{"id":508,"date":"2010-05-07T15:44:16","date_gmt":"2010-05-07T13:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/?p=508"},"modified":"2012-10-15T22:32:04","modified_gmt":"2012-10-15T20:32:04","slug":"tag-4-new-york-these-boobs-are-made-for-walking","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/index.php\/tag-4-new-york-these-boobs-are-made-for-walking\/","title":{"rendered":"Tag 4 \u2013 New York \u2013 These boobs are made for walking"},"content":{"rendered":"<p>alternativer Titel dieses Eintrags: Zum Stuhlgang geht es auf den Gang!<\/p>\n<p>Wechselkurs 1\u20ac\/1,3762$<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: 0px initial initial;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5782.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5782.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">Einer von sechs New Yorkern ist kleinw\u00fcchsig. Doch sind sie im \u00f6ffentlichen Bewusstsein viel pr\u00e4senter als etwa in Deutschland. (aus dem noch unver\u00f6ffentlichen Lehrbuch \u00bbStatistiken selber ausdenken\u00ab, dem Kompendium zum \u00bbLexikon des Halbwissens\u00ab)<\/span><\/p>\n<p>An diesem Tag zeigte sich uns New York von seiner unangenehmsten Seite. Es war nass, es war kalt und egal in welche Richtung man lief, der Schnee peitschte einem unaufhaltsam ins Gesicht. Ein guter Tag also, um mit einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck zu starten und dann zu hoffen, dass die Sonne wieder rauskommt, wenn man nur sch\u00f6n ordentlich aufessen w\u00fcrde. Dinah hatte uns im Vorfeld der Reise den Shake Shack im Madison Sq. Park empfohlen und der sah auch sehr nett aus, nur leider war es mehr ein Stehimbiss als ein Diner. So waren wir schon wieder von der 30th St. bis zum Flat Iron Bldg. gelaufen (ein Weg, der sich als unsere meistgelaufene Strecke in NY herausstellen sollte), ohne dass an Fr\u00fchst\u00fcck zu denken war. Da es so nicht weitergehen konnte und im n\u00e4heren Umkreis kein Diner zu ersp\u00e4hen war haben wir uns in die U-Bahn gerettet und sind zur Grand Central Station gefahren, wo wir uns der anarchischen Treppensitzer erfreuen konnten und dann recht schnell wieder im Regen standen.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5776.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5776.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">Viele New Yorker k\u00f6nnen nicht richtig lesen, empfinden es aber als Bed\u00fcrfnis, an verregneten Tagen auf Steintreppen zu sitzen. (siehe:\u00a0\u00bbStatistiken selber ausdenken\u00ab)<\/span><\/p>\n<p>Da wir uns auf diese Gegend weder moralisch noch mit einem Stadtplan vorbereitet hatten ging es eher hilflos die Stra\u00dfen auf und ab. Im Bryant Park stand ein gro\u00dfes, wei\u00dfes Zelt aus dem unaufh\u00f6rlich Bumm-Bumm-Mucke schallte und wir waren einen Moment lang unsicher, ob das Ganze Teil der New York Fashion Week sein k\u00f6nnte. Die Antwort gab es dann gut anderthalb Monate sp\u00e4ter von Heidi Klum und ihren M\u00e4dels. Eine von ihnen (vermutlich war es Neele, von der Armin behauptet, sie habe als einzige in dieser Staffel Charakter, was \u00fcbersetzt bedeutet, ihre Nase ist etwas gr\u00f6\u00dfer als die der anderen\u2026) muss ungef\u00e4hr zu der Zeit \u00fcber den Catwalk stolziert sein, als wir uns drau\u00dfen haben beregnen lassen. Und wer wei\u00df, vielleicht sind wir den \u00bbM\u00e4dels\u00ab ja sogar auf der Stra\u00dfe begegnet, und haben diesen Haufen johlender junger Frauen versehentlich f\u00fcr peinliche deutsche Touristen gehalten, obwohl eine von ihnen, und nur eine, demn\u00e4chst das Cover der deutschen Vogue zieren wird und einen Modelvertrag mit\u2026ach, ich glaube ich bin in dieser Staffel irgendwie raus, wenn ich schon nicht mal mehr die Hauptsponsoren zusammenbekomme.<\/p>\n<p>Da wir inzwischen das gef\u00fchlt doppelte unseres K\u00f6rpergewichtes an Regenwasser aufgenommen hatten entschieden wir uns daf\u00fcr, den Bus zu nehmen und bei Kofi Annans alter Wirkungsst\u00e4tte vorbeizuschauen. Das United Nations Bldg. ist dann aber f\u00fcr sich genommen schon eher trostlos, aber an einem Regentag und ohne Beflaggung schlichtweg traurig. Einziger Lichtblick war eine Gruppe junger Menschen, die gegen\u00fcber dem Geb\u00e4ude munter Flyer verteilten, die um finanzielle und moralische Unterst\u00fctzung dreier im Iran verloren gegangener amerikanischer Touristen baten. Prinzipiell mag das ja ein unterst\u00fctzenswertes Projekt und das\u00a0damit verbundene\u00a0menschliche Schicksal dramatisch sein, aber irgendwas in uns musste immer wieder an das alte sorbische Sprichwort denken: Wer im Iran wandern geht, der muss sich dann auch nicht wundern.<\/p>\n<p>Der aufmerksame Leser wird sich jetzt am Kopf kratzen und fragen: Zwei Abs\u00e4tze und nicht ein Wort von einem Omelett? Was ist denn blo\u00df aus den Fr\u00fcst\u00fcckspl\u00e4nen der beiden geworden?<br \/>\nKeine Sorge. Sie sind Wirklichkeit geworden. In einem Diner\u00a0an der E 44th St.\/2nd Ave.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: 0px initial initial;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5786.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5786.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">So sah dann das (wohlgemerkt!) Fr\u00fchst\u00fcck nach einem langen Marsch aus.<\/span><\/p>\n<p>Der Tip f\u00fcr alle Reisenden schlechthin ist wohl der Folgende: Esst regelm\u00e4\u00dfig, esst gut und vor allem, lauft nicht erst einen halben Tag durch ein Viertel der zu besichtigenden Stadt, um dann eine Lumberjacksteak-Pita zu bestellen. Das geht sich in den meisten F\u00e4llen nicht gut aus.<\/p>\n<p>Und wenn wir schon bei Tips sind, dann sei jedem w\u00e4rmstens empfohlen, sich einen Starbucks-Nickname zuzulegen, der vom amerikanischen Gehirn problemlos geparst werden kann. Sonst kann es passieren, dass aus Armin schnell mal Armil\u00a0oder \u00e4hnliches wird\u00a0(trotz redlicher Bem\u00fchungen den Bart vom Modus \u00bbVerbrecher\u00ab auf \u00bbZiviler Ungehorsam Marke &#8217;68\u00ab zu stutzen) und aus einem Konrad wird ein Chris. Wie auch immer das passiert ist. Leider wurde Armin dann schnell zu Chris&#8216; Friend, obwohl er sich erst kurz zuvor Raymondo von Zwetschgenburg zu Kille-Kille-Hausen oder etwas dem nahekommendes als Becheraufschrift zurechtgelegt hatte.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/SDC116491.jpg?resize=425%2C319\" alt=\"SDC11649.jpg\" width=\"425\" height=\"319\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">Eine der harmloseren Beleidigungen, die wir \u00fcber uns ergehen lassen mussten.<\/span><\/p>\n<p>Ges\u00e4ttigt und mit einem Eimer sch\u00f6nem hei\u00dfen leckeren Kaffee in der Hand galt es, ein neues Verkehrsmittel auszuprobieren und so schwangen wir uns in die Seilbahn an der Queensboro Bridge, mit der man nach Roosevelt-Island gelangt. Die einzige Frage, die dabei unbeantwortet bleiben musste war, warum diese Seilbahn \u00fcberhaupt existiert. Denn Roosevelt Island zeichnet sich neben einer U-Bahn-Station und einem Rundbus in erster Linie dadurch aus, dass dort eine Seilbahn verkehrt, ansonsten kann man froh sein, wieder von der Insel zu kommen, ohne selbst Hand an ein Ruder legen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5803.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5803.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Dem entsprechend kurz war unser Aufenthalt dort und so ging es per U-Bahn zur\u00fcck nach Manhattan und vor das Solomon R. Guggenheim-Museum. Ein imposanter Bau, ein modernes Museum und einer der Orte in der Stadt von dem bisher ausnahmslos jeder, den ich gesprochen\u00a0habe zu berichten wusste, dass man doch tunlichst drau\u00dfen bleiben sollte. Die Sammlung im Inneren k\u00f6nne wohl in keinster Weise den schmerzlichen Eingriff ins Portemonnaie ausgleichen, der vor einem Einlass vorgenommen werden m\u00fcsste. Mit einem HotDog in der Hand kamen wir uns also ziemlich gut vor, als wir dieser Aufforderung Folge leisteten und trabten dann allm\u00e4hlich zum Bus in der 5th Ave. mit dem es zur\u00fcck ins Hotel ging.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5812.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5812.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Da aber auch an klimatisch traurigen Tagen etwas Verr\u00fccktes unternommen werden muss, gab es ein paar ekelerregende Brausen zu probieren und vor allem das Getr\u00e4nk mit den Kaffee-Reminiszensen wollte nur schwerlich drinnen bleiben. Da aber etwas Ekelhaftes im K\u00f6rper immer noch besser ist, als s\u00e4uerlicher Geruch im Hotelzimmer war die Marschrichtung klar.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/IMG_5815.jpg?resize=425%2C393\" alt=\"IMG_5815.jpg\" width=\"425\" height=\"393\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">Trotz der eindeutigen Warnungen haben wir uns waghalsig an diese Getr\u00e4nke herangetraut. Und \u00e4hnlich wie das Root Beer in San Francisco waren die beiden Brausen auf eine seltsame Art lecker.<\/span><\/p>\n<p>Und weil wir uns nach so viel Ausruhen etwas wirklich\u00a0Gutes verdient hatten, ging es abends in einen kleinen mexikanischen Imbiss, der uns unglaublich leckere Burritos bereitete. Der \u00bbGreat Burrito\u00ab in der\u00a023rd St.\/6th Ave. war wirklich eine Entdeckung und sei hiermit jedem w\u00e4rmstens empfohlen.<br \/>\nNichts ist sch\u00f6ner als nach einem nass-durchfrorenen Tag ein gutes Abendbrot zu genie\u00dfen und vor dem Bett noch einen Alternativ-Kaffee zu genie\u00dfen. Naja, beinahe nichts. Ein schnell zubereiteter Kaffee eventuell, aber vermutlich lag das Alternative dieser Tasse schwarzen Goldes mehr in seiner dreist\u00fcndigen Zubereitung als in seinem Geschmack.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/SDC11655.jpg?resize=425%2C567\" alt=\"SDC11655.jpg\" width=\"425\" height=\"567\" border=\"0\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\">\u00dcber den Salat sagte Marcel Reich-Ranicki einst, er w\u00e4re \u00bbgrauenhaft\u00ab, aber an den Burrito kommt so schnell nichts ran.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>alternativer Titel dieses Eintrags: Zum Stuhlgang geht es auf den Gang! Wechselkurs 1\u20ac\/1,3762$ Einer von sechs New Yorkern ist kleinw\u00fcchsig. Doch sind sie im \u00f6ffentlichen Bewusstsein viel pr\u00e4senter als etwa in Deutschland. 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