Hobbykeller

Es ist Samstag Abend, der letzte Samstag im August des Jahres 2010 und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht langsam alt werden fühle. Aber das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich gerade wieder in einer Phase stecke, in der mir das Bier nicht mehr schmeckt. Und das liegt zum großen Teil daran, dass es jeden Abend das gleiche Spiel gibt. Man trifft sich mit ein paar Freunden (was gut ist), man trinkt ein paar Biere zusammen (was gut ist) und man unterhält sich über vollkommen belanglose Dinge (was gut ist – nur eben nicht in dieser Kombination und dann jeden gottverdammten Abend).

Was wir im Freundeskreis bräuchten, ist ein Hobbykeller oder irgendwas, wo man sich locker treffen kann, um gemeinsam, oder jeder für sich, an Projekten zu arbeiten. Da darf dann auch ein Kicker und eine Tischtennisplatte stehen, die Wände müssen nicht verputzt sein und auch sonst darf es ruhig ein wenig nach 08/15-web2.0-Klitsche riechen. Es darf Bier geben und über Blödsinn philosophiert werden, solange man anschließend mit dem Gefühl nach Hause torkelt, dass sich irgendwas getan hat, dass man irgendwas getan hat.

Ein ehemaliger Freund meiner Eltern (seinerzeit seines Zeichens in Personalunion auch ihr Steuerberater) verabschiedete meinen Bruder und mich einmal aus seinem Haus im Berliner Umland mit den Worten: „…und arbeitet an Eurer Menschwerdung!“

„Ich glaube, genau das ist es, was ich machen will“ wäre jetzt ein super cheesy Weg, dies hier zu beschließen, aber da super cheesy Enden schreiben mir meist genauso attraktiv erscheint, wie Freunde zu siezen, oder von sich selbst in der dritten Person zu sprechen, sage ich doch lieber: Ich glaube es wird Herbst, mir ist kalt.

Veröffentlicht von konrad.

Eighty percent of success is showing up.

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