Eine Hose ist eine Hose ist eine Hose…

In den Hip-Hop-schwangeren Zeiten unserer Jugend mussten wir uns von unseren Müttern anhören, unsere tief heruntergezogenen Hosen sähen aus, als hätten wir uns in die Hose gemacht. Eine, gerade aus heutiger Sicht, durchaus vertretbare Meinung. Nachdem unsere Beinkleider nun aber größtenteils wieder in Richtung Norden gewandert sind bleibt eigentlich nur festzuhalten, dass es damals wenigstens Hosen waren, die diese Produktbezeichnung noch verdient hatten. Schaut man sich dieser Tage auf den Straßen um, sind es nun die Mütter, die in ihren ultrabequemen baumwollenen Stretch- und Schlabberteilen in der Gegend herumspringen. Und dabei sehen sie nicht nur so aus, als trügen sie eine Portion Gulasch spazieren, sie wirken vielmehr als hätten sie das Einscheißen erfunden und zu einer olympischen Disziplin gemacht. Schon seltsam, wie sich die Zeiten ändern.

Sand im Schuh

voelkerball.jpg

Jetzt, wo die Apachen neuer Weltmeister im StrandVölkerball 2009 sind empfinde ich es als meine Pflicht, deren „Nationalhymne“ hier zu präsentieren. Ein paar leicht einzuübende Tanzschritte, die einem spätestens dann zum Vorteil gereichen, wenn man im nächsten Jahr den Versuch der Titelverteidigung verfolgen mag. Ansonsten steht man vermutlich in jeder gut sortierten Dorfdisko besser da, wenn man sich entsprechend bewegen kann.

Und so sieht das dann aus:

Your bag is by the police!

Sonntag Abend saß ich zu Hause und erwartete die Polizei. Ein Streifenwagen sollte kommen. Vorausgegangen war eine kurze Episode, die mich mit der Frage zurückgelassen hatte, wer denn bei solch komplizierten Vorgängen noch Interesse an aktiv gelebter Zivilcourage u.ä. haben sollte.

Zuvor sah es folgendermaßen aus: Ich kam nach Hause und sah bei mir im Hausdurchgang, dass dort eine Freitag-Tasche und ein blaues Holzfällerhemd lagen. Instinktiv und wie vermutlich so manch anderer habe ich diesen Haufen erst mal liegen gelassen, hätte ja auch sein können, dass dieser von jemandem nur kurz abgelegt wurde. Später wollte ich mich dann für nur ein paar Minuten, oder sagen wir eine halbe Stunde, an der Sonne auf dem Wasserturm erfreuen und ein wenig Relektüre von Knut Hamsuns „Hunger“ betreiben. Ein ziemlich gutes Buch, dass bei meinem ersten Durchgang vor einigen Jahren ein konstantes Titel-Gefühl bei mir hervorrief und irgendwie eigentlich mehr eine Empfehlung für einen kalten und hungrigen Winter ist. Meine Flucht aus dem Hause und in die Sonne war dabei nicht nur einem verzweifelten Versuch geschuldet, für den Sommer schon ein wenig vorgebräunt zu sein, um dann nicht komplett zu verbrennen, wenn man mal den ersten Tag etwas länger in die kräftigere Sonne tritt. Auch das Frühlingsfest der Volksmusik des Ayurvedischen Zentrums im Nachbarhinterhof mit Zitherspiel und Probe-Lach-Yoga-Seminar trug seinen Teil dazu bei.

Nun ist es aber bei weitem nicht so, dass man in der Öffentlichkeit ungestörter ist als in den eigenen vollgelachten vier Wänden. Und so dauerte es dann auch nicht lang bis zwei seltsame Gestalten am Horizont auftauchten, um mir den Sonntag ein wenig mit ihrem Gefasel zu versüßen. Der Eine trug sein lockiges Haar per blauer Vollplasteschirmmütze an den Kopf geklatscht und dazu passend eine dieser großen Sonnenbrillen, während sein Kompagnon gerade frisch gekürter Sieger der Berliner Meisterschaften im Paul Potts Look-a-like-Contest der Filmstudentenbrillenträger geworden zu sein schien. Und so legte der Klatschhaarige los und erzählte seinem im Gespräch auf Ja’s reduziertem Gegenüber davon, dass er und seine Band ja eigentlich keine Vertriebsdeals mehr machen wollten, da dabei ja kaum was rumkäme und sie überhaupt dann auch eher Musik für die älteren Semester machen würden. Die Jugendlichen gingen ja eher so zu Emo-Veranstaltungen oder auch mal Indie, aber sie würden ja so soliden Rock machen. Ich gehe davon aus, dass sie sich dann sicher noch auf das ein oder andere committen konnten, um deals zu machen wo sie ihre forces joinen können…

Da haste dann die Brille auf und eh man sich’s versieht auch wieder die Schuhe an den Füßen und diese auf der Treppe, die in Richtung der einfachen Lacher führt.

Und um die Polizeianekdote noch zu einem Ende zu führen: Bei erneutem Eintritt in den Hausdurchgang lag das Paket noch unverändert da und da kam bei mir die Frage auf, wer denn der Besitzer dieses vermutlichen Häufchens Diebesgut sein mag und oh Wunder, es waren sogar Briefe von simyo und der Sparkasse aufgerissen dabei. Und wer trägt im Berliner Frühsommer ein blaues wollenes Karoholzfällerhemd wenn nicht ein Japaner aus der Memhardstraße? Den vermeintlichen Polizeibeamten vor der gegenüberliegenden Synagoge über meinen Fund informierend wurde ich mit neuem Wissen versorgt. Die grünen Menschen vor dem jüdischen Glaubenshaus sind keineswegs Beamte, sondern lediglich Angestellte und wenn man so einen Fund tätigt, dann ist man verpflichtet eine gewisse Telefonnummer der Berliner Polizei anzurufen, seine Angaben zu machen und auf den nächsten Streifenwagen zu warten. Das erschien mir dann doch wenig verhältnismäßig. Zumal ich ja dachte, dem guten Menschen dort einen Gefallen zu tun, indem ich ein wenig Action in den sonst so drögen Alltag des Beine-in-den-Bauch-Stehens bringe. Und auch wenn er mich darauf hinwies, dass ich das jetzt aber auch durchziehen müsse, da ich das ja gemeldet habe (bei wem eigentlich, wenn er gar kein richtiger Polizist ist?) ließ ich ihn stehen und zog ab. Aber nicht, um jetzt supercool das Ende meiner gutherzigen Pioniertätigkeiten bekannt zu geben, sondern um mir den Kopf von meinem Vater diesbezüglich waschen zu lassen und dann kleinlaut die Nummer aus dem Internet zu suchen, die mir der Angestellte vor der Synagoge schon reichen wollte, die ich ihm dann aber wieder zurückreichte.

Und das Ende der Geschichte: Zwanzig Minuten später standen ein Mann und eine Frau vor meiner Wohnungstür, für die es wieder typisch war, dass ich ja unbedingt im dritten Stock wohnen müsse und sie da hocheiern sollten (der gute alte Murphy!). Nach kurzem Gespräch fand der Eine eine Telefonnummer und reichte dann für die „englische“ Gesprächsführung mit dem Japaner (der ein ähnliches Talent für diese Fremdsprache aufzubringen schien) am anderen Ende des Rohres an seine Kollegin weiter. Und was dann geschah spottet jeder Beschreibung. German Police’s English Skills. Wenn man am Ende des Studiums also so gar keine Ahnung hat, was man machen soll, dann vielleicht mal an den Innensenator wenden und in einer PowerPoint-Präsentation darlegen, warum man durchaus Potenzial im „international conflict and problem handling/solving“ bei den Berliner Polizeibeamten sehe.

Sammelsurium: Sammelsurium, Bauarbeiter-Dekolleté, Kuttners Literarizität

All die Kurzlebigkeit und der twitter-Trend führen ja immer mehr weg von Blogeinträgen und der Motivation, mal ein paar mehr Zeilen zu schreiben. Da aber 140 Zeichen nicht immer genügen, um sich so richtig verständlich auszudrücken, ist es vielleicht angesagt, sich mal die Sammelsurium-Kategorie vom fscklog abzugucken, oder man schaut sich mal tumblr etwas genauer an. Fazit für den Moment: Mit der mobilen WordPress-App lässt sich einiges im kurzen Textbereich anstellen, nur Links anbringen wächst sich zu einer Schwierigkeit aus.
___

Spricht man bei Frauen eigentlich auch von einem Bauarbeiter-Dekolleté? Und wenn nein, wie kann man das dann nennen, was jetzt mit der Schönwetterwelle wieder vermehrt bei den schwer bepackte Kinderwagen-schiebenden Müttern aus den Hosen rutscht?

___

„[Judith] Herrmann ist ja wirklich Literatur, und ihre Zielgruppe zehn Jahre älter als die von Kuttner.“ – Gerrit Bartels / Der Tagesspiegel, 02.04.2009 [meine Hervorhebung]

Der Herr zeigt mir den Weg

Jedem Autofahrer ist klar, dass es mehrere Feinde im Straßenbild gibt. Doch keiner dieser Feinde ist so konsensfähig wie die bundesdeutsche Ampelschaltung. Jetzt habe ich den kürzlich ausgestrahlten Bericht in einem dieser Wissensmagazine zum Thema „Die Ampel ist immer länger rot als grün“ nur halb gesehen und kann mich deshalb keiner wirklich neuen Erkenntnisse erfreuen. Es ist wohl aber davon auszugehen, dass Grün- und Rotphasen ähnlich lang sind, nur die empfundene Dauer unterschiedlich daherkommt. Das macht ja auch Sinn, wenn man bei der einen Farbe stehen muss und bei der anderen einfach vorbeirauschen kann. Neben einer pseudowissenschaftlichen Erklärung ging es wohl aber auch darum, jedem Hinz und Kunz einmal die Chance zu geben, seine Ansichten über die verkehrsleitenden Lichter in die Welt zu schreien. Und warum sollte ich da jetzt hintenanstehen?

Meiner Meinung nach ist das ganze Konzept Ampelschaltung basierend auf göttlicher Vorsehung. Und auch wenn ich mich jetzt schon fast auf Grund dieser boulevardpressekompatiblen Aussage aus dem Bereich „Weiteres Inhaltsähnliches“ zurückziehen könnte, muss ich doch sagen: Das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist tatsächlich so erlebt.

Auf einer dieser einstündigen Autofahrten aus dem schönen Strausberg zurück in die Stadt stellte ich fest, dass es neben meinem Gefährt nur noch einen Opel Corsa einige Meter vor mir auf den Straßen gab. Eine luxuriöse Situation, wenn man dann auch noch in Lichtenberg und somit mindestens vierspurig unterwegs ist. Zu meinem Erstaunen kamen wir darüber hinaus auch „sehr gut durch“ (wie man in solchem Fall sagt). In Fachkreisen sagt man wohl „Wir hatten eine Grüne Welle“. Woran aber lag das, wenn es doch sonst nie so reibungslos voran ging? Richtig. Hier hatte Gott seine Finger im Spiel, resp. eine seiner irdischen Stellvertreterinnen. Im Corsa nämlich saß eine Nonne. Nicht am Steuer, sondern nur auf dem Beifahrersitz, aber auch das schien schon zu genügen. Ihre Aura schien sich positiv auf die Ampelphasen auszuwirken, oder sie hatte eine Standleitung zum Großen und der hat das für sie geregelt. Schnell fiel mir ein Teil unseres Speisensegnungspsalms aus dem Kirchenhort ein: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Keine Spur von „und die Grünphase natürlich“. Aber vielleicht war das auch nur die Lite-Version für all diejenigen, bei denen man sich nicht ganz sicher sein konnte, ob sie wirklich dank dafür empfanden, dass der Herr ihnen den Teller Esskastanien vor die Nase gestellt hat. Mein heidnischer Versuch, mich an die geltende Straßenverkehrsordnung zu halten und statt der gesegneten 60 Stundenkilometer die erlaubten 50 zu fahren führte schnell dazu, dass ich etwas hinter dem Mama-Mobil zurückfiel, da hieß es improvisieren. Und so begann ich mich kurz vor jeder Ampel zu kreuzigen, was ein erneuter Fehler war, wenn man bedenkt, dass wir Evangelen das eh nie gemacht haben. Prompt bekam ich dann auch die Antwort, den Zorn Gottes, die Farbe der Liebe auf die Leuchte der Landstraße (jaja..innerorts, ich weiß, aber die Alliteration war schneller als das innere Korrektorat).

Ich habe daraus gelernt, dass es wohl Dinge auf Erden gibt, die man nicht begreifen kann, wenn man nicht glauben mag und da ich nicht glauben mag, begreife ich nicht und was ich nicht begreife, das gibt es auch nicht. Macht das noch Sinn?

Warum ich eine Hose trage

Ist es immer noch lustig, wenn man durch die überfüllten Straßen im Prenzlauer Berg zieht? Da wo entnervte Eltern ihre kauzigen Kinder (Ja, richtig, Alliterationen!) vor sich her jagen? Die Antwort müsste in gut 99% der Fälle ein eindeutiges Nein sein.

Doch heute ein König, heute ein Hoffnungsschimmer.

Kind A verfolgt Kind B, das neben dem Mülleimer steht. Der Vater schiebt Kind C auf dem Fahrrad. A will zu B aufschließen, doch die Hose rutscht. Wir sind aber Kinder, wir haben noch kein Schamgefühl. Anders der Papa, der ruft: „InsertBeliebigenKindernamenHere, deine Hose!“ Kind A dreht sich herum und grinst einfach nur breit. In der Zwischenzeit habe ich es geschafft an diesem Elend vorbeizuradeln, da tut es einen Schlag. Das ist natürlich übertrieben, denn es war vielmehr ein Patsch. Vom Schweigen erfüllte Sekunden folgen, in denen man sich fragt, ob das Kind jetzt erstickt oder einfach nur nachdenkt, ob das gerade weh getan hat. Und dann bricht es los, das Martinshorn der Kleinwüchsigen. Eine Katastrophe.
Wir halten zwei wichtige Erkenntnisse fest:

  1. In-Ear-Kopfhörer sind ein Segen.
  2. Schamgefühl ist Klasse. Es sorgt dafür, dass du nicht auf die Fresse fliegst.

Der Schlüssel zur Meisterschaft

Nachdem Deutschland also gestern nur Zweiter geworden ist, und das zu Recht, rückt der eigentlich Meister Spanien wieder mehr in den Fokus. Bei meinem gestrigen Abendausklang schlug ich in etwa den gleichen Weg wie nach dem WM-Finale von 2006 ein und kam dabei auf den eigentlichen Schlüssel zum erfolgreichen bestehen in nationalmannschaftsbasierten Fußballturnieren. Es sind nicht die Trainer, keine einzelnen Spieler, es ist das Restaurant an der Ecke Kollwitzstraße/Wörther Straße!
2006 war es noch ein Italiener und die versammelte Mannschaft auf dem Gehweg davor, die mich betrübten, gestern jubelten die Angestellten und Gäste der spanischen Tapas-Bar. Wer in zwei Jahren also in der jeweiligen Tipprunde richtig abräumen möchte, der nehme den Umweg in Kauf und schaue, welche Nation dort Speis und Trank anbietet, oder besser noch und ungleich patriotischer, der eröffne dort noch rasch ein Geschäft mit deutscher Hausmannskost. Vielleicht reichen ja sogar Curry- und Bockwürste.

"Da hinten ist die Pipi-Ecke…

…wenn was ist für den Notfall.“

Mich erstaunt das Selbstverständnis und die Selbstwahrnehmung dieser Zugezogenen immer wieder. Ihr rurales Denken können sie anscheinend so schnell nicht ablegen und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Hinterhöfe zu Kinderlandverschickungsbauernhöfen werden. Dies ist seit einer Weile auch bei mir auf dem Nachbarhinterhof so. Es fing an mit einem Planschbecken, wurde erweitert um einen Grill, ein überdimensioniertes Trampolin, eine Hollywoodschaukel, zwei Strohballen und teilweise zwei Katzen, dazu jede Menge Kleinkindplasterollgefährte und frisch aus dem ökologischen Holzspielzeugladen ein paar Dosen, die man stapeln und mit Tennisbällen bewerfen kann, um sich Wasserbomben zu verdienen.
Dass die Konzentration durch Tierlautimitationswettbewerbe nachhaltig gestört wird erklärt sich da von selbst. Man kommt aber auch in den Genuß sehr intimer Einblicke, da ist dann schon mal die Rede von Psychen, die Schwangerschaften beschleunigen, Kataloge von unmöglichen Kindernamen finden ihre Erprobung in RL und zum Pissen geht man nicht mehr in den ersten Stock, man lässt es einfach in der nächstbesten Ecke laufen. Ich bin begeistert, vor allem dann, wenn die Elefantendompterin, die über mir wohnt, parallel zur akustischen Kulisse wieder ihr neuestes Programm einstudiert.

Alles raus lassen

Sich immer nur aufregen bringt gar nichts. Man muss sich beschweren!

Was jetzt erst mal verwirrend weil gleich klingt folgt einer tiefer liegenden Logik. Ein Dasein als Meckerkopf mag im Affekt entspannend wirken, so richtig ändern tut sich dadurch aber in den seltensten Fällen etwas. Also muss man die Auslöser des Unwohlseins mit ihren Schandtaten konfrontieren. In manchen Fällen führt das zu überraschenden Ergebnissen. David hat auf diese Weise ein Salatbesteck und ein paar Paketmarken kostenlos erhalten und musste sich dafür nur einmal beinahe selbst vollkotzen und sich ein aufblasbares Cowboy-nebst-Pferde-Kostüm aus der Packstation klauen lassen. Davon geht der strenge Geschmack im Mund und das traurige Gesicht des nicht beschenkten Geburtstagskindes natürlich nicht weg, aber man fühlt sich doch irgendwie ein wenig versöhnt. Und genau deshalb sollte man das mit seinen Problemen mit anderen immer so handhaben.

Meine Eingabe bei der Post wegen der faulen Zustellerin war nun allerdings ungleich erfolgloser. Alles, was man mir zusandte war ein Brief, der davon ausgeht, dass ich bisher zufrieden war und darauf hofft, dass ich demnächst wieder grenzenlos begeistert vom Service der bundesdeutschen Post bin. Das ist schade, irgendwie. Aber auf der anderen Seite fange ich ja gerade erst an damit, mal sehen was zukünftige Beschwerden so einbringen. Die Ergebnisse werden dann sicher hier präsentiert.

Antwort der Post

Heute mal was einbrocken

Ich war so ungeheuer stolz auf mich, dass ich den zugegebenermaßen etwas großelterlich anmutenden Schritt gegangen bin, und mich bei der Post beschwert habe über diese Postaktion, über die man sich wirklich nur aufregen kann. Insgeheim dachte ich, es wäre tatsächlich wichtige Post für mich unterwegs und ich hatte mir auch schon ausgemalt, welche Informationen, die ich schon seit einer Weiler erwarte, da endlich ankommen. Doch dann das. Und mit dem Wissen über meine eigentliche Postsendung tut es mir fast schon wieder leid für die arme alte Frau, die ich glaubte noch am Tage ihrer Schandtat gelbe Nettosäcke voller Einkäufe an ihren gelben Postwagen voller unzugestellter Sendungen hängen gesehen zu haben. Wenn die jetzt tatsächlich einen Rüffel kriegt und meine  Informationen nicht gerade oberste Geheimhaltungsstufe besitzen, sondern vielmehr eine gratis Probepackung von Tütensuppen, Suppengewürzmischung und Bratensoße waren, dann ist es vielleicht bald die gute Frau in Blau/Gelb, die auf so etwas angwiesen ist. Da mir dann aber einfiel, dass die Frau ja bei der Post ist und man bei der Post doch fast immer verbeamtet ist, wenn man diesen elitären Dress zugesteckt bekommt, und da sie ja jetzt Mindestlohn bekommt, und weil die Post jetzt auch wieder streiken will und weil es bei der Post mit egal wem eigentlich immer den Richtigen trifft, habe ich diese Gedanken dann schnell verworfen und freue mich über meinen losgewordenen Ärger und meine Tütensuppen. Wer jetzt denkt, Suppen find‘ ich klasse, der kann ja mal versuchen unter http://gefro.de/8.332 noch eine gratis abzustauben, die Aktionsnummer hinter dem dritten slash wirkte auf mich jetzt nicht so, als wäre sie nur einmal vergeben und mir dann zuzuordnen, deshalb einfach mal probieren. Das wäre dann auch ein klasse Offtopic der Woche, womit wir auch diese Kategorie wieder ein wenig befüllt hätten. Stark.