MarsEdit 3

Es gab eine Zeit, da haben wir Software-Empfehlungen ausgesprochen und Programme empfohlen, die wir mehr oder minder im täglichen Einsatz haben oder die uns einfach nur Freude bereiten. Diese Zeit ist leider schon viel zu lange her und das muss wieder geändert werden.

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Beinahe jedes Wort, das ich auf Differentialdiagnose veröffentliche, schreibe ich mit Red Sweaters Desktop Blogging-Software für den Mac MarsEdit. Jetzt ist Version 3.0 erschienen und bringt ein paar neue Features mit sich, die das Veröffentlichen zusätzlich erleichtern.

Browser-basierte Oberflächen sind häufig langsam, für einfaches Schreiben viel zu überfrachtet und erfordern eine ständige Internetverbindung. Für die Erstellung von Inhalten im Netz ist das nicht immer das Angenehmste. Doch jedem, der einen Mac hat (und das werden bekanntermaßen immer mehr) kann geholfen werden.

MarsEdit ist kompatibel mit WordPress, Blogger, Tumblr, TypePad, Movable Type und vielen anderen der gängigsten Blog-Plattformen und stellt somit die ideale Lösung dar, wenn man orts-, zeit- und internetunabhängig an den Inhalten für das eigene Blog arbeiten will.

Mit Hilfe eines Templates und ein paar Platzhaltern kann man MarsEdit sogar dazu bringen eine Vorschau anzuzeigen, die genau so aussieht, wie das eigene Blog. Damit hat man die volle Kontrolle darüber, wie die eigenen Inhalte später online aussehen werden.

Dazu steht den Autoren mit der neuesten Version der Software die Auswahl zwischen einem Rich Text- und einem HTML-Editor zur Verfügung. 
Der neue Rich Text Editor sorgt dafür, dass man seine Blogeinträge schreiben kann, ohne dafür HTML beherrschen zu müssen. Leider gibt es (noch) keine Formatierungstoolbar, wie man sie aus anderen Texteditoren kennt. Um den Text also fett oder kursiv erscheinen zu lassen, oder einen Link einzufügen, muss man entweder die dazugehörigen Tastaturkürzel kennen, oder ein Dropdown-Menü bemühen, das durch zusätzliche Klicks leider etwas umständlich zu bedienen ist. Vielleicht ist dieser Umstand aber nur der Tatsache geschuldet, dass die 3.0er Version ein großer Release ist, und wird in einem folgenden Update behoben.
Der HTML-Editor hat währenddessen ein Syntax-Highlighting bekommen, so dass Markup-Stücke im Text schneller vom Fließtext zu unterscheiden sind und etwaige Fehler einfacher gefunden werden können.

Äusserst praktisch ist, dass man ab sofort auch WordPress-Seiten herunterladen und bearbeiten kann. Musste man sich bisher für Änderungen an statischen Seiten immer über die Weboberfläche einloggen, ist die Verwaltung von Seiten nun um vieles einfacher und angenehmer direkt in der Software gelöst.

Ebenfalls neu ist die Integration von iPhoto, Aperture, Lightroom und Flickr. Dadurch lassen sich die Mediatheken der einzelnen Programme bequem aus MarsEdit heraus nach passendem Bildmaterial durchsuchen. Zusätzlich können Bildgröße, -name und alternativer Texte angepasst werden und MarsEdit übernimmt das Skalieren der Bilder, so dass man sich um Proportionen keine Gedanken machen muss.
Durch die neue upload-on-publish-Funktion können Posts jetzt komplett offline erstellt und Texte, Bilder und andere Medien erst bei der Veröffentlichung gemeinsam hochgeladen werden.
Leider fehlen dem Media Manager bisher die iPhoto-Ereignisse, was besonders dann schade ist, wenn man sich das Bildmaterial für die Beitrage schon in Ereignissen zurechtgelegt hat.

Für alle, die ihre Blogposts unabhängig von einer Internetverbindung und sicher vor etwaigen Abstürzen oder Serverfehlern schreiben wollen ist MarsEdit meine Empfehlung.
Für mich persönlich ist dieses Upgrade schon jetzt ein lohnendes, und wird es umso mehr, wenn die Möglichkeiten des Rich Text Editors erweitert werden, was sicherlich ganz oben auf der Agenda des Entwicklers Daniel Jalkut steht.

MarsEdit 3.0 kostet $39.95, das Upgrade von Version 2 $14.95.

Nebenbei sei Jalkuts Blog empfohlen, auf dem er kürzlich u.a. ein paar lesendswerte Benimmregeln für twitter zusammengestellt hat, auch wenn man sich sicher nicht an alle halten kann und will.

Veröffentlicht von

konrad.

Eighty percent of success is showing up.

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