Dinge, die mich zum weinen bringen #1

Eine der schlimmsten Sachen der Welt ist der Telefonsupport. Ein Wort, dass man spätestens seit dem Kontakt mit den ausgelagerten Callcentern der Fujitsu-Siemens AG nur noch in Anführungszeichen schreiben sollte. Da mein sehr anstrengender Versuch, ein neues Display für meinen alten Laptop zu ertelefonieren (kaputt war eigentlich das Mainboard [sic!]) jetzt schon einige Zeit zurück liegt, wähle ich statt dessen einen jüngeren Vorfall, der mich tieftraurig machte.
Die Firma 1und1 hat anscheinend einen riesigen Kundenstamm, vielleicht war das früher auch einmal zu Recht so. Ich kann mich zwar an Zeiten erinnern, in denen deren Server regelmäßig ausfielen oder gewartet werden mussten, was glaube ich eine Tautologie ist, aber insgesamt waren sie doch für ein paar Jahre ganz gut, vor allem, wenn man in die Internetwelt erst einsteigen wollte.
Heutzutage sind die Angebote im Bereich Webhosting, ach was sage ich, die Angebote von 1und1 überhaupt fernab von zeitgemäß. Php-fähige Server sind nicht bezahlbar, der Traffic ist limitiert, von Subdomains kann man in normalen Tarifen nur träumen und überhaupt fehlt es vorne und hinten. Also entschließt man sich zum nächstlogischen Schritt und kündigt mal eben schnell seinen Vertrag, bevor sich die Mindestvertragslaufzeit (wir merken es uns als eines der Unwörter des Jahres vor) sich wieder einmal um einen schweinischen Zeitraum verlängert. Aber Pustekuchen. Bis ein Normalsterblicher herausgefunden hat, dass man zur Kündigung nicht über den normalen Login-Bereich gehen muss, sondern sich auf der Subdomain (klingelt’s?) "Vertrag" einloggen muss, vergehen schon mal 2-3 Arbeitstage. Dann dort angekommen passiert das Nächste. Man sollte nicht glauben, sich hier mit dem Namen der von sich bestellten Domain einloggen zu können, nein, man braucht auch nicht die Vertragsnummer, um den Vertrag zu kündigen, man braucht die Kundennummer. Und wo steht die? Richtig. Im normalen Login. Also dorthin, Nummer kopiert, zurück zum vorigen Login, das ganze halb verzweifelt in die Tastatur, die ja nun gar nichts dafür kann, reingeprügelt und auf bessere Zeiten gehofft. Dann kann man kündigen, muss noch fünf unnötige Klicks machen, um dann auf eine Seite zu kommen auf der eine Telefonnummer erscheint. Warum nur? Ist eine Sicherheitsmaßnahme, logisch. Also dort angerufen, dem Menschen am anderen Ende des Rohres erklärt, dass man wirklich kündigen will und noch hinterhergeschickt, dass der einzige Grund der ist, dass man inzwischen glaubt das blaue Formular zum Antrag auf Passierschein 38A richtig ausgefüllt zu haben. Danach wird prompt ein .pdf freigegeben, dass man sich ausdrucken darf. Das Ganze unterschrieben und per Fax oder, wie in meinem Falle, Briefpost nach Karlsruhe tragen lassen und dann sollte es doch mal gehen, nicht wahr? Ja, manchmal tut es das. Manchmal aber, da verschwindet so ein Schreiben auch auf unerklärliche Weise in den Weiten der Deutschen Post AG, ein kümmerlicher Verein für sich, und denn wird es ganz düster in Deutschland. Dann nämlich wird die Kündigung als storniert angesehen und, hier eine Nivellierung, der Vertrag für nur noch 6 Monate verlängert.
Aber eigentlich wollte ich mich ja darüber aufregen, wie schlimm es am Telefon war. Ich hatte nämlich versucht heraus zu bekommen, warum die Bestätigung der Kündigung nicht ankommt. Es war natürlich, wie oben beschrieben, nie der entscheidende Brief angekommen. Aber um das zu erfahren, galt es erst einmal mehrere 14 Ct./min. dem Teufel in den Rachen zu werfen und mit einer debilen Computerdame darüber zu streiten, was man denn gerade in den Apparat gesungen oder per Tasten eingegeben hat. Dann kommt man doch wieder zu einer ahnungslosen Mitarbeiterin, die mit Flüsterstimme ihr Unwissen erklärt und einen mal eben in die Warteschleife stellt, um bei den Kollegen die nötigen Informationen einzuholen. Die Musik der hirntoten Kapelle auf Band ist dann natürlich wieder vollkommen übersteuert, so dass man denkt, man wäre Van Gogh und müsse sich jetzt rasch das Ohr abschneiden. Das Ende der ganzen Geschichte war dann die Aufforderung, einfach noch mal den nötigen Schriebs loszuschicken und zu hoffen, dass es diesmal klappen würde. Zusagen für eine fristgerechte Kündigung natürlich ausgeschlossen.
Also 1und1, ihr bringt mich zum weinen.

Veröffentlicht von konrad.

Eighty percent of success is showing up.

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2 Kommentare

  1. mich auch! du weißt warum. viel geld für nüscht aber ok es war mein fehler (unter drogen).

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