The pervert's guide to cinema

When we spectators are sitting in a movie theatre, looking at the screen… You remember, at the very beginning, before the picture is on, it’s a black, dark screen, and then light thrown on. Are we basically not staring into a toilet bowl and waiting for things to reappear out of the toilet? And is the entire magic of the spectacle shown on the screen not a kind of a deceptive lure, trying to conceal the fact that we are basically watching shit, as it were?

– Slavoj Zizek in Sophie Fiennes‘ „The pervert’s guide to cinema“

Teil 1 des ganzen war ein recht kurzweiliges Vergnügen, auch wenn etwas intensivere psychoanalytische Vorkenntnisse als die meinigen sicherlich zu einem tieferen Verständnis beigetragen hätten. Trotzdem eine Empfehlung schon allein weil man mit Hilfe von Zizeks Filmauswahl recht einfach feststellen kann, welche Filme man möglichst schnell noch nachsehen sollte, um bei eventuellen Filmkanondiskussion vollends auf der Höhe zu sein.

Vicky Cristina Barcelona

Gestern Abend haben wir uns Vicky Cristina Barcelona, den neuen Woody Allen-Film, angesehen. Ein ganz schöner Film, vor allem wenn man den eher unterirdischen Cassandras Dream noch im Hinterkopf hat. Das einzige Manko, das ich allerdings sehe, ist der Off-Erzähler, der an vielen Stellen genau die Dinge erzählt, die man auf der Leinwand gerade sieht und nur selten dazu beiträgt, dass ein paar Leerstellen in der Handlung gefüllt werden. Oder wie Marie meinte: Er nimmt einem jegliches eigenständiges Denken ab.
Ich könnte jetzt anfangen, dieses Phänomen Off-Stimme auf furchtbar gezwungene Art und Weise mit meinem neu erworbenen Wissen über den Japanischen Film und die Rolle des Benshi-Erzählers zu verbinden, aber das würde wohl eher sehr ins Langweilige abrutschen. Eine Filmkritik braucht hier sicher auch keiner und schon gar nicht von jemandem, der in Sachen Woody Allen vielleicht nicht der Unvoreingenommenste ist. Deshalb kann ich ja einfach mal ein kurzes Erlebnis aus dem Umfeld Kinoabend vorbringen, das mir in der Form in Deutschland noch nicht begegnet ist und das ich deshalb in die Reihe meiner Klischées und Stereotypen von Stockholm/Schweden einreihen werde.

Nach der obligatorischen Filmwerbung und Werbung für Marabou Schokolade ging der Vorhang noch einmal herunter und das Saallicht wurde aufgedreht und in eine der vorderen Reihen trat der gute Mann, der zuvor, gekleidet in Anzughose, Hemd und Weste, unsere Karten abgerissen hatte und uns noch einmal unsere auf der Karte abgedruckte Sitzreihe wiederholte. Und dann führte er ein wenig Märchenstunde gepaart mit dem basalen Kino 1×1 im Stile von Stadtrundfahrten und FlugbegleiterInnenprästarteinweisungen vor. Und das ging dann ungefähr so:

Guten Abend liebe Filmfreunde und Woody Allen-Freunde,
in Kürze begeben wir uns auf eine Reise zu Liebe, Leidenschaft und Kunst nach Barcelona. Die Reise wird ca. 1 Stunde und 37 Minuten dauern. Sollten Sie zwischendurch das Verlangen verspüren, sich zu erleichtern, die Toiletten sind links und rechts, direkt dort vor den Türen, durch die sie in den Saal gekommen sind. Sie sind herzlich eingeladen, uns zu helfen, den Raum sauber zu halten und Ihren Müll selbst wegzuwerfen. Ebenfalls neben den Türen haben wir dafür extra große Müllsäcke deponiert und das wäre eine große Hilfe, da wir im Anschluß gleich einen weiteren Film zeigen werden. Vielen Dank und jetzt viel Spaß in Barcelona und mit dem Film.

Wer das auch mal erleben mag, der muss sein Glück einfach mal im Kino Saga in der Kungsgatan 24 versuchen. Oder, was soll’s, einfach in jedem Kino in Schweden, die machen das hier überall so!

Hurry, hurry, time is knapp

Nur mal nebenbei so eine Kleinigkeit reingeworfen: Dr. Horrible. Ein wahnsinnig gutes Blog-Musical-Action-Irgendwas-Ding. Hat mich sehr gefreut. Es ist nur leider wohl nicht mehr allzu lange online und herunterladen lässt der deutsche iTunes einen das nicht. Also einfach mal rasch reingeschaut und eine gute Dreiviertelstunde Spaß gehabt.