufräumarbeiten

So. Zurück aus dem Winterurlaub und versehen mit ein paar Erlebnissen kann jetzt ja die Abarbeitung des Aufgestauten beginnen. Und fürs Protokoll: Einfach klasse, wenn man wieder nach Hause kommt und dann in den Samstagabend-Partyverkehr gerät, sowieso nur die S-Bahn fährt, und das so unregelmässig, als wäre schon Montag und der Notfahrplan in Betrieb. Dazu die Information, dass das schon lange so läuft und wohl auch noch lange so laufen wird und dass das Auto an einer der vermeintlich teuersten Stellen kaputt gegangen ist. Da freut man sich, zurück zu sein und seine Zeit sinnvoll anlegen zu können.
Was jetzt aber die vorangegangenen Erlebnisse angeht: Jedem Menschenfreund und auch denen, die es werden wollen sei von Ganzem Herzen einmal eine Fahrt in der S5 vom Ostkreuz aus an einem ganz normalen Freitagabend, vielleicht so gegen 21.30 Uhr, angeraten. Zumindest für die kurze Strecke bis nach Birkenstein kann man da herrlich interessante Menschen kennenlernen. Dazu sollte man dann nur noch ein wenig Reisegepäck bei sich haben und bedenken, dass man eine Station vor dem Fahrtende der Partywütigen, also nur Zentimeter vor dem Kontrast, noch einmal die Bahn wechseln muss. Von einer Bahn in Normallänge in eine auf zwei Wagen Verkürzte. Das ist Tokyo für Arme, Kuscheln für Einsame und Freudentaumel für Triefnasen. Für die ganz Fortgeschrittenen empfiehlt es sich, wiederum eine Station zuvor schon einmal die schweren Taschen und Koffer einen Wagen weiter nach vorn zu transportieren, damit man nachher nicht böse erwacht, wenn man in Mahlsdorf feststellen muss, dass die Tür an der man seit nunmehr gefühlten zweihundert Stationen stand sich nicht öffnen lässt.
Alles in Allem ein würdiger Auftakt für eine Zeit der Erholung, der sich nur noch durch einen Magath’schen Waldlauf mit Rollkoffer auf dem Rücken toppen ließe.

Was berühmte Menschen sagen

Häufig hört man ja die Bonmots verschiedener meist toter Menschen. Diese passen dann immer „wie die Faust auf’s Auge“ oder so in der Art. Das sind zumeist kluge Sätze, komprimierte Gedankengänge, im Dreischritt auf die Essenz verkürzt. Doch was ist mit den anderen Sachen, die diese Menschen so gesagt haben. Ein Gedanke, der sich aufdrängen sollte, doch den man eigentlich nicht geht. Doch jetzt ist es passiert und die Berliner Woche hat damit zum ersten Mal einen wirklich guten Witz gedruckt, dazu meine herzlichen Glückwünsche. Es geht hier wie folgt…

Nietzsche hat einmal gesagt…
Berliner Woche – Lokalausgabe Prenzlauer Berg, Nr. 9 – 19. Jahrgang, S. 13.

Aggricolae

Ich gehe ja gelegentlich an die örtliche Hochschule und partizipiere an dem dortigen studentischen Leben. Da wird viel geredet an so einer Hochschule. Mir ist auch klar, dass da nicht immer nur Gutes bei rumkommen kann. Es gibt aber so Tage, da ist die Quote besonders gering. Da kommt aus den Köpfen statt Geistesblitzen nur heiße Luft. Zeitweise soviel, dass ich es fast schon schade finde, nicht Mathematik zu studieren, denn dann könnte ich womöglich wenigstens ausrechnen, wieviel Milch man damit aufschäumen kann.