Nicht schon wieder!

Es gibt sie noch, richtig gute Werbung, die einen auch einmal herzhaft auflachen lässt.
So wie die folgende, die eine uns allen nur allzu bekannte Situation wiedergibt: Man sitzt im Kino und die Blase drückt, man denkt: „Nicht schon wieder!“. Doch da scheint es jetzt Abhilfe zu geben. Und wem das noch nicht genügt, der kann sich ja auch mal die alliterativ hochwertige Broschüre Ratgeber Reizblase zusenden lassen.

Reizblase

Von Schwaben lernen #01

Ebenso kürzlich hieß es von flanierenden Schwaben auf dem Wasserturm: „Gerade in Prenzlauer Berg sind ja die Bürgersteige so breit.“ Da empfinde ich tiefsten Dank für diese Bemerkung, wenn man nämlich hier wohnt und sich jeden Tag die Straßen ansieht, verliert man ein wenig den Blick für die Details. Und es drängt sich einem vielmehr der Eindruck auf, dass vor Jahren noch mehr Platz auf den Straßen war und jetzt die Schwaben sich die Hintern bis an den Bordstein ran platt sitzen. Wo das nicht der Fall ist kommt man an ineinander verkeilten Doppelkinderwägen, bei denen die Kinder nicht mehr hintereinander, sondern bestimmt aus Gründen der psychologisch einwandfreien Entwicklung „abreast“ sitzen müssen, ein englischer Fachausdruck, den Marie mir für das Fahren auf gleicher Augen- resp. Brusthöhe beibrachte. Also, Danke du schillerndes Schwabenland, du leistest einen enormen Beitrag zu meinem life long learning-Projekt.

Alles raus lassen

Sich immer nur aufregen bringt gar nichts. Man muss sich beschweren!

Was jetzt erst mal verwirrend weil gleich klingt folgt einer tiefer liegenden Logik. Ein Dasein als Meckerkopf mag im Affekt entspannend wirken, so richtig ändern tut sich dadurch aber in den seltensten Fällen etwas. Also muss man die Auslöser des Unwohlseins mit ihren Schandtaten konfrontieren. In manchen Fällen führt das zu überraschenden Ergebnissen. David hat auf diese Weise ein Salatbesteck und ein paar Paketmarken kostenlos erhalten und musste sich dafür nur einmal beinahe selbst vollkotzen und sich ein aufblasbares Cowboy-nebst-Pferde-Kostüm aus der Packstation klauen lassen. Davon geht der strenge Geschmack im Mund und das traurige Gesicht des nicht beschenkten Geburtstagskindes natürlich nicht weg, aber man fühlt sich doch irgendwie ein wenig versöhnt. Und genau deshalb sollte man das mit seinen Problemen mit anderen immer so handhaben.

Meine Eingabe bei der Post wegen der faulen Zustellerin war nun allerdings ungleich erfolgloser. Alles, was man mir zusandte war ein Brief, der davon ausgeht, dass ich bisher zufrieden war und darauf hofft, dass ich demnächst wieder grenzenlos begeistert vom Service der bundesdeutschen Post bin. Das ist schade, irgendwie. Aber auf der anderen Seite fange ich ja gerade erst an damit, mal sehen was zukünftige Beschwerden so einbringen. Die Ergebnisse werden dann sicher hier präsentiert.

Antwort der Post

Heute mal was einbrocken

Ich war so ungeheuer stolz auf mich, dass ich den zugegebenermaßen etwas großelterlich anmutenden Schritt gegangen bin, und mich bei der Post beschwert habe über diese Postaktion, über die man sich wirklich nur aufregen kann. Insgeheim dachte ich, es wäre tatsächlich wichtige Post für mich unterwegs und ich hatte mir auch schon ausgemalt, welche Informationen, die ich schon seit einer Weiler erwarte, da endlich ankommen. Doch dann das. Und mit dem Wissen über meine eigentliche Postsendung tut es mir fast schon wieder leid für die arme alte Frau, die ich glaubte noch am Tage ihrer Schandtat gelbe Nettosäcke voller Einkäufe an ihren gelben Postwagen voller unzugestellter Sendungen hängen gesehen zu haben. Wenn die jetzt tatsächlich einen Rüffel kriegt und meine  Informationen nicht gerade oberste Geheimhaltungsstufe besitzen, sondern vielmehr eine gratis Probepackung von Tütensuppen, Suppengewürzmischung und Bratensoße waren, dann ist es vielleicht bald die gute Frau in Blau/Gelb, die auf so etwas angwiesen ist. Da mir dann aber einfiel, dass die Frau ja bei der Post ist und man bei der Post doch fast immer verbeamtet ist, wenn man diesen elitären Dress zugesteckt bekommt, und da sie ja jetzt Mindestlohn bekommt, und weil die Post jetzt auch wieder streiken will und weil es bei der Post mit egal wem eigentlich immer den Richtigen trifft, habe ich diese Gedanken dann schnell verworfen und freue mich über meinen losgewordenen Ärger und meine Tütensuppen. Wer jetzt denkt, Suppen find‘ ich klasse, der kann ja mal versuchen unter http://gefro.de/8.332 noch eine gratis abzustauben, die Aktionsnummer hinter dem dritten slash wirkte auf mich jetzt nicht so, als wäre sie nur einmal vergeben und mir dann zuzuordnen, deshalb einfach mal probieren. Das wäre dann auch ein klasse Offtopic der Woche, womit wir auch diese Kategorie wieder ein wenig befüllt hätten. Stark.

Tach, die Post

Ein sprudelnder Quell der Inspiration auf dem Gebiet der Beschwerden und Eingaben ist David. Und in dieser Funktion hat er sicherlich maßgeblich teil an meinem heutigen Tage. Dem Tage, an dem ich mich wie ein Angehöriger der Generation meiner Großeltern fühle, der Generation Meckerkopf.
Nachdem es heute Mittag plötzlich und unerwartet an meiner Tür, resp. Gegensprechanlage, läutete und ich rasch abnahm, um zu hören, wer jetzt was begehre, bekam ich als Antwort: Nichts. Nur eine Tür, die ins Schloß fiel und ein paar Schritte im historisch sanierten Durchgang zum Hofe. Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, es war meine vertraute Briefzustellfachkraft, die nun die Briefe fachgerecht zustellte. Gut, dachte ich mir, sie tut wie ihr geheißen, vielleicht ist sie auch neu auf dieser Route und weiß deshalb nicht, dass man die Tür zur Durchfahrt auch ohne Einwirkung der Bewohner öffnen kann. Alle weiteren Gedanken können nun also beiseite gelassen werden.
Doch bei meinem Gang zum Briefkasten musste ich dann feststellen, dass mir ein blauer Zettel zugestellt wurde, der mich darauf hinweisen soll, dass ich nicht anzutreffen war, meine vermeintlich normale Briefsendung nicht in den Kasten passte oder was auch immer da wirklich los war. Ich soll nun also eben jene ominöse Sendung bei Postamt abholen, heute jedoch nicht!
Da das eine bodenlose Frechheit ist und ich der guten Frau auch noch beinahe die eh schon geöffnete Tür aufgesummt hätte musste nun also Vergeltung her und wie kriegt man die, natürlich nur durch eine Beschwerde im Postamt. Das Erstaunliche ist auch, dass man ja immer eine riesige Schlange vor sich hat, wenn man was abholen möchte. Möchte man aber etwas abgeben, in diesem Fall etwas Unzufriedenheit, wird man direkt durchgewunken.
Die Frau am Tresen wirkte sehr antieskalierend geschult und so war ich denn auch schnell meinen Unmut los und harre nun der Dinge, die da aus der Zentrale kommen werden. Vielleicht sind es ja auch ein paar Paketmarken, die mich versöhnlich stimmen sollen.

Denkende Getränke

Samstag, Wochenende, Zeit für das mentale Reinemachen, Zeit, wieder mal ein bißchen was Unsinniges zu schreiben. Beim Wühlen durch alte Notizen fand ich eine Radiowerbung, die mich zu der Zeit sehr befremdet hat. Eine unglaublich schlechte Werbung für ein Mineralwasser, dass ich früher nur in der Apotheke bei meiner Mutter gesehen habe: Staatl. Fachingen. Ein Wasser also, das man einfach nicht kaufen kann, denn Wasser aus der Apotheke zu kaufen, da würde mir doch was fehlen. Und jetzt kommen die mit solch einer Kampagne und der Internetseite dazu: http://www.meinwasserdenkt.de/ Da fragt man sich doch: Will man sowas? Intelligentes Wasser, was passiert denn da, wenn das Wasser klüger ist als man selbst? Wer trinkt da wen? Wird man infiltriert? Und haben die Britta Wasserfilter dann damit was zu tun?
Nein, das will man nicht, da machen wir lieber weiterhin unseren e-mailadressen alle Ehre und trinken Leitungswasser.

Pick'n'Whine (again)

Ich dachte mir doch, dass ich den Titel kenne, deshalb die schmale Erweiterung.

Eigentlich war mein Plan der folgende: Ich gebe ein wenig Geld für einen USB-Hub aus, zugegeben vielleicht ein wenig viel, benutze den ein wenig und habe dann einen wunderbaren Technik-Pick der Woche. Also ein wenig rumgeschaut und dann bei Daring Fireball eine nette Sache entdeckt und einen ersten Bremser erfahren, weil es ja wenig Sinn macht hier stolz rumzublöken, wenn der tolle Pick ja schon im großen Stil breitgeschmissen wurde. Aber das entband mich ja nicht von der anstehenden Lösung des Problems (das kein wirkliches ist, aber sich gut anfühlt, wenn es behoben ist) mit den wenigen USB-Ports. Also habe ich mal den amazon angeworfen, das Gerät gefunden, zwar nur aus Zweithändlerhand, aber damit hat man ja gerade bei amazon ganz gute Erfahrungen machen können, alles zusammengeklickt und bestellt und dann hieß es max. 4 Tage und das Teil ist bei den Nachbarn abgegeben. Aber wie so oft kommt es häufig anders und meistens als man denkt. Aus den vier Tagen wurden dann zwölf, weil mein Anbieter auf zwanzig Marktplätzen gleichzeitig verkauft und es da schon mal sein kann, dass man bei dem einen kauft und über die anderen das Produkt schon weg ist. Und dann hatte der Großhändler auch nichts auf Lager, versprach aber, etwas bis Pflaumenpfingsten zu bekommen. Das passierte dann auch nicht und eine gefühlte halbe Ewigkeit später und natürlich nur auf eigene Nachfrage, konnte man mir sagen, dass noch mal gute fünfzehn Tage vergehen würden, aber ich könnte nach wie auf das Angebot (das ich nie bekommen hatte) eingehen, den Artikel nicht zu bestellen und eine Gutschrift bekommen. Das habe ich dann angenommen und in meiner Enttäuschung noch mal bei amazon nachgesehen, ob auch andere arme Tröpfe da reingelegt und vertröstet werden und siehe da: Da gab es den USB-Igel und zwar vom amazon-Mann höchstpersönlich, das letzte noch Vorrätige. Also zugeschlagen und einen sehr schnellen Versand erlebt, der jetzt allein deshalb noch nicht abgeschlossen ist, weil der faule Sack von Postzusteller mal wieder nicht bei den Nachbarn abgeben wollte, sondern nur in der Boutique im Nachbarhaus reinschaute. Und das am Samstag Nachmittag, so dass ich am Samstag später Nachmittag da nichts mehr abholen konnte, weil ja schon zu war. Dann eben am Montag, ist scheiße, aber ist jetzt so. Aber Pustekuchen, der gute Laden macht immer erst ab 12 Uhr auf und am Montag schon mal gar nicht. Das ist klasse. Ich weiß auch schon, was passieren wird, wenn ich denn morgen tatsächlich das finale Produkt auspacken sollte: Es wird aus mehr Teilen bestehen, als in der Packungsbeilage angegeben ist und dann geht das Spiel bestimmt noch ewig so weiter. Was lernen wir daraus? Zwei Sachen: Eigentlich kann man heutzutage nichts mehr kaufen und sollte das Leben des eremitischen Käsebauern wirklich mal in Erwägung ziehen. Oder man sollte wenigstens anfangen, ein paar Affiliate Partnerschaften abzuschliessen und in diese ewigen Onlinekaufenttäuschungsberichte Links zu Anbietern einfügen, die einem dann ein Schmerzensgeld ermöglichen, von dem man sich wieder neuen Scheiß kaufen kann.

Zur freien Nutzung

Für alle diejenigen, die Langeweile und einen Hochgeschwindigkeitsinternetzugang haben und evt. über mehr als 24 Stunden für einen normalen Tag verfügen, hauen wir heute wieder mal eine unglaublich gute Idee zur kostenlosen Nutzung unter Angabe der Inspirationsquelle (das wären wir!) raus.
Folgende Internetseite würde sich hervorragend in die aktuelle web 2.0-Nutzung einpassen: Nummerschild-Akronyme! Dazu nimmt man einen Fotoapparat an die Hand, läuft durch die Gegend und fotografiert lustige Nummernschilder B-KA, P-KK, BRB, RO-FL, L-OL und so weiter. Diese dann einfach in einer schönen Galerie und verschlagwortet, so dass man da auch ein wenig sortieren kann, auf einer Webseite dargeboten und mit einer kurzen lexikonartigen Erklärung versehen. B-KA = Bundeskriminalamt, BRB = be right back, engl. im Chat für: bin gleich wieder da, etc.
Das könnte durchaus einen gewissen Reiz ausmachen. Wir sind gespannt.