Und das Bier…

…das schmeckt heute auch dermaßen scheiße, dass ich fast anfangen könnte zu heulen. Ein Schelm, wer glaubt, meinem Unmut auf die Schliche gekommen zu sein. Einen tiefenpsychologisch fundierten Ansatz dafür habe ich mir auch schon einmal anhören dürfen, aber dazu vielleicht einmal bei anderer Gelegenheit mehr, wenn das Bier wieder schmeckt und ich davon also mehr trinken kann oder so in der Art.

Das Leben ist scheiße.

Das klingt jetzt sehr so als hätte Roberto Benigni einen zweiten Teil seines KZ-Dramas „Das Leben ist schön“ nachgelegt, aber darum soll es nicht gehen und in Anbetracht der Erfahrungen mit Sequels sind wir ihm auch zu Dank verpflichtet, dass er sich gegen eine Fortsetzung entschieden hat. Mir geht es vielmehr darum, dass Hass, Wut und Ärger Triebfedern eines gewissen Outputs sein können. In meinem Fall kommt sowas gern mal zusammen, wenn ich auf andere Menschen treffe, z.B. in einem Café. Und während jetzt die Grundschullehrerinnen und Referendare sinnentleert über Lehrpläne und Gott weiß was debattieren, aufgeschlossen, zukunftsgewandt, politisch korrekt und vielleicht sogar mit der Regelung, dass auf jeden männlichen ein weiblicher Sprecher folgen muss, ist es aber vielmehr der kleine, zu zu viel Selbstbewußtsein erzogene Rotzbengel, der mich aufregt. Nicht nur, dass seine auf irgendwas, nur nichts Gutem, hängen gebliebene Mutter ihren Sprößling mit einem gottverdammten Rollkoffer/rucksack ausgestattet hat (der hat natürlich nur eine Teleskopstange und dann einen so dämlichen Griff wie man ihn von Kickboards kennt), er ist auch noch ein schon großer Junge, der weiß was er will und glaubt über artikulatorische Stärke zu verfügen. Seinen Kakao kann er sich denn also auch allein bestellen. Natürlich nicht ohne die obligatorische Frage, ob das Milchgetränk denn mit Milch oder Wasser bereitet wird und ob es technisch gesehen denn möglich wäre die H-Milch-Plörre auch als Kaltgetränk anzurühren. Malte-Kevin, wie ich ihn arbeitstitelhalber nennen möchte, durfte dann auch noch die Rechnung bezahlen. Das sieht bei kleinen Kindern auf der ganzen Welt gleich aus. M-K geht zum Abkassierberechtigten, berichtet stolz von seinem Vorhaben, Mutti und Vati mal eben von Muttis Geld einzuladen, erfragt den Gesamtbetrag, trottet mit diesem im Kopf zu den Erziehungsberechtigten zurück, lässt sich mit Geld und einem witzlosen Trinkgeldbetrag ausstatten, macht sich auf den Weg zur Empfängergeldbörse zurück und lässt gönnerhaft den aufgerundeten Betrag erklingen.

Mein Plädoyer: Nach dem Rauchverbot sollten wir in Deutschland endlich einmal darüber nachdenken, ein Verbot für Kinder und Rollkoffer in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln einzuführen.

Mittagskaffee #2

Eine wichtige Erkenntnis der letzten Tage ist ja, dass eine Straßenbahn M2, die ihre Endhaltstelle am Alexanderplatz hat, absolut unsinnig ist. Die Bahn ist jetzt zu jeder Tageszeit gerammelt voll, es ist schier unmöglich zum Rosa-Luxemburg-Platz zu kommen und auch zum Hackeschen Markt kann man nur, wenn man gewillt ist entweder noch für eine lächerliche Station in die S-Bahn zu steigen oder aber die komplette Diercksenstraße lang zu laufen. Deshalb gibt es jetzt, so wie es momentan aussieht, zwei Alternativen. Beide von Armin aufgeschnappt auf der heutigen Chaosfahrt zum Alex. Nummer eins stammt von einem Mitfahrer und Nummer zwei von einer älteren Dame, die das Glück hatte, den breitesten Platz in der Bahn zu erwischen.

Erstens: Alle, aber auch wirklich alle, beschweren sich bei der BVG und wir hoffen, dass unser innigster Wunsch, die M2 auf eine sinnvolle Weise einzusetzen, wird erhört.

Zweitens: Alle, aber auch wirklich alle, beschweren sich bei der BVG und wir hoffen, dass unser innigster Wunsch, die M2 fährt im5-Minuten-Takt und kriegt dazu noch einen „Anhänger“, wird erhört.

Nur eins muss jetzt wirklich jedem klar sein, wir müssen das zusammen anpacken!