Noch mehr Meinung

Nach über neun Jahren beinahe regelmäßiger Partizipation und irgendwann auch schon einmal angefangener Sneak-Kritik, nehme ich mir jetzt mal vor, die Bewertungen, die ich sowieso wöchentlich (gegeben des Falles ich war überhaupt da) bei Twitter in die „Welt“ „rausschreie“, irgendwie noch auf fünf, sechs, neunzehn Sätze ausgeweitet hier zu bringen. Vielleicht braucht das Ganze noch eine gute Headline, unter der das laufen wird, aber im Prinzip: Here we go.

Feist – Metals

Feist promo

So, über Musik schreiben ist ja bekanntermaßen…

Deshalb sei an dieser Stelle nur gesagt, ich konnte zum neuen Album von Feist ganz hervorragend meine Wäsche aufhängen und das ist eine Tätigkeit, die wohl viele sehr gern erträglicher gemacht haben wollen, dabei kühlt das im Winter immer so schön die Hände und bringt im Sommer etwas Feuchtigkeit in die gute Stube.

Nun, ja, hier also kriegt man im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse etwas zu hören: http://www.listentofeist.com/metals/

Landet Brunsås

Landet brunsas vinjett

So, Fernsehtip! Nur ohne Fernseher, weil im Internet, dafür für alle, also nur alle, die auch Schwedisch verstehen. Dazu aber mit Untertiteln und so, weil: Das macht’s leichter. Und für alle anderen: Die Sendung ist auch wahnsinnig toll fotografiert, finde ich, wenn man so sagt…

Also, bei SVT Play ist vor nicht allzu langer Zeit die zweite Staffel von »Landet Brunsås« angelaufen und beschäftigt sich mit den Essgewohnheiten der Schweden, mal wieder, nur anders, irgendwie, in jedem Fall neu, lustig und unterhaltsam.

landet brunsås
Schyffert, Lundgren, Haag

Wem mache ich eigentlich was vor? Jochi, du kannst hier mal reinschauen: http://svtplay.se/v/2530521/landet_brunsas/

Philipp, bookmarken für das nächste Semester!

Der Freitag Abend vor´m Fernseher

Heute entschied ich mich, nach einem ausgedehnten Mutter- Tochter Tag in 7 Zentimeter Absätzen, dann doch für den Abend vor dem Fernseher daheim.

Zu Beginn mäanderte ich noch voller Hoffnung durchs Programm und fand mich bald in einer „Sechzigerjahre“ Dokumentation über das alltägliche Leben der Bevölkerung und deren witzige Schattenseiten wieder.

So wurden in den „Sechzigerjahren“ Großraumbüros mit Ecken ausgestattet, welche einen kleinen runden Spiegel und eine Ablage unterhalb des kleinen runden Spiegels beinhalteten. Diese sollten den jungen Damen im Büro die Möglichkeit geben, sich bei renovierungsbedürftiger Gesichtsbemalung kurz zurückzuziehen. Dies geschah wohl mit der Absicht, das Antlitz danach in neuem Glanze zu präsentieren. Das sie eine Auffrischung nötig hatte, erkannte die Frau an den abschätzigen Blicken der Männer.Ein Mann in der Dokumentation betonte noch, dass die Frauen vorwiegend aus ästhetischen Gründen geduldet wurden.

Nach zwanzig Minuten war dann aber auch diese Sendung vorbei und ich drückte mehrfach auf das kleine Plus bei „Pr“ und dann noch ein paar mal das Minus.

Ein großer Sender der hauptsächlich seichte Unterhaltung bot, lieferte mir ausreichend Schmalziges.
Ein kleiner Punk trat hinter dem gelben Stern an der Rückwand der Bühne hervor. Er hatte wohl schon einiges erlebt und so wurden zur Untermalung seiner prekären Lage einige Szenen eingeblendet, welche ihn in dreckigen Ecken irgendwelcher Parks zeigten.
Er erzählte von seinem Leben auf der Straße und von einem missglückten Selbstmordversuch. Seine großen braunen Augen wirkten wenig drogengeschädigt und auch die Haare sahen merkwürdig gut gefärbt aus. Er erwähnte seine „Mama“ und dass er sie über alles lieben würde. So weit, so gut.

Das Publikum zeigte sich skeptisch und betrachtete den vermeintlich Arbeitslosen aus zusammengekniffenen Augenschlitzen. Da wurde das gesamte Spektrum des deutschen Proletenadels eingeblendet. Von Badelatschenmannie über Friseurgabi bis zur kleinen Pressilla-Schantall.

Nachdem  nun eines der Jurymitglieder eins, zwei überflüssig abschätzige Fragen gestellt hatte, die ohne Widerspruch beantwortet wurden, durfte der kleine Punk aus der Schweiz loslegen. Ein Stück am Klavier, selbst komponiert.
Das Stück war kaum beendet, da standen schon die ersten wild klatschenden deutschen Bürger in ihren Rängen.

Standing ovations sollten eigentlich nicht so inflationär eingesetzt werden, wie diese Sendung es vermittelt, dachte ich mir und drückte drei mal auf Plus.

Ein Sondereinsatzkommando stürmt ein Einfamilienhaus, Werbung, schlechte Komiker stehen auf Bühnen und berichten vom letzen Arztbesuch.

Das war auch der Zeitpunkt an dem ich mir dachte: „Du solltest mal wieder was kreatives machen!“.

Die Sache mit den Socken

Da sitze ich nun so da und glaub des Rätsels Lösung rollt mir auf dem direkten Wege über das Hosenbein auf das Laminat. Ich bin der festen Überzeugung, dass Socken, die verloren gehen wollen, eine Strategie entwickelt haben sich im Hosenbein fest zu haken, um – selbst nach dem nächsten Waschgang – beim Laufen auf der Straße auf den Gehweg fallen und somit in die vermeidliche Freiheit zu gelangen. Vermeidlich? – Ja vermeidlich!

Wissenstests

Als ich neulich in meiner »Lieblings-Mall«, dem Alexa, im Buchfachgroßhandelsgeschäft stand und mich der Spiegel-Wissenstest aus dem Regal heraus anfiel, dachte ich mir kurz: Das wäre doch mal was zum Lernen, Lachen und Angeben.

Als ich aber wahllos das Buch aufschlug und die Fragen von den Seiten 91–98 problem- und fehlerlos beantworten konnte wurde mir schnell klar, dass ich mir die 5€ für Intellektuelles Flachgewichse sparen und mir statt dessen zu Hause für Gratis einen auf mein vermeintliches Wissen runterholen könne…

Berlin nervt #01

Wir Deutschen schauen ja sehr gerne mal nach Skandinavien rüber, insbesondere nach Schweden. Und mit neiderfüllter Stimme berichten wir uns gegenseitig von all den Errungenschaften der schwedischen Gesellschaft und all den Dingen, die so einfach wie genial sind, punktum Sachen, die wir uns eigentlich mal abgucken sollten.

Und dann gehst du in ein Einkaufszentrum oder einfach ein mehrstöckiges Geschäft, dessen Etagen mit Rolltreppen verbunden sind und du fragst dich, wie ernst dieser Innovationswille eigentlich wirklich gemeint ist.

In weniger als der halben Geschwindigkeit einer durchschnittlichen schwedischen Rolltreppe zeitlupt man mit all den dicken Monstern Ruck um Ruck nach oben, aber das ist dann auch egal, denn es ist ja nicht so, als wenn man durch den Einsatz von Muskelkraft eine Chance haben würde, schneller nach oben zu kommen. In Deutschland nämlich, da stehen wir immer möglichst nebeneinander auf Rolltreppen. Fast scheint es, der gemeine Deutsche könne nicht allein auf diese Fahrebene treten, so wie das landläufig immer vom Toilettengehverhalten geschlechtsreifer junger Dinger behauptet wird…

Ich weiß nicht mehr, wer es war und wo er es sagte (man ergänze diese Information gern für mich), aber an dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es »Rolltreppe« heißt und nicht »Rollstehe«!

+++UPDATE+++
Armin war so freundlich, mich darauf hinzuweisen, dass es beim guten alten Flix war. Siehe hier: http://der-flix.de/index.php?preselect=734

Stichwort »Falling Down«

Wo es ja kürzlich noch um »Falling Down« ging: Die Foo Fighters, zu denen mir der Zugang immer noch einigermaßen schwer fällt, haben da eine nette Hommage als Musikvideo umgesetzt.

Findet sich u.a. auch hier und nennt sich »Walk«.

Und danach einfach noch mal »Sabotage« von den Beastie Boys anwerfen!

ESC 2011: Der Tag danach…

Irgendwie war das in diesem Jahr alles nicht so toll. Die Beiträge nicht so verrückt, die Kleider ohne Flügel, kaum Pyrotechnikeinsatz, keine Megaphone und nur eine Triangel.

Dafür war die Leinwand fantastisch und das Programm zwischen den Gesangseinlagen. Und wir hatten einen Käseigel, Pizza, Chips, Flips, Knusperflocken, Gummibären und auch ansonsten keine Not. Selbst für Zigartten- und Toilettenpausen war reichlich Platz.

Nur mit dem Spaß war es nicht so weit her, wie in den Vorjahren. Kaum etwas flog über twitter, das mir Tränen in die Augen trieb und auch Peter Urban konnte nur zwei-drei »oh-hoh-ho, der Urban wieder« ernten…

Naja, bleibt zu hoffen, dass Aserbaidschan im nächsten wieder für den Gipfel des schlechten Geschmacks sorgt. Ich versuche jetzt, herauszufinden, was mit im Rest Europas so über Raab, Engelke und Rakers zu berichten weiß.