{"id":444,"date":"2010-03-21T00:08:03","date_gmt":"2010-03-20T22:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/?p=444"},"modified":"2010-03-21T00:08:04","modified_gmt":"2010-03-20T22:08:04","slug":"meine-zeit-in-schweden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/index.php\/meine-zeit-in-schweden\/","title":{"rendered":"Meine Zeit in Schweden"},"content":{"rendered":"<p>Eine weitere Sache ist mir heute aufgefallen: Es wirkt viel eindrucksvoller, wenn ich von meinen 5 Monaten Erasmus in Stockholm als von &#8222;meiner Zeit in Schweden&#8220; spreche. Insofern:<\/p>\n<p>In meiner Zeit in Schweden hatte ich ein paar Kurse bei einem aufstrebenden jungen schwedischen Filmwissenschaftler, der uns etwas \u00fcber Jazz-Programme im schwedischen Fernsehen erz\u00e4hlte. Der Kurs war auf Englisch und Peter, so glaube ich hie\u00df der junge Oberlippenbarttr\u00e4ger, an dessen Nachnamen ich mich nicht erinnern kann, war daf\u00fcr mehr als geeignet, sowohl inhaltlich, wie auch sprachlich. Trotz allem meinte er, Bezug nehmend auf seine Doktorarbeit, er w\u00fcrde diese lieber auf Schwedisch schreiben, auch wenn sie dadurch viel weniger Menschen w\u00fcrden lesen k\u00f6nnen.<br \/>\nSeiner Meinung nach g\u00e4be es schon gen\u00fcgend Arbeiten schwedischer Filmwissenschaftler, die meinten, mit ihrem \u00e4u\u00dferst bescheidenen Englisch ein breiteres Publikum attrahieren zu m\u00fcssen, die dann doch irgendwie in die Belanglosigkeit abdrifteten, weil sie damit ihr eigenes Ausdrucksverm\u00f6gen k\u00fcnstlich arg beschr\u00e4nkten.<\/p>\n<p>F\u00fcr all diese Momente, in denen man (lies: ich) sich denkt, auf Twitter, bei Facebook oder auch in Blogs Englisch schreiben zu m\u00fcssen, w\u00e4re das doch eigentlich mal die richtige Art von New Year&#8217;s Resolution: Bleib&#8216; bei deiner Muttersprache! Diese zu meistern ist in vielen F\u00e4llen Herausforderung genug und fernab von bedenklichem Patriotismus kann so ein Umgang mit Nationalflagge, Vaterland und Muttersprache doch nur gesund sein.<\/p>\n<p>Und nur um das klarzustellen: Ich bewundere Menschen, die vielerlei Sprachen beherrschen. Manchmal bewundere ich diejenigen, die sie nicht so sehr beherrschen und trotzdem munter drauflosquatschen sogar noch etwas mehr. H\u00e4ufig geh\u00f6re ich da ja schlie\u00dflich selbst zu (ohne mich in diesen Momenten sonderlich selbst bewundern zu k\u00f6nnen\u2026). Nur f\u00fcr die Zukunft und mich lege ich fest: Wenn ich mir dessen, was ich schriftlich ausdr\u00fccken mag nicht sicher bin, dann versuche ich es doch lieber auf Deutsch. Man schaue mir bitte gern auf die Finger und haue im rechten Moment zu! Diese Hinweise nehme ich gern an, auch wenn ich das im ersten Augenblick vielleicht nicht immer so zeigen kann\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine weitere Sache ist mir heute aufgefallen: Es wirkt viel eindrucksvoller, wenn ich von meinen 5 Monaten Erasmus in Stockholm als von &#8222;meiner Zeit in Schweden&#8220; spreche. Insofern: In meiner Zeit in Schweden hatte ich ein paar Kurse bei einem aufstrebenden jungen schwedischen Filmwissenschaftler, der uns etwas \u00fcber Jazz-Programme im schwedischen Fernsehen erz\u00e4hlte. 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