{"id":438,"date":"2010-01-22T14:44:15","date_gmt":"2010-01-22T12:44:15","guid":{"rendered":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/?p=438"},"modified":"2010-01-22T14:44:17","modified_gmt":"2010-01-22T12:44:17","slug":"gottes-werk-und-googles-beitrag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/differentialdiagnose.gerndesign.de\/index.php\/gottes-werk-und-googles-beitrag\/","title":{"rendered":"Gottes Werk und Googles Beitrag"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch Abend war ich in der B\u00f6ll-Stiftung, um mir ein Podiumsgespr\u00e4ch zum Thema Leistungsschutzrechte f\u00fcr Verlage unter obigem sehr plakativem Titel anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Als einziger Vertreter der Verlagsseite sa\u00df dabei Christoph Keese, Chef der \u00d6ffentlichkeitsarbeit beim Axel Springer-Verlag, zwei (mit Moderator Matthias Spielkamp drei) ehemaligen bzw. noch aktiven Journalisten gegen\u00fcber und fand sich schnell in der Situation wieder, sich arg f\u00fcr jedes Wort rechtfertigen zu m\u00fcssen. Da es ihm aber partout nicht gelingen wollte, zu erkl\u00e4ren, was man sich unter Leistungsschutzrechten f\u00fcr Verlage vorzustellen habe und wie sich diese vom bereits bestehenden Urheberrecht der Autoren unterscheiden sollen, geschah ihm das vielleicht auch zurecht.<\/p>\n<p>Den anderen Diskussionsteilnehmern, der freien Journalistin Eva-Maria Schnurr und dem Mitglied des Bundesvorstands der Gr\u00fcnen Malte Spitz wollte, wie auch dem Gro\u00dfteil des Publikums, nicht so recht klar werden, was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht meinen und verfolgen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Urheberrecht die kreative Leistung des Autoren sch\u00fctzt, soll es beim Leistungsschutzrecht um die organisatorischen und finanziellen Vorleistungen der Verlage gehen. Was aber sind diese Leistungen der Verlage? Woran kann man sie festmachen?<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch zwischen Chrsitoph Keese und dem f\u00fcnften Podiumsteilnehmer, Medienrechtsanwalt Till Jaeger, wurde relativ schnell klar, dass man diese zumindest nicht am Layout (der wohl offensichtlichsten Leistung des Verlages) festmachen kann. Nun stellt sich sehr schnell die Frage, inwieweit man denn \u00fcberhaupt im Internet nachvollziehen k\u00f6nne, woher der Text eigentlich stammt, wenn er (bspw. durch Copy+Paste) nur noch im ASCII-Format vorliegt. Da die Zweit- und Drittverwertungsrechte nach wie vor bei den Autoren liegen und diese somit ihre Texte auch \u00fcber ihre privaten Blogs anbieten k\u00f6nnen sei dies nicht mehr nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Es gehe den Verlagen, so Keese, um die gewerbliche Nutzung &#8222;ihrer&#8220; Texte, was sowohl Aggregatoren wie bspw. Google einschlie\u00dft, aber auch jeden Arbeitnehmer, der sich die Texte auf der Arbeit ausdrucke, um sie f\u00fcr seinen Job zu nutzen. Dies solle in Zukunft nur noch auf Grundlage der Vergabe von Lizenzen m\u00f6glich sein. Eine Idee, deren Umsetzbarkeit ohne Zuhilfenahme von Pauschalabgaben f\u00fcr jeden Betrieb ich hier stark in Frage stellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Was also dieses Leistungsschutzrecht sein soll, war auch nach dem Mittwochabend nicht klar, nur dass es sich um eine Art Lizensierungsmodell f\u00fcr Verlage handeln soll. Ob ein solches Modell tats\u00e4chlich gew\u00fcnscht und praktikabel ist wird sich zeigen m\u00fcssen. F\u00fcr den Moment klingt es aber vielmehr nach einem verzweifelten Versuch der Alten Medien, sich ein St\u00fcck des Kuchens zur\u00fcckzuholen, den die Neuen Medien ihnen durch die schnelleren M\u00f6glichkeiten des Web 2.0 abgenommen haben. In meinen Augen kann das nicht die L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme der (Zeitungs-)Verlage sein, sie m\u00fcssen andere und vor allem eigene Wege der Distribution und der Teilhabe an Anzeigenm\u00e4rkten und Werbeerl\u00f6sen finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch Abend war ich in der B\u00f6ll-Stiftung, um mir ein Podiumsgespr\u00e4ch zum Thema Leistungsschutzrechte f\u00fcr Verlage unter obigem sehr plakativem Titel anzuh\u00f6ren. 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