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und nichts als die Wahrheit

ESC Protokoll

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Damit ich auch ein »Lena«-Kunstwort einführen kann, kommt dieses Protokoll des 55. Eurovision Song Contest in Oslo, Norwegen vom 29.05.2010 erst jetzt – lenachronostisch – sprich: viel zu spät, aber mit Lena-Content.

Vorbericht

Der Vorbericht bestätigte einmal mehr, was deutsche Fernsehschaffende nicht können: Countdown-Shows. Dem entsprechend schrecklich war es, so dass wir anfänglich nur 3 min. durchgehalten hatten. Der Vorbericht wurde also schneller peinlich als das parallel laufende Fussballspiel langweilig (das haben wir zuvor stolze 5 min. sehen können, bevor wir hofften, der Vorbericht vom Song Contest würde bald beginnen).

Armin meinte bei einem späteren Versuch zwischen ereignisarmem Fussballspiel und fremdschambehafteten Vorbericht die richtige Balance zu finden, dass man es notieren müsse, wenn man beim Auftritt von Nena und Xavier Naidoo wegschaltet, ich halte das ja für eine Selbstverständlichkeit, eine Bürgerpflicht.

Neben der Erkenntnis, dass Alexander Rybak zauberhaft im Sinne von Harry Potter aussieht, konnten wir uns noch darauf verständigen, dass wir Sabine Heinrich ganz furchtbar finden. Aber man muss ihr zugute halten, dass sie durch ihre furchtbaren Moderationen etwas, zumindest für uns, sehr Einendes hatte.

Irgendwie war dann aber auch diese furchtbar lang werdenden Wartezeit vorbei, inzwischen Gert dazu gestossen und die Landesbeiträge konnten beginnen.

Landesbeiträge

01 NewImage.jpg Aserbaidschan

Safura – Drip Drop (Tropf, Tropf)

Es begann mit einem Feuerwerk, einer Show-Treppe und einem ultrakurzen LED-Kleid. Gepaart mit Ausdruckstänzern und einer großzügig eingesetzten Windmaschine bestätigte dieser erste Beitrag gleich mal alle Befürchtungen, die sich durch die vorangegangen Jahren manifestiert hatten.

G: »Sarah Connor, die Bordsteinschwalbe aus Delmenhorst.«

Aus der Abteilung unqualifizierte Einschätzung des Subtextes (AuES): Sie singt über ihre Periode.

02 NewImage.jpg Spanien

Daniel Diges – Algo pequeñito (Something Tiny/Etwas Winziges)

Atze Schröders Beitrag zum Grand Prix, die Haare schamhafter als je zuvor und »creepy Hintergrundtänzer«. Jemand aus dem Publikum stürmt während des Auftritts die Bühne und wird kurz darauf abgeführt. Eigentlich war dieser Fan eine Bereicherung des Bühnenauftritts. Kurz darauf machte ich mir ernsthafte Sorgen um die Osloer Security, denn da stand auf einmal eine Mischung aus Dieter Bohlen und Andre Borg im Hintergrund, der schien verwirrenderweise aber diesmal dazuzugehören.

Ein trauriger Beitrag, dem wir einhellig keine Chance einräumen konnten.

AuES: Hier kann man kaum von Subtext reden, wenig verschleiert singt er ganz offensichtlich von seinem Genital.

03 NewImage.jpg Norwegen

Didrik Solli-Tangen – My Heart Is Yours (Mein Herz gehört dir)

Enia trifft Vangelis, beide haben eine heiße Nacht und vergessen die Verhütung, was dabei rauskommt wirkt sehr geklaut und klingt verboten. Man erwartet jeden Moment eine Musical-Gruppe in Löwenkostümen auf der Bühne, das wäre immerhin etwas. Doch es bleibt beim Boygroup-Wischi-Waschi.

04 NewImage.jpg Moldawien

Sunstroke Project & Olia Tira – Run Away (Verschwinde)

Ein LED-Geiger auf einem Drehteller, endlich wieder Eurodance aus den tiefsten 90er Jahren, dafür musste man Moldawien einfach lieben.

Gert sah »König Boris am Mikro«, Starlight Express-Anleihen waren zu sehen und zwischendrin glaubte man auch, dass Ross Anthony in die Kamera lächelt.

Musikalisch gesehen liegen die Moldawier noch zwei Währungsunionen zurück, umso erschreckender also, dass sie bisher mein Favorit sind.

05 NewImage.jpg Zypern

Jon Lilygreen & The Islanders – Life looks better in spring (Das Leben sieht im Frühling besser aus)

Hier fehlt es mir komplett an Notizen und ich war bei Beitrag Nummer fünf unter Garantie noch hochmotiviert, muss also für den Song sprechen, dass nichts weiter zu sagen ist.

06 NewImage.jpg Bosnien & Herzegowina

Vukašin Brajić – Thunder and Lightning (Blitz und Donner)

G: »Mehr Blech ging nicht an die Ohren.« – Thunder and Lightning-Ableiter?

A: »Sieht aus wie der eine Typ von Alarm für Cobra 11.«

Johannes, der es erst kurz nach Lenas Beitrag in unsere Runde schaffte, würde es »Rock ohne Eier« nennen.

07 NewImage.jpg Belgien

Tom Dice – Me and My Guitar (Ich und meine Gitarre)

Aus der Kategorie »name the obvious«: Ein spartanischer Bühnenauftritt, aber eine nette Gestalt mit einem vernünftigen Beitrag, trotzdem warteten wir gespannt auf den Moment, wo es peinlich wird und wir wurden nicht enttäuscht.

08 NewImage.jpg Serbien

Milan Stanković – Ovo je Balkan (Das ist der Balkan)

Androgynität hin oder her, das war ganz großes Fremdschämen. Während die Meinungen zwischen Gert und Armin stark auseinander gingen (zwischen okay und geht gar nicht) hatte ich das dringende Bedürfnis die Gäste mit den Worten »Das ist der Balkon« auf die Terasse zu führen, nur leider gibt es einen solchen in meiner Wohnung nicht.

G: » Das Outfit macht das Lied kaputt.«

09 NewImage.jpg Weißrussland

3+2 – Butterflies (Schmetterlinge)

3 + 2 = 5, ist das ein optimistisch gestecktes Ziel oder eine klare Ansage? Die anscheinend mafiösen Verstrickungen im weißrussischen Vorentscheid lassen beides im Bereich des Möglichen erscheinen.

Für diesen Moment hatten wir uns Mischbrotstullen bereit gelegt, denn jetzt gab es frischen, selbst ausgelassenen Schmalz.

Der größte Spaß an dieser insgesamt ganz üblen Nummer war das Warten auf die Trickkleider mit ihren ausfahrbaren Flügeln.

10 NewImage.jpg Irland

Niamh Kavanagh – It’s for you (Für dich)

Dicke Frauen und der Grand Prix haben ja eine lange Tradition.

»So lange die dicke Frau noch singt ist der Eurovision Song Contest noch nicht zu Ende.«

11 NewImage.jpg Griechenland

Giorgos Alkaios & Friends – OPA (Hossa)

A: »Die müssten eigentlich »Streets of London« singen!«

Der griechische Ableger des KuKluxKlans durfte im Hintergrund zappeln, dazu konnte sich Martin Demicheles für die WM warm tanzen und ein aufgedunsener Tarkan musste singen.

Hätten sie mal lieber wirklich eine traurige Geschichte von ihrem Großvater gesungen und damit voll auf die Mitleidskarte gesetzt, so aber sehe ich keine Chance für sie.

12 NewImage.jpg UK

Josh Dubovie – That Sounds Good to Me (Das hört sich gut an)

Ein charismabefreiter, englischer Alexander Klaws, das hat noch gefehlt. Packen wir also etwas Eurodance dazu und lassen die Rasselbande über eine aussortierte Daft Punk-Kulisse hüpfen, das müsste reichen, oder?

Selten wurde die Diskrepanz zwischen Liedtitel und dem ganzen Rest so deutlich wie in dieser Nummer, ganz grauengraft, unterirdisch und hoffentlich am Ende der Telefonstimmenauswertung sehr weit hinten anzutreffen.

13 NewImage.jpg Georgien

Sopho Nischaradse – Shine (Leuchte)

G: »Aus der Reha auf die Bühne.«

Der Song ist doch auch schon mal dagewesen möchte man meinen und siehe da, eigentlich war er für Celine Dion geschrieben, die fand den wohl aber zu schrecklich…mhh…

Doppelt fallische Hosenaufnäher bei den Tanzherren, ein Stromgitarrenbreak und eine Hebefigur am Ende, wir sind komplett.

14 NewImage.jpg Türkei

maNga – We could be the same (Wir könnten gleich sein)

»the SAME!« – »Bring me a shrubbery!«

Die türkischen Linkin Park mit einem soliden Auftritt, also wenn man Linkin Park mag. Aber auch sonst kann man den Türken zumindest zugute halten, dass sie etwas anderes als eine klassische Grand Prix-Nummer ins Rennen geschickt haben.

15 NewImage.jpg Albanien

Juliana Pasha – It`s All About You (Es dreht sich alles um dich)

Ganz twitter ist sich einig, hier singt Madonna! Und schon wieder sind Geigen mit im Spiel, sie sollte gute Chancen haben.

16 NewImage.jpg Island

Hera Björk – Je ne sais quoi (Das gewisse Etwas) [eine bedenkliche Übersetzung]

Jawoll! Das ist catchy, das klingt nach Großraumdisko, da sind wir dabei… und jetzt alle »cryin’ at the discotheque…«, oder so ähnlich.

Ich sehe ein großes Scooter-Comeback feat. Hera Björk auf uns zukommen und ich habe den Witz mit der dicken Frau zu früh verbraten…

17 NewImage.jpg Ukraine

Aljoscha – Sweet People (Liebe Leute)

Endlich einmal sehr viel Haut und dazu eine Windmaschine, ich bin glücklich.

Und das Konzept »sex sells« funktioniert immernoch, gut zu wissen. Allerdings waren wir alle so damit beschäftigt, zu prüfen, ob sie womöglich wirklich nackt ist, dass wir kaum auf die Musik achten konnten.

18 NewImage.jpg Frankreich

Jessy Matador – Allez Ola Olé (Vorwärts! Ola Olé)

Schleimisex Fussballstadienmist ist das. Man merkt, dass der Sänger eigentlich Tänzer ist und das nicht, weil der so toll tanzt! Man bedenke, was man nicht alles in der französischen Sprache auszudrücken vermag und welche Arbeit die französischen Sprachpuristen dafür auf sich nehmen und dann kommt hier ein Lied mit gerade mal drei verschiedenen Wörtern daher…

19 NewImage.jpg Rumänien

Paula Seling & Ovi – Playing with Fire (Spiel mit dem Feuer)

Der Klassiker der Duette, ein Mann, eine Frau und irgendwie scheint da was zwischen ihnen zu stehen. In diesem Fall das Lernklavier mit seinen leuchtenden Tasten. Sie sieht aus wie Shania Twain und der Texter des ganzen hat beim Verfassen munter in das bunte Reimlexikon geleuchtet, ein Armutszeugnis, das auch die Damenbekleidung aus dem Orion Shop nicht mehr retten konnte.

20 NewImage.jpg Russland

Peter Nalitsch & Friends (MKPN) – Lost and Forgotten (Verloren und vergessen)

G: »Christian Ulmen!«

Nomen est omen, verloren und vergessen, der gute Mann, der aus diesem Internet berühmt ist, in dem er seine Musik für umsonst weggibt. Was nix kostet kann auch nix sein…

21 NewImage.jpg Armenien

Eva Rivas – Apricot Stone (Aprikosenkern)

Ich glaube, mich an Brüste zu erinnern.

Aus der Abteilung Pornotitel on the go: G: »Duduk, die armensiche Flöte«

22 NewImage.jpg Deutschland

Lena – Satellite (Satellit)

Ein sehr aufgeregtes, junges Mädchen, aber dadurch umso symptathischer. Mir persönlich haben die kleinen Umstellungen am Song ja nicht so zugesagt, aber der Rest der Runde scheint angetan zu sein. Es ist in jedem Fall kein klassischer Grand Prix-Beitrag und das kann man eigentlich nur begrüßen.

23 NewImage.jpg Portugal

Filipa Azevedo – Há dias assim (Es gibt solche Tage)

In der Tat gibt es solche Tage, an denen man total unbeeindruckend auftritt. Die ganze Nummer ging einem irgendwie am verlängerten Rücken vorbei.

24 NewImage.jpg Israel

Harel Skaat – Milim (Worte)

Eine schöne Sprache, wie sich alle einig waren, die halb französisch klingt und ganz gut zum französischen Chansonstil des Sängers passt.

25 NewImage.jpg Dänemark

Chanée & n’evergreen – In A Moment Like This (In einem Moment wie diesem)

Ein ganz ganz schlimmer Alltime-Evergreen-Klassiker und eine furchtbare Nummer, dazu dieser Name, unglaublich. Aber hey, am Ende küssen sie sich und bestimmt wird auch geheiratet…

Aussergewöhnlich: Wegen des Faneingriffs, der das einzig Interessante an der Nummer war darf der Spanier nochmal…

Brauchbare Beiträge kommen aus Moldawien, Belgien, Georgien, Türkei, Albanien, Island, Ukraine und Deutschland.

Mitleidsfavoriten sind auf Grund der wirtschaftlichen Lage Griechenland und Island.

Abstimmung

Für viele ging dann der eigentliche Highlight-Teil des Abends los: Die Abstimmung, endlich Statistiken, Punkte und Tabellen!

Deutschland setzt sich recht früh ab, da hätte man sich gewünscht, jemand würde die ganze Sache so koordinieren, wie man das am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga tut, damit die Abstimmung möglich lange spannend bleibt.

Am Ende ist Lena mit ihrem »Satellite« unangefochten vorn. Jubel und Trubel in Hannover.

Auswertung

Ein erschreckend guter Song Contest war das in diesem Jahr. Überraschend viele gute Beiträge, die das eigentliche Erlebnis beinahe zu stören drohten, denn ist man ehrlich, muss man einräumen, dass man gerade das Fremdschämen und die cheesigsten Nummern sehen will, die bringen den Spaß.

Man kann sich also mal wieder freuen über einen Sieg beim Eurovision Song Contest. Ein nettes Lied, eine sympathische Preisträgerin und insgesamt ein guter Abend, da kann fast ein wenig Stolz aufkommen. Aber fürs nächste Jahr wünsche ich mir eine komplett versemmelte, bis in die Haarspitzen peinliche Aufführung, so einen richtigen Grand Prix eben. Wir sind Gastgeber, die Chancen stehen also gut.

Für dich immer noch »Grand Prix«

Ich bedaure noch immer sehr, dass sie den wunderbaren »Grand Prix d’Eurovision de la Chanson« (am besten leicht angetüdert vorzutragen) so doof anglizismisiert haben und da jetzt der traurige »Eurovision Song Contest« draus geworden ist. Nichts desto trotz werden sich Armin und ich und evt. auch noch andere Menschen heute Abend wieder zusammenfinden, um dieses Spektakel am Fernseher zu verfolgen und in der ein oder anderen Form unseren Senf dazu abzugeben. Denn machen wir uns nichts vor, neumodischer Name hin oder her, das Ganze ist immer noch eine übertrieben bunte Bühnenshow, deren einziges Ziel es sein kann und sein muss, von der zumeist minderen Qualität der Sänger und ihrer Liedwerke abzulenken. Die Voraussetzungen sind also gegeben und in meiner kurzen Vorbereitungsphase bin ich auf vielversprechende Titel und Interpreten gestossen. Und auch wenn ich es eher mag, das Schlechteste anzunehmen, um dann von der winzigsten Kleinigkeit positiv überrascht sein zu können, für heute verspreche ich mir sehr viel…

Charlie Brooker’s Newswipe

Nie ist die Wohnung so sauber und aufgeräumt, wie wenn man eine wichtige Arbeit zu schreiben oder zu erledigen hat. Nie scheint es so viel Interessantes im Internet zu entdecken zu geben. Nie fällt einem das Schreiben von allem Anderen als dem eigentlich Wichtigen leichter als in dieser Zeit.

Und wenn man dann seine Zeit mit anderen Dingen vertut, warum dann nicht mit etwas, das spannend und wertvoll zugleich ist, etwas wie Charlie Brooker’s Newswipe, einem Programm, dass sich mit der Entwicklung der Berichterstattung in (im weitesten Sinne) Nachrichtensendungen befasst. Diese wird auf unterhaltsame Weise auseinander genommen und es wird einem vor Augen geführt, wie wenig Bild und Ton in der heutigen Fernsehlandschaft überhaupt noch mit einander zu haben und dass sie sich nur noch in den seltensten Fällen gegenseitig unterstützen. Häufig fragt man sich auch, worin denn nun genau der eigentliche Nachrichtenwert des Vermittelten besteht und ob man nicht doch einfach nur Meldungen sieht, was sicher in vielen Fällen ein sehr viel angebrachterer weil weiterer Begriff ist.
Im Idealfall schärft Newswipe also den Blick für weichgespülte Fernsehnachrichten, im schlechtesten Fall ist der bedingungslose Genuss selbst so etablierter Formate wie der Tagesschau im Anschluss hin…

Hier die Links zu den beiden ersten Episoden der ersten Staffel Newswipe:

Season 01 Episode 01 Parts 01–03

http://www.youtube.com/watch?v=dm4GiyyVKQQ
http://www.youtube.com/watch?v=cwmnwEwHH-M
http://www.youtube.com/watch?v=xd8IdK-T1Ew

Season 01 Episode 02 Parts 01–03

http://www.youtube.com/watch?v=_QN_hd9LeSs
http://www.youtube.com/watch?v=0gIH6Em-go0
http://www.youtube.com/watch?v=u4C1jxqDVYg

And now to something completely different…

Ich hatte irgendetwas unglaublich spannendes zu berichten, als ich mir neulich dachte, dieses Video würde sich thematisch ganz gut einpassen. Dann scheine ich aber vergessen zu haben, was der eigentlich originäre Part des Ganzen war und da auch kein loser Zettel bei mir mehr herumschwirrt müssen wir uns alle wohl damit abfinden, dass da wieder einmal eine ganz große Geschichte verloren gegangen ist. Mein großer amerikanischer Roman oder sowas in der Art.

Wie dem auch sei, um das hier mal wieder etwas anzustoßen, und weil Monty Python für sich genommen immer wieder genießbar ist:

Mit meinem persönlichen Hightlight: “The hundred yards for people with no sense of direction.”

“Nackt Luft Anhalten”

Wo ich schon mal dabei bin, auf Artikel zu verweisen, die ich irgendwie für lesenswert halte, kann ich ja noch “Nackt Luft Anhalten” aus dem Feuilleton der Berliner Zeitung vom 01./02. August 2009 nachschicken.

Auch kürzlich noch wurde ich komisch dafür angeschaut, dass ich weiß, dass sich Cheyenne des nächtens im DSF auszieht, wenn man ihr eine Automarke mit A oder eine Stadt nennen kann, die mit dem gleichen Buchstaben schließt, mit dem sie auch beginnt. (Eine tatsächlich schwierige Aufgabe, die gern in den Kommentaren weiterführend gelöst werden darf. DORTMUND ist schon weg!)

Doch dass sich auch die Berliner Zeitung diesem Fernsehangebot widmet lässt mich besser fühlen, zumal es mir neu war, dass es auf diesem Sender auch Frauen gibt, die wenig bekleidet den Kopf in ein Aquarium halten, um sich dem sportlichen Wettkampf des Luft-anhaltens hinzugeben. Das bleibt mir zwar ähnlich zugänglich wie einst die mit ihrem Auto im Matsch steckengebliebenen Damen in Highheels, aber solange sich jemand findet, dem das Freude bereitet bin ich dafür.

Es kann in diesem Zusammenhang ja auch kein Zustand sein, dass man auch am Ende des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert ein schlechtes Gewissen wegen seiner Vorlieben oder der wenig schockierenden Tatsache haben muss, dass man gelegentlich masturbiert. Man vergleiche hierzu Stephen Frys Rede anläßlich des iTunes Live Festivals in London, die sich zwar vornehmlich mit anderen Themen beschäftigt, aber auch für dieses Thema einen kurzen Part bereit hält und vor allem denke man an Woody Allens weise Worte: “Sag nichts gegen Masturbation. Das ist Sex mit jemandem, den ich liebe!”

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