{"id":456,"date":"2010-04-09T20:32:00","date_gmt":"2010-04-09T18:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/?p=456"},"modified":"2012-10-15T22:32:18","modified_gmt":"2012-10-15T20:32:18","slug":"tag-1-new-york-kate-oder-wie-man-die-zeichen-richtig-deutet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/index.php\/tag-1-new-york-kate-oder-wie-man-die-zeichen-richtig-deutet\/","title":{"rendered":"Tag 1 \u2013 New York \u2013 Kate, oder: Wie man die Zeichen richtig deutet"},"content":{"rendered":"<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5326.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5326.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>alternativer Titel dieses Eintrags: Acht Bier machen dich auch nicht sch\u00f6ner<\/p>\n<p>Wechselkurs 1\u20ac\/1,363$<\/p>\n<p>Am Samstag, den 13.02.2010 ging es los in die USA, genauer nach New York. Da wir vergessen hatten, ihm Bescheid zu geben, dass wir einen Bus fr\u00fcher nehmen wollen, haben wir Frank, der an diesem Tag nach New Orleans zum Fest der Blumenketten und nackten Busen fliegen wollte, erst am Flughafen getroffen. Daf\u00fcr haben wir ihn dort umso herzlicher in unsere Arme geschlossen.<\/p>\n<p>Mit etwas mehr als einer Stunde Versp\u00e4tung ging es um kurz nach 13 Uhr dann vom Flughafen Tegel auf zum JFK und hindurch durch zwei schleppende Phasen an Bord, der ersten direkt nach dem Abheben und einer zweiten w\u00e4hrend des Filmprogramms. Dieses bestand aus \u00bbWhip It\u00ab, \u00bbThe Informant\u00ab, \u00bbFour Christmasses\u00ab und \u00bbLast Chance Harvey\u00ab, die allesamt dabei halfen, die Flugzeit als \u00e4ussert kurz zu empfinden. Eine besondere Erw\u00e4hnung sollte aber \u00bbThe Informant\u00ab erhalten, der nicht nur in einer Phase uns pl\u00f6tzlich und eiskalt \u00fcbermannender M\u00fcdigkeit ausgestrahlt wurde, sondern auch noch wesentlich entt\u00e4uschender war, als ich das im Vorfeld angenommen hatte. Es sei denn, einem sind zwischendrin die Augen nicht nur zugefallen, sondern man ist richtiggehend f\u00fcr eine Weile eingeschlafen, dann, aber nur dann konnte es passieren, dass man, wie Armin, den Film als eigentlich ganz gut empfinden konnte.<\/p>\n<p>Besondere Hochachtung auf dem Hinflug hat der junge Mann aus dem Berliner Randgebiet verdient, der f\u00fcr mindestens acht Biere (das sind jetzt nur die, die wir auch mitbekommen haben) nur f\u00fcnf mal aufs Klo musste und dann die Komafotografie mit Blitzlichteinsatz wie eine Eins und ohne mit der Wimper zu zucken \u00fcberstand. Der Kerl hat wirklich sein Bestes gegeben, das meiste aus dem Flugpreis wieder rauszuholen \u2013 Chapeau! Abz\u00fcge gab es f\u00fcr seine weibliche Begleitung, da sie a. ohne Taschent\u00fccher die Reise angetreten hatte und b. dann die Frechheit besa\u00df, sich dar\u00fcber zu am\u00fcsieren, dass die Taschent\u00fccher, die ich ihr zur Rettung gereicht hatte vom Netto sind. Eine Szene deren Skandaltr\u00e4chtigkeit nur noch davon \u00fcbertrumpft wurde, dass sie in einem dieser seltsamen Hub- und Fahrverlie\u00dfe stattfand, die, Zitat Armin, \u00bbvon innen aussehen wie eine Original-Au\u00dfenszene bei &#8222;Eine schrecklich nette Familie&#8220;, inklusive Wandflokati.\u00ab<\/p>\n<p>Trotz des versp\u00e4teten Abflugs waren wir dann bereits eine halbe Stunde fr\u00fcher als geplant in New York, was sich durch die Einreisekontrollen etwas egalisierte, aber insgesamt waren diese doch laxer, als einem im Vorfeld in Aussicht gestellt wurde.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5331.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5331.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Wir hatten davon geh\u00f6rt, dass man, um vom Flughafen wegzukommen, den AirTrain nehmen sollte, zumindest dann, wenn man keine 50$ f\u00fcr ein Taxi berappen wollte. Und so stellten wir uns, wie sich das f\u00fcr dumme Deutsche geh\u00f6rt, brav direkt in die n\u00e4chste Schlange getreten. Zum AirTrain ging es aber woanders lang, was uns zum Gl\u00fcck halbwegs schnell aufging und so rollerten wir mit den Koffern los. \u00dcber Stock und \u00fcber Stein, in den Fahrstuhl, die Rolltreppe hoch, woanders wieder runter, um die Ecke und dann doch irgendwann in einen Wagen, der uns bis zur Jamaica-Station brachte.<\/p>\n<p>Dort angekommen gaben wir der letztlich recht freundlichen Schrankendame allen Grund, uns auszulachen, denn nicht nur waren wir zum dumm, 2$ mit der Supersonderwochenendextrazeitkarte zu sparen. Nein, um den AirTrain zu verlassen musste man diese Karte auch noch in einen daf\u00fcr vorgesehenen Schlitz einf\u00fchren, damit sich eine Schranke \u00f6ffnet und wir hatten doch tats\u00e4chlich alle vier Varianten des Reinsteckens gebraucht, um diese Falle zu verlassen.<\/p>\n<p>Danach stand dann aber nur noch eine kurze Fahrt mit der Long Island Rail Road (LIRR) vor uns, gefolgt von ein paar Metern zu Fu\u00df von der Penn Station bis zum Hotel.<\/p>\n<p>Im \u00bbChelsea Star Hotel\u00ab verhinderten dann h\u00f6here Gewalten, dass wir unser Doppelzimmer beziehen konnten, aber f\u00fcr einen 100$ Discount und das Versprechen, dort allein untergebracht zu sein, w\u00fcrden wir die ersten beiden N\u00e4chte auch in einem 6-Mann-Zimmer verbringen. Bedenkt man den sogenannten \u00bbRimini-Vorfall\u00ab, bei dem wir \u2013 mehr Teil einer Kinderlandverschickung als eines Jugendurlaubs \u2013 unsere Zeit ab 22 Uhr in einem Zimmer mit 12 anderen, eher dubios gesinnten Menschen auf Feldbetten zubrachten, ein tats\u00e4chlicher Fortschritt in unserer Urlaubskarriere.<\/p>\n<p>Wer einen kosteng\u00fcnstigen, gut gelegenen Platz zum Schlafen braucht und sonst die Anspr\u00fcche eher zur\u00fcckzuschrauebn wei\u00df, der ist im Chelsea Star Hotel richtig. Das Wasser in den Leitung wurde zwar nur langsam warm, das WLAN war alles andere als zuverl\u00e4ssig und der Bau etwas hellh\u00f6rig. Auf der anderen Seite ist das aber eben eher ein Hostel denn ein Hotel gewesen und wer nach New York reist, der will ja den Stra\u00dfenl\u00e4rm!<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5359.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5359.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Einchecken ging es f\u00fcr uns zur allgemeinen Orientierung noch eine gro\u00dfe Runde um den Block und dabei konnten wir feststellen, dass die Entfernungen zwischen den Streets eher gering, zwischen den Avenues daf\u00fcr aber umso gr\u00f6\u00dfer sind. Trotz allem hatten wir uns von 30. Stra\u00dfe noch bis zum Times Square hochgek\u00e4mpft und standen dann dort in den flackernden Lichtern und irgendwann auch vor einer Wand aus Schokodropsen im M&amp;Ms Store.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5370.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5370.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>\u00dcber die 8th Ave. ging es dann zur\u00fcck, vorbei am Haus der New York Times und dem Busbahnhof hin zu unseren Gefilden nahe Madison Square Garden und Central Post Office. Unser Abendessen bei Brother Jimmy&#8217;s \u2013 Bacon Burger und s\u00fc\u00dfe Fritten (wobei die Fritten keine Empfehlung sind) \u2013 stellte uns Kate nach nichtssagenden \u00bbhiguyshowudoin-fine-great-thanks-aight\u00ab auf den Tisch und unser nonchalantes Gestammel schien sie so sehr ber\u00fchrt zu haben, dass sie uns ein Herz auf die Rechung malte. Man muss keine 6 Semester Amerikanistik studiert haben, um zu sehen, dass sie ganz offensichtlich \u00fcber die Ma\u00dfen \u00bbinto us\u00ab war, wie man so sagt und da w\u00e4re wohl mehr als einiges gegangen. Aber wir waren m\u00fcde und sie wirkte auch nicht so, als w\u00fcrde sie die s\u00fc\u00dfen Fritten allzu schnell Fritten sein lassen k\u00f6nnen, um ein leichtes Bier auf den Stufen der Post mit uns zu trinken\u2026Und \u00fcberhaupt, einst sagte ein kluger Kopf: Das Leben ist zu kurz f\u00fcr amerikanisches Bier.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5387.jpg?resize=425%2C283\" alt=\"IMG_5387.jpg\" width=\"425\" height=\"283\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Nachdem wir in den heiligen Vorhallen des Madison Square Garden gewesen und die Knicks-Ticket f\u00fcr sehr teuer befunden hatten sind wir dann noch zum Flat Iron Bldg. gegangen, um ein Postkartenmotiv zu faken und mit der Erkenntnis, dass man trotz ausgesprochener Preislichkeit zu einem Basketballspiel gehen sollte, wenn sich einem diese einmalige Chance bietet, fielen wir ins Bett. Um 10 Uhr abends, fertig mit der Welt und der schlimmen Vorahnung, dass das Hohe Alter der eigenen Eltern in gar nicht mehr allzu ferner Weite ist.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/IMG_5399.jpg?resize=425%2C638\" alt=\"IMG_5399.jpg\" width=\"425\" height=\"638\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Bereits um 4 Uhr morgens war ich dann wieder wach. Armin zerlegte gerade in der Kategorie Einzels\u00e4gen der Herren mit vollem Einsatz sein Etagenbett. Und mir kam die dunkle Erinnerung, dass ich dies beim Einschlafen, vermutlich gepaart mit unglaublicher M\u00fcdigkeit und der Zauberkraft der blauen Ohropax, irrt\u00fcmlich f\u00fcr geschlechtsverkehrsbedingtes Aufst\u00f6hnen von einer Etage unter uns gehalten hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>alternativer Titel dieses Eintrags: Acht Bier machen dich auch nicht sch\u00f6ner Wechselkurs 1\u20ac\/1,363$ Am Samstag, den 13.02.2010 ging es los in die USA, genauer nach New York. 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