— Differentialdiagnose

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Berlin

Einem urbanen Künstler passt es zunehmend immer weniger, wenn man ihn Street Artist nennt. Der Begriff grenzt die Vielseitigkeit der künstlerischen Betätigungsfelder zu sehr ein. Wo aber passt die Bezeichnung »Street Art« besser, als wenn es um Straßen, ihre Namen und deren Beschilderung geht? Rund um den Helmholtzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg findet sich diese Kunst zunehmend, im wahrsten und doppelsten Sinne des Wortes, Witzes und Wortwitzes.

Ich weiß nicht, wie lange es diese Menge an überarbeiteten Straßenschilder schon gibt, die »Träumerstraße« habe ich allerdings schon vor ein-zwei Wochen gesehen. Dass aber inzwischen fast jede der angrenzenden Straßen einen alternativen Namen bekommen hat, war mir neu. Dank eines Hinweises meiner Eltern konnte ich aber heute noch eine Runde mit dem Rad drehen und ein paar Bilder davon machen.

Und so ging es dann…

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die »Träumerstraße« entlang, vorbei am »Möhren Salat«…

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…über die die »Flunkerstraße« hinweg…

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…vorbei an der »Schneemannstraße« und rund um den Helmholtzplatz…

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…zur »Kokettestraße« und wieder zurück…

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…weitere lustige Schilder suchend auf der »Zappelallee«…

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…um nach etwas erfolgloser werdender Suche noch mit der »Flunkerstraße/Stargate Straße« versöhnt zu werden.

Eine sehr schöne Idee also, die leider ein wenig an der etwas stümperhaften Umsetzung scheitert. Schriftarten und -größen passen nicht ganz zu den Schildern und die weißen Aufkleber heben sich etwas zu stark von den doch schon angegrauten Tafeln ab, so dass nur für einen kurzen Augenblick der Eindruck entstehen kann, jemand könnte tatsächlich auf die Idee gekommen sein, den Straßen solch seltsame Namen zu geben.

Abgesehen von der sehr gedrängten »Schneemannstraße« und der nicht so lustigen »Kokettestraße«, die man ja auch einfach »Nettestraße« hätte nennen können, waren ein paar schöne Ideen dabei, von denen »Zappelallee« und »Flunkerstraße« sicherlich die besten sind. Warum allerdings noch niemand die Danziger Straße in »Ranzige Straße« umgetauft hat, bleibt mir unerklärlich.

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Ich habe nichts gegen Schwaben.
Ich habe nichts gegen Mate-Trinker.
Ich habe nichts gegen Gelegenheits-Kiffer.
Ich habe nichts gegen Menschen, die ihre Steuerklärung machen.
Ich habe nichts gegen Menschen, die im Ausland nicht ans Telefon gehen, weil das zu teuer ist.
Ich habe ein wenig was gegen Menschen, die sich so laut unterhalten, dass sie meinen mobilen Musikabspieler übertönen.
Auch Menschen, die sich übermäßig distinguiert geben finde ich zumindest bedenklich.

All diese Menschen für sich genommen sind wunderbar auszuhalten, kommt aber all dies in einer Person zusammen, versammelt ein Mensch all diese Übel in sich, vom Schlechtesten das Beschissenste, dann, ja dann möchte ich manchmal von einem Recht Gebrauch machen können, das mir qua meiner über 20 Jahre in diesem Bezirk zustehen müsste und diesen laut Scheiße erzählenden, kiffenden, Freunde wegen der Steuerklärung meidenden, im Ausland nicht telefonierenden weilsch so deuer isch, möchtegerndistignuierten, Mate-saufenden, pseudointellektuell flachwichsenden Vollpfosten einen zumindest temporären Platzverweis erteilen können. Wahlweise gäbe ich mich auch mit einer Ecke zufrieden, in die sie sich für fünf Minuten zum Schämen stellen müssten.

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Es gibt Momente im Leben, da schämt man sich für sich selbst, es gibt Momente, da schämt man sich für andere und für alles andere gibt es Mastercard. Für die auch nicht sehr seltenen Augenblicke, in denen man sich statt für die eigenen Taten mal “nur” für die eigenen Gedanken schämt, gibt es jetzt die neue Reihe “Verdammt, wie deutsch von mir”.

Heute mit folgender Situation: Als die junge Mutter ihren VW Halbtransporter entgegen der Fahrtrichtung vor dem Café parkte ging mir ein “Na, das musste jetzt natürlich unbedingt sein” durch den Kopf.

Irgendwie platzwartig von mir.

In (beinahe) den Worten des Bundespräsidenten: Dafür schäme ich mich sehr.

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Am Mittwoch Abend war ich in der Böll-Stiftung, um mir ein Podiumsgespräch zum Thema Leistungsschutzrechte für Verlage unter obigem sehr plakativem Titel anzuhören.

Als einziger Vertreter der Verlagsseite saß dabei Christoph Keese, Chef der Öffentlichkeitsarbeit beim Axel Springer-Verlag, zwei (mit Moderator Matthias Spielkamp drei) ehemaligen bzw. noch aktiven Journalisten gegenüber und fand sich schnell in der Situation wieder, sich arg für jedes Wort rechtfertigen zu müssen. Da es ihm aber partout nicht gelingen wollte, zu erklären, was man sich unter Leistungsschutzrechten für Verlage vorzustellen habe und wie sich diese vom bereits bestehenden Urheberrecht der Autoren unterscheiden sollen, geschah ihm das vielleicht auch zurecht.

Den anderen Diskussionsteilnehmern, der freien Journalistin Eva-Maria Schnurr und dem Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Malte Spitz wollte, wie auch dem Großteil des Publikums, nicht so recht klar werden, was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht meinen und verfolgen.

Während das Urheberrecht die kreative Leistung des Autoren schützt, soll es beim Leistungsschutzrecht um die organisatorischen und finanziellen Vorleistungen der Verlage gehen. Was aber sind diese Leistungen der Verlage? Woran kann man sie festmachen?

Im Gespräch zwischen Chrsitoph Keese und dem fünften Podiumsteilnehmer, Medienrechtsanwalt Till Jaeger, wurde relativ schnell klar, dass man diese zumindest nicht am Layout (der wohl offensichtlichsten Leistung des Verlages) festmachen kann. Nun stellt sich sehr schnell die Frage, inwieweit man denn überhaupt im Internet nachvollziehen könne, woher der Text eigentlich stammt, wenn er (bspw. durch Copy+Paste) nur noch im ASCII-Format vorliegt. Da die Zweit- und Drittverwertungsrechte nach wie vor bei den Autoren liegen und diese somit ihre Texte auch über ihre privaten Blogs anbieten können sei dies nicht mehr nachvollziehbar.

Es gehe den Verlagen, so Keese, um die gewerbliche Nutzung “ihrer” Texte, was sowohl Aggregatoren wie bspw. Google einschließt, aber auch jeden Arbeitnehmer, der sich die Texte auf der Arbeit ausdrucke, um sie für seinen Job zu nutzen. Dies solle in Zukunft nur noch auf Grundlage der Vergabe von Lizenzen möglich sein. Eine Idee, deren Umsetzbarkeit ohne Zuhilfenahme von Pauschalabgaben für jeden Betrieb ich hier stark in Frage stellen würde.

Was also dieses Leistungsschutzrecht sein soll, war auch nach dem Mittwochabend nicht klar, nur dass es sich um eine Art Lizensierungsmodell für Verlage handeln soll. Ob ein solches Modell tatsächlich gewünscht und praktikabel ist wird sich zeigen müssen. Für den Moment klingt es aber vielmehr nach einem verzweifelten Versuch der Alten Medien, sich ein Stück des Kuchens zurückzuholen, den die Neuen Medien ihnen durch die schnelleren Möglichkeiten des Web 2.0 abgenommen haben. In meinen Augen kann das nicht die Lösung für die Probleme der (Zeitungs-)Verlage sein, sie müssen andere und vor allem eigene Wege der Distribution und der Teilhabe an Anzeigenmärkten und Werbeerlösen finden.

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…’ne Currywurst. – Herbert Grönemeyer (siehe Youtube)

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Inzwischen sind es weniger als 320.000 Sekunden bis am Samstag, dem 15.08.2009 anläßlich des 60. Geburtstages der vielbesungenen Wurst das Deutsche Currywurst Museum Berlin eröffnet. Neben der Aufarbeitung der Geschichte der Currywurst (Hier wittere ich großen Streit mit der Hansestadt Hamburg darüber, wer denn nun wirklich zuerst da war. Man vergleiche hierzu auch Uwe Timms Buch “Die Entdeckung der Currywurst“!) kann man im Museumsimbiss wohl so manche Variation probieren. Insofern sollten wir hier vielleicht mal eine investigative Gruppenreise dorthin starten, nur vielleicht nicht gerade am Eröffnungstag, da wird ja auch wieder Fussball gespielt/geschaut.

Einzig mit dem Maskottchen scheint man mal wieder einen halben Griff ins Klo hingelegt zu haben, sieht dieses Wesen mit dem unsinnigen Namen QWoo doch eher wie scheiblierte Scheiße aus. Aber mit diesen Assoziationen muss man wohl leben, wenn man sich der Geschichte der Wurst verschrieben hat. Und ultimativ wird die Wurst ja wieder zu einer anderen Wurst. Wir erinnern uns an die Schule und den ersten Wursterhaltungssatz. Genauso gerne denke ich auch an den Schnellimbiss vor dem damals noch vorhandenen ehemaligen Palast der Republik, wo so mancher der Rückbauarbeiter sich dem klassischen Wurst-rein-Wurst-raus-Manöver hingab.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier: www.currywurstmuseum.de

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In den Hip-Hop-schwangeren Zeiten unserer Jugend mussten wir uns von unseren Müttern anhören, unsere tief heruntergezogenen Hosen sähen aus, als hätten wir uns in die Hose gemacht. Eine, gerade aus heutiger Sicht, durchaus vertretbare Meinung. Nachdem unsere Beinkleider nun aber größtenteils wieder in Richtung Norden gewandert sind bleibt eigentlich nur festzuhalten, dass es damals wenigstens Hosen waren, die diese Produktbezeichnung noch verdient hatten. Schaut man sich dieser Tage auf den Straßen um, sind es nun die Mütter, die in ihren ultrabequemen baumwollenen Stretch- und Schlabberteilen in der Gegend herumspringen. Und dabei sehen sie nicht nur so aus, als trügen sie eine Portion Gulasch spazieren, sie wirken vielmehr als hätten sie das Einscheißen erfunden und zu einer olympischen Disziplin gemacht. Schon seltsam, wie sich die Zeiten ändern.

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Jetzt, wo die Apachen neuer Weltmeister im StrandVölkerball 2009 sind empfinde ich es als meine Pflicht, deren “Nationalhymne” hier zu präsentieren. Ein paar leicht einzuübende Tanzschritte, die einem spätestens dann zum Vorteil gereichen, wenn man im nächsten Jahr den Versuch der Titelverteidigung verfolgen mag. Ansonsten steht man vermutlich in jeder gut sortierten Dorfdisko besser da, wenn man sich entsprechend bewegen kann.

Und so sieht das dann aus:

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Sonntag Abend saß ich zu Hause und erwartete die Polizei. Ein Streifenwagen sollte kommen. Vorausgegangen war eine kurze Episode, die mich mit der Frage zurückgelassen hatte, wer denn bei solch komplizierten Vorgängen noch Interesse an aktiv gelebter Zivilcourage u.ä. haben sollte.

Zuvor sah es folgendermaßen aus: Ich kam nach Hause und sah bei mir im Hausdurchgang, dass dort eine Freitag-Tasche und ein blaues Holzfällerhemd lagen. Instinktiv und wie vermutlich so manch anderer habe ich diesen Haufen erst mal liegen gelassen, hätte ja auch sein können, dass dieser von jemandem nur kurz abgelegt wurde. Später wollte ich mich dann für nur ein paar Minuten, oder sagen wir eine halbe Stunde, an der Sonne auf dem Wasserturm erfreuen und ein wenig Relektüre von Knut Hamsuns “Hunger” betreiben. Ein ziemlich gutes Buch, dass bei meinem ersten Durchgang vor einigen Jahren ein konstantes Titel-Gefühl bei mir hervorrief und irgendwie eigentlich mehr eine Empfehlung für einen kalten und hungrigen Winter ist. Meine Flucht aus dem Hause und in die Sonne war dabei nicht nur einem verzweifelten Versuch geschuldet, für den Sommer schon ein wenig vorgebräunt zu sein, um dann nicht komplett zu verbrennen, wenn man mal den ersten Tag etwas länger in die kräftigere Sonne tritt. Auch das Frühlingsfest der Volksmusik des Ayurvedischen Zentrums im Nachbarhinterhof mit Zitherspiel und Probe-Lach-Yoga-Seminar trug seinen Teil dazu bei.

Nun ist es aber bei weitem nicht so, dass man in der Öffentlichkeit ungestörter ist als in den eigenen vollgelachten vier Wänden. Und so dauerte es dann auch nicht lang bis zwei seltsame Gestalten am Horizont auftauchten, um mir den Sonntag ein wenig mit ihrem Gefasel zu versüßen. Der Eine trug sein lockiges Haar per blauer Vollplasteschirmmütze an den Kopf geklatscht und dazu passend eine dieser großen Sonnenbrillen, während sein Kompagnon gerade frisch gekürter Sieger der Berliner Meisterschaften im Paul Potts Look-a-like-Contest der Filmstudentenbrillenträger geworden zu sein schien. Und so legte der Klatschhaarige los und erzählte seinem im Gespräch auf Ja’s reduziertem Gegenüber davon, dass er und seine Band ja eigentlich keine Vertriebsdeals mehr machen wollten, da dabei ja kaum was rumkäme und sie überhaupt dann auch eher Musik für die älteren Semester machen würden. Die Jugendlichen gingen ja eher so zu Emo-Veranstaltungen oder auch mal Indie, aber sie würden ja so soliden Rock machen. Ich gehe davon aus, dass sie sich dann sicher noch auf das ein oder andere committen konnten, um deals zu machen wo sie ihre forces joinen können…

Da haste dann die Brille auf und eh man sich’s versieht auch wieder die Schuhe an den Füßen und diese auf der Treppe, die in Richtung der einfachen Lacher führt.

Und um die Polizeianekdote noch zu einem Ende zu führen: Bei erneutem Eintritt in den Hausdurchgang lag das Paket noch unverändert da und da kam bei mir die Frage auf, wer denn der Besitzer dieses vermutlichen Häufchens Diebesgut sein mag und oh Wunder, es waren sogar Briefe von simyo und der Sparkasse aufgerissen dabei. Und wer trägt im Berliner Frühsommer ein blaues wollenes Karoholzfällerhemd wenn nicht ein Japaner aus der Memhardstraße? Den vermeintlichen Polizeibeamten vor der gegenüberliegenden Synagoge über meinen Fund informierend wurde ich mit neuem Wissen versorgt. Die grünen Menschen vor dem jüdischen Glaubenshaus sind keineswegs Beamte, sondern lediglich Angestellte und wenn man so einen Fund tätigt, dann ist man verpflichtet eine gewisse Telefonnummer der Berliner Polizei anzurufen, seine Angaben zu machen und auf den nächsten Streifenwagen zu warten. Das erschien mir dann doch wenig verhältnismäßig. Zumal ich ja dachte, dem guten Menschen dort einen Gefallen zu tun, indem ich ein wenig Action in den sonst so drögen Alltag des Beine-in-den-Bauch-Stehens bringe. Und auch wenn er mich darauf hinwies, dass ich das jetzt aber auch durchziehen müsse, da ich das ja gemeldet habe (bei wem eigentlich, wenn er gar kein richtiger Polizist ist?) ließ ich ihn stehen und zog ab. Aber nicht, um jetzt supercool das Ende meiner gutherzigen Pioniertätigkeiten bekannt zu geben, sondern um mir den Kopf von meinem Vater diesbezüglich waschen zu lassen und dann kleinlaut die Nummer aus dem Internet zu suchen, die mir der Angestellte vor der Synagoge schon reichen wollte, die ich ihm dann aber wieder zurückreichte.

Und das Ende der Geschichte: Zwanzig Minuten später standen ein Mann und eine Frau vor meiner Wohnungstür, für die es wieder typisch war, dass ich ja unbedingt im dritten Stock wohnen müsse und sie da hocheiern sollten (der gute alte Murphy!). Nach kurzem Gespräch fand der Eine eine Telefonnummer und reichte dann für die “englische” Gesprächsführung mit dem Japaner (der ein ähnliches Talent für diese Fremdsprache aufzubringen schien) am anderen Ende des Rohres an seine Kollegin weiter. Und was dann geschah spottet jeder Beschreibung. German Police’s English Skills. Wenn man am Ende des Studiums also so gar keine Ahnung hat, was man machen soll, dann vielleicht mal an den Innensenator wenden und in einer PowerPoint-Präsentation darlegen, warum man durchaus Potenzial im “international conflict and problem handling/solving” bei den Berliner Polizeibeamten sehe.

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All die Kurzlebigkeit und der twitter-Trend führen ja immer mehr weg von Blogeinträgen und der Motivation, mal ein paar mehr Zeilen zu schreiben. Da aber 140 Zeichen nicht immer genügen, um sich so richtig verständlich auszudrücken, ist es vielleicht angesagt, sich mal die Sammelsurium-Kategorie vom fscklog abzugucken, oder man schaut sich mal tumblr etwas genauer an. Fazit für den Moment: Mit der mobilen WordPress-App lässt sich einiges im kurzen Textbereich anstellen, nur Links anbringen wächst sich zu einer Schwierigkeit aus.
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Spricht man bei Frauen eigentlich auch von einem Bauarbeiter-Dekolleté? Und wenn nein, wie kann man das dann nennen, was jetzt mit der Schönwetterwelle wieder vermehrt bei den schwer bepackte Kinderwagen-schiebenden Müttern aus den Hosen rutscht?

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“[Judith] Herrmann ist ja wirklich Literatur, und ihre Zielgruppe zehn Jahre älter als die von Kuttner.” – Gerrit Bartels / Der Tagesspiegel, 02.04.2009 [meine Hervorhebung]

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Jedem Autofahrer ist klar, dass es mehrere Feinde im Straßenbild gibt. Doch keiner dieser Feinde ist so konsensfähig wie die bundesdeutsche Ampelschaltung. Jetzt habe ich den kürzlich ausgestrahlten Bericht in einem dieser Wissensmagazine zum Thema “Die Ampel ist immer länger rot als grün” nur halb gesehen und kann mich deshalb keiner wirklich neuen Erkenntnisse erfreuen. Es ist wohl aber davon auszugehen, dass Grün- und Rotphasen ähnlich lang sind, nur die empfundene Dauer unterschiedlich daherkommt. Das macht ja auch Sinn, wenn man bei der einen Farbe stehen muss und bei der anderen einfach vorbeirauschen kann. Neben einer pseudowissenschaftlichen Erklärung ging es wohl aber auch darum, jedem Hinz und Kunz einmal die Chance zu geben, seine Ansichten über die verkehrsleitenden Lichter in die Welt zu schreien. Und warum sollte ich da jetzt hintenanstehen?

Meiner Meinung nach ist das ganze Konzept Ampelschaltung basierend auf göttlicher Vorsehung. Und auch wenn ich mich jetzt schon fast auf Grund dieser boulevardpressekompatiblen Aussage aus dem Bereich “Weiteres Inhaltsähnliches” zurückziehen könnte, muss ich doch sagen: Das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist tatsächlich so erlebt.

Auf einer dieser einstündigen Autofahrten aus dem schönen Strausberg zurück in die Stadt stellte ich fest, dass es neben meinem Gefährt nur noch einen Opel Corsa einige Meter vor mir auf den Straßen gab. Eine luxuriöse Situation, wenn man dann auch noch in Lichtenberg und somit mindestens vierspurig unterwegs ist. Zu meinem Erstaunen kamen wir darüber hinaus auch “sehr gut durch” (wie man in solchem Fall sagt). In Fachkreisen sagt man wohl “Wir hatten eine Grüne Welle”. Woran aber lag das, wenn es doch sonst nie so reibungslos voran ging? Richtig. Hier hatte Gott seine Finger im Spiel, resp. eine seiner irdischen Stellvertreterinnen. Im Corsa nämlich saß eine Nonne. Nicht am Steuer, sondern nur auf dem Beifahrersitz, aber auch das schien schon zu genügen. Ihre Aura schien sich positiv auf die Ampelphasen auszuwirken, oder sie hatte eine Standleitung zum Großen und der hat das für sie geregelt. Schnell fiel mir ein Teil unseres Speisensegnungspsalms aus dem Kirchenhort ein: “Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.” Keine Spur von “und die Grünphase natürlich”. Aber vielleicht war das auch nur die Lite-Version für all diejenigen, bei denen man sich nicht ganz sicher sein konnte, ob sie wirklich dank dafür empfanden, dass der Herr ihnen den Teller Esskastanien vor die Nase gestellt hat. Mein heidnischer Versuch, mich an die geltende Straßenverkehrsordnung zu halten und statt der gesegneten 60 Stundenkilometer die erlaubten 50 zu fahren führte schnell dazu, dass ich etwas hinter dem Mama-Mobil zurückfiel, da hieß es improvisieren. Und so begann ich mich kurz vor jeder Ampel zu kreuzigen, was ein erneuter Fehler war, wenn man bedenkt, dass wir Evangelen das eh nie gemacht haben. Prompt bekam ich dann auch die Antwort, den Zorn Gottes, die Farbe der Liebe auf die Leuchte der Landstraße (jaja..innerorts, ich weiß, aber die Alliteration war schneller als das innere Korrektorat).

Ich habe daraus gelernt, dass es wohl Dinge auf Erden gibt, die man nicht begreifen kann, wenn man nicht glauben mag und da ich nicht glauben mag, begreife ich nicht und was ich nicht begreife, das gibt es auch nicht. Macht das noch Sinn?

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