Kants Kategorischer Imperativ

Falls es mal eine Flaute in der Berichterstattung geben sollte, hatte ich diesen Text geschrieben. Ausserdem habe ich das folgende verfasst, kurz nachdem ich verstanden habe oder auch kurz nachdem mir mal erklärt wurde, was denn eigentlich der kategorische Imperativ nach Kant ist. Und weil mir grad nichts einfällt und ich es für unsinnig halte, jetzt das Ganze künstlich zurückzuhalten, gibt es das jetzt hier einfach so.
Man mag es für Klugscheißerei halten, aber auf einer Party kommt man sicher immer ganz gut an, wenn man mit den Philosophiestudenten ein wenig mithalten kann. Außerdem ist das ganze Prinzip irgendwie doch recht einfach.

Kant sagte also sinngemäß, wenn man moralisch sein möchte, dann solle man sich vor jeglicher Handlung überlegen, ob alle anderen auch danach handeln könnten. Dazu stellt man sich vor, dass alle anderen nicht nur danach handeln könnten, sondern müssten. Man macht also einen Imperativ daraus. Wenn das Ganze jetzt noch funktioniert ohne dass man sich in einen Selbstwiderspruch verstrickt, dann hat man gewonnen.

Nehmen wir die Lüge als Beispiel. Kann ich lügen und moralisch sein? Nach Kant wäre jetzt die Regel: Alle müssen lügen. Wenn das aber alle tun, dann wird bald niemand mehr an das glauben, was andere sagen. Das Vertrauen geht verloren und mit ihm auch die Grundlage für eine Lüge, denn ich kann nur dann erfolgreich lügen, wenn andere mir diese Lüge abnehmen. Daraus folgt also, dass ich nicht lügen und gleichzeitig moralisch sein kann. Das bedeutet nun nicht, dass man nicht lügen darf, man kann dann eben nur nicht für sich beansprochen ein Mensch mit reinem Gewissen zu sein.

Constant meinte, eine Schwäche gefunden zu haben. Wenn ich einem Unschuldigen auf der Flucht Unterschlupf vor seinen Verfolgern gewähre, diese dann aber an meine Tür klopfen und fragen, ob derjenige bei mir ist, soll ich dann nicht lügen? Denn nach Kant sollte man ja auch nicht unnötig Menschenleben verschwenden, was ja wohl klar der Fall wäre, wenn man den Unschuldigen ans Messer liefert. Kant meinte dazu, dass man nicht lügen sollte. Und fügte hinzu, dass ja eventuell die Chance besteht, dass die bösen Verfolger es einem nicht abnehmen, wenn man sagt, dass der Versteckte bei einem im Keller hockt und so vielleicht weiterziehen. Alles ein wenig schwierig und nicht recht glaubhaft, aber willst du moralisch sein, dann geht das bei Kant eben nur so.

Das ist dann eigentlich schon alles. Kurz: Frage dich, ob die Welt funktionieren würde, wenn alle so handeln müssten wie du es vorhast, steckt da drin kein Widerspruch bist du moralisch und hast einen Freifahrtsschein, wenn nicht, dann noch mal von vorn.

Veröffentlicht von

konrad.

Eighty percent of success is showing up.

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