{"id":599,"date":"2010-06-12T10:26:19","date_gmt":"2010-06-12T08:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/?p=599"},"modified":"2010-06-12T10:26:21","modified_gmt":"2010-06-12T08:26:21","slug":"wm-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/index.php\/wm-tag-1\/","title":{"rendered":"WM Tag #1"},"content":{"rendered":"<p>Das hat man ja auch selten. Da freut man sich einige Wochen darauf, dass der Sommer gef\u00fcllt ist von Fussballspielen und gro\u00dfen Zielen, da wei\u00df man, dass man etwas zu tun hat, auch wenn man eigentlich nichts zu tun hat. Da muss man sich fast schon nicht mehr schlecht f\u00fchlen, wenn man tags\u00fcber fern sieht, da wird das beinahe zu so etwas wie Arbeit und dann das:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Ich habe schon gar keine Lust mehr auf diese WM.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der erste Tag war wirklich zum abgew\u00f6hnen. Das fing bei der vollkommen zur Bedeutungslosigkeit verkommenen Er\u00f6ffnungsfeier an. Drei Moderatoren, keine Ahnung und die Atmosph\u00e4re im Stadion wurde von den Mikrophonen knapp unterhalb des f\u00fcr den Menschen h\u00f6rbaren Bereiches eingefangen. Einzig heraus stach der ARD-Experte, der sich an den Knack- und Knall-Lauten versuchte und dann zugab, dass jeder der mit der Sprache Xhosa vertraut sei sich wohl grade f\u00fcr ihn sch\u00e4men w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Delling und Netzer m\u00fcssen sich auch erst mal warm reden, sollten das aber besser in Zukunft mit Themen machen, die sie verstehen. Dass die ARD sich eine Expertin f\u00fcr die Rubrik \u00bbLand und Leute\u00ab gesucht hat, die Wurzeln in S\u00fcdafrika hat ist sicherlich ein richtiger Ansatz, sie aber mit D&amp;N ins Studio zu stellen, damit diese beiden zeigen k\u00f6nnen, dass sie vom Spezialgebiet der jungen Dame, Tanz, keine Ahnung haben war keine gute Idee. Aber die beiden konnten das mit ein paar kleinen Schm\u00e4hungen \u00fcberkompensieren, wof\u00fcr sie ein beklommenes Lachen erhaschen konnten, dass der T\u00e4nzerin halb im Halse stecken geblieben ist.<\/p>\n<p>Aber wie man schon beim Eurovision Song Contest gesehen hat, auch der l\u00e4ngste und langweiligste Vorbericht hat irgendwann ein Ende und man kann sich dem eigentlichen Ereignis zuwenden: Fussball!<\/p>\n<p>Nur leider gab es auch hier nicht viel zu holen. Alle Welt sprach von einem typischen ersten WM-Tag, denn die beiden Spiele am Er\u00f6ffnungstag strotzten nur so vor Langeweile, Ereignisarmut und spielerischem Unverm\u00f6gen. Jetzt haben sowohl die Spiele S\u00fcdafrika\u2013Mexiko (1:1) als auch Uruguay\u2013Frankreich (0:0) ihre zehn spannenden Minuten gehabt. Diese wussten aber in keinster Weise f\u00fcr die beleidigende Restvorstellung zu entsch\u00e4digen. Da h\u00e4tte ich mir lieber eine 90-min\u00fctige Direktschm\u00e4hung von Netzer und Delling gew\u00fcnscht, die sich an jeden einzelnen Zuschauer wenden oder wahlweise aus dem Telefonbuch vorlesen.<\/p>\n<p>Und dann waren da ja noch die Vuvuzelas, diese H\u00f6llentr\u00f6ten. Jetzt kommt es selten vor, dass ich einem Baumarktsangestellten, der sich als RTL-Experte hergibt, Recht geben m\u00f6chte, aber dieser patente Herr meinte in der Quintessenz: Es gibt guten und es gibt schlechten L\u00e4rm. Bei rund 100 dB kann solch ein L\u00e4rm schon anstrengend werden, aber ein Presslufthammer bspw. moduliert die T\u00f6ne, die er produziert, dem Untergrund und Material entsprechend. Die Vuvuzelas allerdings sind gerade deshalb so nervt\u00f6tend, weil sie genau einen einzigen Ton hervorbringen. Und den hat man dann 90 Minuten im Ohr. Jetzt k\u00f6nnte man meinen, die Tontechniker hatten den Dreh schon bei der Er\u00f6ffnungsfeier raus und nehmen vorsorglich ein wenig Au\u00dfenatmosph\u00e4re zugunsten des Kommentars weg, aber weit gefehlt. Pl\u00f6tzlich ist es m\u00f6glich, die Ger\u00e4usche im Stadion einzufangen und daf\u00fcr den Kommentator etwas runterzuregeln.<\/p>\n<p>Armin hat f\u00fcr mich bereits jetzt schon den Song\/Claim der WM 2010 hervorgebracht:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbLass die Finger von Vuvuzela!\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Da ich tr\u00f6tenbedingt gestern schon kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, bleiben jetzt wohl nur drei Optionen:<\/p>\n<p>1. An die ARD schreiben und um Tonausgleich bitten (da wird es wohl eine kritische Masse brauchen)<br \/>2. Den Ton am Fernseher einfach komplett abstellen (bringt einen um die Chance, <a href=\"http:\/\/textundblog.de\/?p=992\">Platit\u00fcden-Bingo<\/a> zu spielen)<br \/>3. Den Fernseher komplett ausschalten, den Sommer genie\u00dfen und statt dessen Fussball in Form <a href=\"http:\/\/www.spreeblick.com\/archive\/?q=&amp;a=17&amp;d=&amp;c=\">der wunderbaren Berichte von Fr\u00e9d\u00e9ric Valin<\/a> auf Spreeblick bei Bedarf nachlesen (was wohl nur eine Begleiterscheinung werden wird\u2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat man ja auch selten. Da freut man sich einige Wochen darauf, dass der Sommer gef\u00fcllt ist von Fussballspielen und gro\u00dfen Zielen, da wei\u00df man, dass man etwas zu tun hat, auch wenn man eigentlich nichts zu tun hat. 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