…ist es her, dass ich mich wohl gefragt habe, wie eigentlich diese »locate me«-Geschichte auf dem iPod touch funktioniert. Ich glaube, das ist ein unendlich spannendes Thema und die Antwort darauf habe ich bestimmt schon mal gehört und anschließend in der mentalen Schublade abgelegt, in der auch all die anderen spannenden Informationen ruhen, an die ich mich erst wieder erinnern kann, wenn sie mir von jemand anderem wieder »neu« erzählt werden.
Und wenn bei irgendjemand anderem noch Bedarf besteht, hätte ich hier noch eine spannende Info abzugeben: Olaf Palme wurde ja bekanntermaßen auf dem Weg vom Kino nach Hause ermordet, der Film den er sich zuvor angesehen hatte, war »Bröderna Mozart«, eine schwedische Komödie von 1986.
Jeder kennt das. Man wartet im Kino auf den Hauptfilm, muss sich dafür aber durch Unmengen an Trailern durchkämpfen. Und am Ende sagt man sich, dass man sich diese Filme wohl alle ansehen muss. Dafür werden Trailer gemacht. Nur gibt es auch immer wieder Phasen, in denen nichts so richtig Gutes in die Kinos kommen mag. Und genau dieses Gefühl hatte ich, als ich mich kürzlich durch die Werbung langweilte. Anders war da die Ankündigung von “A Serious Man”. Rhythmisch wurde ein Kopf gegen eine Tafel geschlagen und das allein schien schon so ein großartiger Einfall zu sein, dass man gar nicht mehr davon sehen wollte bevor man nicht den ganzen Film haben konnte. Aber Trailer sind unerbittlich und so kam es, dass die restlichen ca. 1:35 min. mich doch arg daran zweifeln ließen, den Film unbedingt sehen zu müssen.
Nun hat der Film bei Weitem meine Trailer-Erwartungen übertroffen, aber so richtig überzeugen konnte er mich trotzdem nicht. Vielleicht liegt das aber auch an mir, schließlich hat auch “Fargo” mich nicht so begeistert wie wohl viele andere.
Larry Gopnik ist Physik-Professor im Mittleren Westen Ende der 1960er Jahre, der scheinbar machtlos dabei zusieht, wie sein Leben in die Brüche geht. Seine Frau will ihn verlassen, sein vermutlich genialer aber doch gescheiterter Bruder lebt auf seiner Couch, seine Tochter denkt nur ans Haare waschen und sein Sohn an seine Lieblingsfernsehserie. Und als wenn das alles nicht genug wäre kommen auch noch Probleme mit den Nachbarn und an der Universität hinzu. Was nach viel Stoff und Potential klingt wird bei den Coen-Brüder zu einer kleinen, ereignisarmen Geschichte heruntergekocht. Aber sie ist gut erzählt, so dass man am Ende nur noch die Frage bleibt, was man nun daraus machen soll.
Lange Zeit wartet man als Zuschauer darauf, dass Larry ausbricht, sich zur Wehr setzt wie Lester Burnham in “American Beauty” oder einfach auch nur irgendetwas macht. Doch dann das…
None of us can say he is happy or fortunate, yet things still seem promising … we are able to laugh at our own misfortunes, and as long as we can laugh we still have the strength and courage to build a new future.
Whenever I start being sad, I just stop being sad and be AWESOME instead…true story.
- Barney, HIMYM
Wo ich gerade dabei bin, mal ein paar Empfehlungen auszusprechen kann ich ja gleich noch zwei Serien nachschicken.
Zum einen “How I Met Your Mother“, in den USA inzwischen am Ende der vierten Staffel angekommen und so ziemlich das Beste, das ich als Serie in den letzten Jahren gesehen habe. Große Dialoge, eine lustige Runde Freunde und somit auch schon alles, was es braucht, um sich gut unterhalten zu fühlen.
Und dann, dank Davids Tip, ganz frisch dabei “Chuck“. Chuck arbeitet bei der Nerd Herd, dem Technik-Reparaturservice im lokalen Buy More Technikmarkt. Als er eines Tages eine Mail von einem ehemaligen Studienfreund bekommt wird er zu einer Art humanem Supercomputer, der alle Informationen der amerikanischen Geheimdienste per bildlicher Trigger zusammenfügen kann. Und schon geht das verrückte Doppelleben los… Man sollte sicherlich nicht versuchen, die Glaubhaftigkeit der Story nachzuvollziehen, aber für kurzweiligen Spaß und jede Menge nerdiger Dialoge zwischendurch genau das richtige.
When we spectators are sitting in a movie theatre, looking at the screen… You remember, at the very beginning, before the picture is on, it’s a black, dark screen, and then light thrown on. Are we basically not staring into a toilet bowl and waiting for things to reappear out of the toilet? And is the entire magic of the spectacle shown on the screen not a kind of a deceptive lure, trying to conceal the fact that we are basically watching shit, as it were?
- Slavoj Zizek in Sophie Fiennes’ “The pervert’s guide to cinema”
Teil 1 des ganzen war ein recht kurzweiliges Vergnügen, auch wenn etwas intensivere psychoanalytische Vorkenntnisse als die meinigen sicherlich zu einem tieferen Verständnis beigetragen hätten. Trotzdem eine Empfehlung schon allein weil man mit Hilfe von Zizeks Filmauswahl recht einfach feststellen kann, welche Filme man möglichst schnell noch nachsehen sollte, um bei eventuellen Filmkanondiskussion vollends auf der Höhe zu sein.
Nur mal nebenbei so eine Kleinigkeit reingeworfen: Dr. Horrible. Ein wahnsinnig gutes Blog-Musical-Action-Irgendwas-Ding. Hat mich sehr gefreut. Es ist nur leider wohl nicht mehr allzu lange online und herunterladen lässt der deutsche iTunes einen das nicht. Also einfach mal rasch reingeschaut und eine gute Dreiviertelstunde Spaß gehabt.