Grand Prix 2011

Auch in diesem Jahr soll es an dieser Stelle wieder etwas Berichterstattung zum Grand Prix geben. Nun aber mit einem Novum: Wir werden live berichten!

Dank softwareseitiger Lösungen wie CoverItLive wird es hier am 14.05.2011 ab ca. 18 Uhr mit einer kleinen Einstimmung losgehen und danach wird live über die aktuellen Ereignisse auf der Mattscheibe berichtet. Dazu lassen wir ein paar Weisheiten und Erkenntnisse von twitter mit einfließen und schauen mal, was uns sonst noch so einfällt.

Und wer auf das Warten fast noch mehr abfährt, als auf den tatsächlichen Bericht, der kann sich von dieser Seite in Atem halten lassen: http://differentialdiagnose.coverpage.coveritlive.com

ESC Protokoll

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Damit ich auch ein »Lena«-Kunstwort einführen kann, kommt dieses Protokoll des 55. Eurovision Song Contest in Oslo, Norwegen vom 29.05.2010 erst jetzt – lenachronostisch – sprich: viel zu spät, aber mit Lena-Content.

Vorbericht

Der Vorbericht bestätigte einmal mehr, was deutsche Fernsehschaffende nicht können: Countdown-Shows. Dem entsprechend schrecklich war es, so dass wir anfänglich nur 3 min. durchgehalten hatten. Der Vorbericht wurde also schneller peinlich als das parallel laufende Fussballspiel langweilig (das haben wir zuvor stolze 5 min. sehen können, bevor wir hofften, der Vorbericht vom Song Contest würde bald beginnen).

Armin meinte bei einem späteren Versuch zwischen ereignisarmem Fussballspiel und fremdschambehafteten Vorbericht die richtige Balance zu finden, dass man es notieren müsse, wenn man beim Auftritt von Nena und Xavier Naidoo wegschaltet, ich halte das ja für eine Selbstverständlichkeit, eine Bürgerpflicht.

Neben der Erkenntnis, dass Alexander Rybak zauberhaft im Sinne von Harry Potter aussieht, konnten wir uns noch darauf verständigen, dass wir Sabine Heinrich ganz furchtbar finden. Aber man muss ihr zugute halten, dass sie durch ihre furchtbaren Moderationen etwas, zumindest für uns, sehr Einendes hatte.

Irgendwie war dann aber auch diese furchtbar lang werdenden Wartezeit vorbei, inzwischen Gert dazu gestossen und die Landesbeiträge konnten beginnen.

Landesbeiträge

01 NewImage.jpg Aserbaidschan

Safura – Drip Drop (Tropf, Tropf)

Es begann mit einem Feuerwerk, einer Show-Treppe und einem ultrakurzen LED-Kleid. Gepaart mit Ausdruckstänzern und einer großzügig eingesetzten Windmaschine bestätigte dieser erste Beitrag gleich mal alle Befürchtungen, die sich durch die vorangegangen Jahren manifestiert hatten.

G: »Sarah Connor, die Bordsteinschwalbe aus Delmenhorst.«

Aus der Abteilung unqualifizierte Einschätzung des Subtextes (AuES): Sie singt über ihre Periode.

02 NewImage.jpg Spanien

Daniel Diges – Algo pequeñito (Something Tiny/Etwas Winziges)

Atze Schröders Beitrag zum Grand Prix, die Haare schamhafter als je zuvor und »creepy Hintergrundtänzer«. Jemand aus dem Publikum stürmt während des Auftritts die Bühne und wird kurz darauf abgeführt. Eigentlich war dieser Fan eine Bereicherung des Bühnenauftritts. Kurz darauf machte ich mir ernsthafte Sorgen um die Osloer Security, denn da stand auf einmal eine Mischung aus Dieter Bohlen und Andre Borg im Hintergrund, der schien verwirrenderweise aber diesmal dazuzugehören.

Ein trauriger Beitrag, dem wir einhellig keine Chance einräumen konnten.

AuES: Hier kann man kaum von Subtext reden, wenig verschleiert singt er ganz offensichtlich von seinem Genital.

03 NewImage.jpg Norwegen

Didrik Solli-Tangen – My Heart Is Yours (Mein Herz gehört dir)

Enia trifft Vangelis, beide haben eine heiße Nacht und vergessen die Verhütung, was dabei rauskommt wirkt sehr geklaut und klingt verboten. Man erwartet jeden Moment eine Musical-Gruppe in Löwenkostümen auf der Bühne, das wäre immerhin etwas. Doch es bleibt beim Boygroup-Wischi-Waschi.

04 NewImage.jpg Moldawien

Sunstroke Project & Olia Tira – Run Away (Verschwinde)

Ein LED-Geiger auf einem Drehteller, endlich wieder Eurodance aus den tiefsten 90er Jahren, dafür musste man Moldawien einfach lieben.

Gert sah »König Boris am Mikro«, Starlight Express-Anleihen waren zu sehen und zwischendrin glaubte man auch, dass Ross Anthony in die Kamera lächelt.

Musikalisch gesehen liegen die Moldawier noch zwei Währungsunionen zurück, umso erschreckender also, dass sie bisher mein Favorit sind.

05 NewImage.jpg Zypern

Jon Lilygreen & The Islanders – Life looks better in spring (Das Leben sieht im Frühling besser aus)

Hier fehlt es mir komplett an Notizen und ich war bei Beitrag Nummer fünf unter Garantie noch hochmotiviert, muss also für den Song sprechen, dass nichts weiter zu sagen ist.

06 NewImage.jpg Bosnien & Herzegowina

Vukašin Brajić – Thunder and Lightning (Blitz und Donner)

G: »Mehr Blech ging nicht an die Ohren.« – Thunder and Lightning-Ableiter?

A: »Sieht aus wie der eine Typ von Alarm für Cobra 11.«

Johannes, der es erst kurz nach Lenas Beitrag in unsere Runde schaffte, würde es »Rock ohne Eier« nennen.

07 NewImage.jpg Belgien

Tom Dice – Me and My Guitar (Ich und meine Gitarre)

Aus der Kategorie »name the obvious«: Ein spartanischer Bühnenauftritt, aber eine nette Gestalt mit einem vernünftigen Beitrag, trotzdem warteten wir gespannt auf den Moment, wo es peinlich wird und wir wurden nicht enttäuscht.

08 NewImage.jpg Serbien

Milan Stanković – Ovo je Balkan (Das ist der Balkan)

Androgynität hin oder her, das war ganz großes Fremdschämen. Während die Meinungen zwischen Gert und Armin stark auseinander gingen (zwischen okay und geht gar nicht) hatte ich das dringende Bedürfnis die Gäste mit den Worten »Das ist der Balkon« auf die Terasse zu führen, nur leider gibt es einen solchen in meiner Wohnung nicht.

G: » Das Outfit macht das Lied kaputt.«

09 NewImage.jpg Weißrussland

3+2 – Butterflies (Schmetterlinge)

3 + 2 = 5, ist das ein optimistisch gestecktes Ziel oder eine klare Ansage? Die anscheinend mafiösen Verstrickungen im weißrussischen Vorentscheid lassen beides im Bereich des Möglichen erscheinen.

Für diesen Moment hatten wir uns Mischbrotstullen bereit gelegt, denn jetzt gab es frischen, selbst ausgelassenen Schmalz.

Der größte Spaß an dieser insgesamt ganz üblen Nummer war das Warten auf die Trickkleider mit ihren ausfahrbaren Flügeln.

10 NewImage.jpg Irland

Niamh Kavanagh – It’s for you (Für dich)

Dicke Frauen und der Grand Prix haben ja eine lange Tradition.

»So lange die dicke Frau noch singt ist der Eurovision Song Contest noch nicht zu Ende.«

11 NewImage.jpg Griechenland

Giorgos Alkaios & Friends – OPA (Hossa)

A: »Die müssten eigentlich »Streets of London« singen!«

Der griechische Ableger des KuKluxKlans durfte im Hintergrund zappeln, dazu konnte sich Martin Demicheles für die WM warm tanzen und ein aufgedunsener Tarkan musste singen.

Hätten sie mal lieber wirklich eine traurige Geschichte von ihrem Großvater gesungen und damit voll auf die Mitleidskarte gesetzt, so aber sehe ich keine Chance für sie.

12 NewImage.jpg UK

Josh Dubovie – That Sounds Good to Me (Das hört sich gut an)

Ein charismabefreiter, englischer Alexander Klaws, das hat noch gefehlt. Packen wir also etwas Eurodance dazu und lassen die Rasselbande über eine aussortierte Daft Punk-Kulisse hüpfen, das müsste reichen, oder?

Selten wurde die Diskrepanz zwischen Liedtitel und dem ganzen Rest so deutlich wie in dieser Nummer, ganz grauengraft, unterirdisch und hoffentlich am Ende der Telefonstimmenauswertung sehr weit hinten anzutreffen.

13 NewImage.jpg Georgien

Sopho Nischaradse – Shine (Leuchte)

G: »Aus der Reha auf die Bühne.«

Der Song ist doch auch schon mal dagewesen möchte man meinen und siehe da, eigentlich war er für Celine Dion geschrieben, die fand den wohl aber zu schrecklich…mhh…

Doppelt fallische Hosenaufnäher bei den Tanzherren, ein Stromgitarrenbreak und eine Hebefigur am Ende, wir sind komplett.

14 NewImage.jpg Türkei

maNga – We could be the same (Wir könnten gleich sein)

»the SAME!« – »Bring me a shrubbery!«

Die türkischen Linkin Park mit einem soliden Auftritt, also wenn man Linkin Park mag. Aber auch sonst kann man den Türken zumindest zugute halten, dass sie etwas anderes als eine klassische Grand Prix-Nummer ins Rennen geschickt haben.

15 NewImage.jpg Albanien

Juliana Pasha – It`s All About You (Es dreht sich alles um dich)

Ganz twitter ist sich einig, hier singt Madonna! Und schon wieder sind Geigen mit im Spiel, sie sollte gute Chancen haben.

16 NewImage.jpg Island

Hera Björk – Je ne sais quoi (Das gewisse Etwas) [eine bedenkliche Übersetzung]

Jawoll! Das ist catchy, das klingt nach Großraumdisko, da sind wir dabei… und jetzt alle »cryin‘ at the discotheque…«, oder so ähnlich.

Ich sehe ein großes Scooter-Comeback feat. Hera Björk auf uns zukommen und ich habe den Witz mit der dicken Frau zu früh verbraten…

17 NewImage.jpg Ukraine

Aljoscha – Sweet People (Liebe Leute)

Endlich einmal sehr viel Haut und dazu eine Windmaschine, ich bin glücklich.

Und das Konzept »sex sells« funktioniert immernoch, gut zu wissen. Allerdings waren wir alle so damit beschäftigt, zu prüfen, ob sie womöglich wirklich nackt ist, dass wir kaum auf die Musik achten konnten.

18 NewImage.jpg Frankreich

Jessy Matador – Allez Ola Olé (Vorwärts! Ola Olé)

Schleimisex Fussballstadienmist ist das. Man merkt, dass der Sänger eigentlich Tänzer ist und das nicht, weil der so toll tanzt! Man bedenke, was man nicht alles in der französischen Sprache auszudrücken vermag und welche Arbeit die französischen Sprachpuristen dafür auf sich nehmen und dann kommt hier ein Lied mit gerade mal drei verschiedenen Wörtern daher…

19 NewImage.jpg Rumänien

Paula Seling & Ovi – Playing with Fire (Spiel mit dem Feuer)

Der Klassiker der Duette, ein Mann, eine Frau und irgendwie scheint da was zwischen ihnen zu stehen. In diesem Fall das Lernklavier mit seinen leuchtenden Tasten. Sie sieht aus wie Shania Twain und der Texter des ganzen hat beim Verfassen munter in das bunte Reimlexikon geleuchtet, ein Armutszeugnis, das auch die Damenbekleidung aus dem Orion Shop nicht mehr retten konnte.

20 NewImage.jpg Russland

Peter Nalitsch & Friends (MKPN) – Lost and Forgotten (Verloren und vergessen)

G: »Christian Ulmen!«

Nomen est omen, verloren und vergessen, der gute Mann, der aus diesem Internet berühmt ist, in dem er seine Musik für umsonst weggibt. Was nix kostet kann auch nix sein…

21 NewImage.jpg Armenien

Eva Rivas – Apricot Stone (Aprikosenkern)

Ich glaube, mich an Brüste zu erinnern.

Aus der Abteilung Pornotitel on the go: G: »Duduk, die armensiche Flöte«

22 NewImage.jpg Deutschland

Lena – Satellite (Satellit)

Ein sehr aufgeregtes, junges Mädchen, aber dadurch umso symptathischer. Mir persönlich haben die kleinen Umstellungen am Song ja nicht so zugesagt, aber der Rest der Runde scheint angetan zu sein. Es ist in jedem Fall kein klassischer Grand Prix-Beitrag und das kann man eigentlich nur begrüßen.

23 NewImage.jpg Portugal

Filipa Azevedo – Há dias assim (Es gibt solche Tage)

In der Tat gibt es solche Tage, an denen man total unbeeindruckend auftritt. Die ganze Nummer ging einem irgendwie am verlängerten Rücken vorbei.

24 NewImage.jpg Israel

Harel Skaat – Milim (Worte)

Eine schöne Sprache, wie sich alle einig waren, die halb französisch klingt und ganz gut zum französischen Chansonstil des Sängers passt.

25 NewImage.jpg Dänemark

Chanée & n’evergreen – In A Moment Like This (In einem Moment wie diesem)

Ein ganz ganz schlimmer Alltime-Evergreen-Klassiker und eine furchtbare Nummer, dazu dieser Name, unglaublich. Aber hey, am Ende küssen sie sich und bestimmt wird auch geheiratet…

Aussergewöhnlich: Wegen des Faneingriffs, der das einzig Interessante an der Nummer war darf der Spanier nochmal…

Brauchbare Beiträge kommen aus Moldawien, Belgien, Georgien, Türkei, Albanien, Island, Ukraine und Deutschland.

Mitleidsfavoriten sind auf Grund der wirtschaftlichen Lage Griechenland und Island.

Abstimmung

Für viele ging dann der eigentliche Highlight-Teil des Abends los: Die Abstimmung, endlich Statistiken, Punkte und Tabellen!

Deutschland setzt sich recht früh ab, da hätte man sich gewünscht, jemand würde die ganze Sache so koordinieren, wie man das am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga tut, damit die Abstimmung möglich lange spannend bleibt.

Am Ende ist Lena mit ihrem »Satellite« unangefochten vorn. Jubel und Trubel in Hannover.

Auswertung

Ein erschreckend guter Song Contest war das in diesem Jahr. Überraschend viele gute Beiträge, die das eigentliche Erlebnis beinahe zu stören drohten, denn ist man ehrlich, muss man einräumen, dass man gerade das Fremdschämen und die cheesigsten Nummern sehen will, die bringen den Spaß.

Man kann sich also mal wieder freuen über einen Sieg beim Eurovision Song Contest. Ein nettes Lied, eine sympathische Preisträgerin und insgesamt ein guter Abend, da kann fast ein wenig Stolz aufkommen. Aber fürs nächste Jahr wünsche ich mir eine komplett versemmelte, bis in die Haarspitzen peinliche Aufführung, so einen richtigen Grand Prix eben. Wir sind Gastgeber, die Chancen stehen also gut.

Für dich immer noch »Grand Prix«

Ich bedaure noch immer sehr, dass sie den wunderbaren »Grand Prix d’Eurovision de la Chanson« (am besten leicht angetüdert vorzutragen) so doof anglizismisiert haben und da jetzt der traurige »Eurovision Song Contest« draus geworden ist. Nichts desto trotz werden sich Armin und ich und evt. auch noch andere Menschen heute Abend wieder zusammenfinden, um dieses Spektakel am Fernseher zu verfolgen und in der ein oder anderen Form unseren Senf dazu abzugeben. Denn machen wir uns nichts vor, neumodischer Name hin oder her, das Ganze ist immer noch eine übertrieben bunte Bühnenshow, deren einziges Ziel es sein kann und sein muss, von der zumeist minderen Qualität der Sänger und ihrer Liedwerke abzulenken. Die Voraussetzungen sind also gegeben und in meiner kurzen Vorbereitungsphase bin ich auf vielversprechende Titel und Interpreten gestossen. Und auch wenn ich es eher mag, das Schlechteste anzunehmen, um dann von der winzigsten Kleinigkeit positiv überrascht sein zu können, für heute verspreche ich mir sehr viel…

Grand Prix Protokoll

Gestern Abend saßen Armin und ich beisammen, um dem Eurovision Song Contest zu folgen. Hier ist eine Mitschrift unserer Gedanken und Einschätzungen unterteilt in Plus (+) und Minus (-) Punkte sowie gesonderte Kommentare.

Rumänien
+ Italienisches Flair
– wenig rumänische Klischees (Klebstoff schnüffelnde Kinder + Armut) auf der Bühne, Jeans beim Opernsänger, die Frau sieht aus wie ein 70er Jahre Bondgirl

Großbrittanien
+ macht auch nach dem Tod des Vaters bei seiner Geburt noch weiter mit der Musik, Chris Martin singt im Background
– schlecht gemischt (das Schlagzeug ist teilweise lauter als der Gesang)

Albanien
+ man sieht den ersten Bauchnabel, Einsatz der Windmaschine, die Sängerin ist 16 Jahre alt (ein gutes Alter für einen Karrierestart, wie wir von GNTM wissen), das Wort „Peng“ steckt im Liedtitel
– sie hat eine große Zahnlücke, zuviel Schminke, Gestus und Mimus sind unbeholfen

Deutschland
+ die Kranke ist dabei, rumänische Klischees auf der Bühne (trotz Lucy aus Bulgarien!), man kann beinahe unter die Röcke gucken
– singen in Gardinen (was hat D! da gemacht?), „the stars know how to spell your name“, längster Tonaussetzer bisher, man will nicht bei dicken alten Frauen unter den Rock gucken

Armenien
+ steiler Zahn, heiße Zahnarzthelferin
– tanzender argentinischer Zopp lenkt ab, Zahnarzthelferin, klauen die Pyro von Deutschland, Lamettakleidchen, argentinischer Zopp darf unter ihren Rock gucken, wir nicht

Bosnien & Herzegowina
+ der Typ hat rote Schuhe, noiseparts, man kann untern Rock gucken
– der Typ aus dem Wäschekorb kann nich singen, die Band fehlt

erster (Geheim-)Favorit aka. erster Song am Abend den man nicht scheiße sondern eher ganz nett findet

erste Pause

Israel
+ Fahne sah erst nach Griechenland aus, dann auch viel Patros im Song, Sänger hat seine Homies mitgebracht, schön viele Grautöne (signal- bis neongrau)
– Song von Dana International geschrieben, sein Oberteil hat keine Ärmel

Finnland
+ „Beton“ im Bandnamen ist gut, Double Bass, Typ kann Bass spielen ohne Saiten zu geifen, Windmaschine, He-Man spielt bei denen Gitarre, nicht so antiquitierte Scheiße
– zu wenig Stoff, neuer Rekord bei langen Aussetzern, Linkshänder in der Band

Kroatien:
+ 75cent, Gitarrist hat vor zwei Tagen noch vorm Pasternak Akkordeon gespielt (that’s showbusiness!), blutgefülltes Flaschenxylophon
– Straßenmusikergypsigedudel; gaaaaaaanz doll langweilig!, der Alter scratcht auf dem Grammophon

Polen
+ Elton (nicht John sondern der von Raab) spielt Flügel, im Wort „Polen“ kommt das Wort „Po“ vor (noch besser in English!), das Gerücht geht um, die Sängerin sei vorgestern im Solarium eingeschlafen
– häßliche Frau, die Brüste fallen fast raus, Arielle, die Meerjungfrau-Kleid, Nebeleinsatz, „Isis G“ ist kein Name

Island
+ „this is my life“ klingt nach Haddaway, der Typ sieht aus wie ein richtiger Islander, Schulterpowergesten, ist so schlecht, dass man Zeit findet den Text zu formatieren
– pinke Ärmel scheinen durch, better don’t listen to the lyrics, sie hat das Brunhilde-Syndron und illustriert damit, dass Island mal von Norwegern besiedelt wurde

Türkei
+ richtige Stromgitarren
– Schlagzeuger hat das Lied eingezählt, überschminkte Männer, schöne 3:50 min. Egalrock

zweite Pause

– Kristina und Bane machen Kinderfernsehfrühprogrammanimationen und springen immer wieder von der Seite ins Bild

extra: Wenn man in Belgrad sieben Tage die Woche arbeitet und sieben Nächte die Woche feiert, ist dann die Arbeit schwach oder sind die Parties scheiße?

Portugal
+ ein unglaublicher Resonanzkörper von Frau
– Pathos, hat Capoeirakämpfer auf der Bühne, die kein Capoeira machen, ich verstehe kein Wort muss aber beinahe weinen

Lettland
+ „breitbeinig gegröhlte Chanteys“, Buh-Rufe aus dem Publikum, Steuerrad auf der Bühne, es besteht die Chance, dass die nicht wieder ins Heimatland einreisen dürfen
– Köstüme sehen aus, wie im Heidepark Soltau geklaut, eine Schande fürs Baltikum, Bild-in-Bild-Effekte, nach dem Auftritt würde Störtebecker darum BITTEN, ihm den Kopf abzuhauen

Schweden
+ glitzerndes Dildo-Mikrofon, sie ist s/w und der Rest ist Blau, „it’s raining men“-Anleihen
– typisches Schönheits-OP Katzengesicht, singt belanglos von irgendwelchen Helden, wenn sie winkt, winkt der Unterarm zurück, bringt mich bald dazu mein Austauschstudium in Schweden aufzugeben

Dänemark
+ erster Song der schon mal da gewesen war, „die fanden letztes ja den Roger ziemlich gut…zumindest optisch“
– Hosenträger, wenn er vor hat wie im Lied besungen happy und glücklich zu sein, sollte er das mal seinem Gesicht sagen

Georgien
+ Behindertenbonuspunkt, Feuer aus Ärmeln, in weiß gehts
– die Klamotten

extra: die Frau kann zum Glück nicht sehen, wie sie angezogen wurde

Ukraine
+ Penis auf der Grüßpostkarte,  schöne synthetische 70er Jahre Bläser…oder sowas, es ist durchaus möglich, daß man ihr gerade unter den Rock gucken konnte, „Wenn ihr Arsch singen könnte, könnte sie ihren Kopf einpacken.“
– „Shady Lady“ geht gar nicht, Sonnenbankopfer, der Spiegel auf der Bühne ist dreckig, „Wenn sie durch ihren Körper gewinnen will, soll sie bitte nackt singen. Das ist sowas von inkonsequent.“, GEHT GAR NICHT!

Frankreich
+ nur 13 Worte sind französisch, Frauen mit Bärten, Jesus kommt in einem Golfcart auf die Bühne und singt dann das Lied, die Windmaschine betont seine hohe Stirn, wie in den Siebzigern, Sonenfinsternis, eine Show wie von Bob Ross gemalt, 1A und super

extra: keine Minuspunkte, einfach das Beste bis jetzt

Aserbaidschan
+ gießt Blut aus einem Kelch auf die Tänzerin, Sänger könnte von der Rügenwalder Würstchenmühle oder dem König der Löwen sein
– Kastratentyp in Engelsflügeln, muss den Laptop weglegen, um nicht in die Tastatur zu speien, Echo auf das Lachen gelegt, Kleiderwechsel von der Blinden geklaut

Griechenland
+ Poseidon hat den Song geschrieben, der Meeresgott persönlich, Heimatland des Patros
– „my secret combination is a mystery for you“, schon wieder mit Umkleidtrick

Spanien
+ Elvisperücke und Kindergitarre, ganz lustiges Lied
– der Ansatz, sich über Sommerhits lustig zu machen stinkt

extra: schafft es auf den persönlichen dritten Favoritenplatz

Serbien
+ der Flötist
– Franziska van Almsick und Regina Halmich scheinen sich in der Sängerin zu vereinen, Großteil der Lyrics besteht aus „ohohohahahaha“, Herr der Ringe-Anleihen

extra: „wenn man nur Bürgerkrieg in seinem Land hat, kann man einfach wunderbar traurige Balladen komponieren“, Gastgeberbonus

Russland
+ „Die Stradivari hört man aber auch!“, der Geiger trägt Chucks
– Eiskunstläufer, man kauft sich sogar Timbaland als Produzenten, klingt nach jedem x-beliebigen Song von Justin Timberlake, der arme Sänger kann sich keine Schuhe leisten, russisches Englisch klingt scheisse, offenes Hemd beim Sänger, Eiskunstläufer hat mehr Ausdruck als die Anderen zusammen

Norwegen
+
– geschminkte Oberarme, „why ain’t anybody lovin‘ me“ findet bei uns eine klare Antwort: Deine dicken Oberarme, mit amerikanischem Fernsehen aufgewachsen

extra: hübscher als die Schwedin, sieht trotzdem aus, als wenn sie grad aus der Schlange vorm Matrix kommt

ENDE DURCHLAUF

Vlade Divac sticht die Kommentatoren mit seinem Englisch aus.

FAZIT:

Unsere Favoriten sind weit abgeschlagen, das ganze Ding ist ein abgekatertes Spiel, die No Angels heißen jetzt nach der BZ wohl „Null Angels“, es lohnt sich immer eine Bulgarin im Haus zu haben, besonders Skandinavien/Nordeuropa war enttäuschend, mal sehen, was nächstes Jahr kommt.